Walldorf: Zukunftsaufgabe Sozialer Wohnungsbau – Sozialbericht 2015/16 im Gemeinderat vorgestellt

Die soziale Entwicklung Walldorfs 2015/2016 stellte Erster Beigeordneter Otto Steinmann dem Gemeinderat in dessen öffentlicher Sitzung am 10. Mai vor.

Aus dem  umfassenden Sozialbericht, der auch auf der Homepage der Stadt Walldorf nachzulesen ist, griff Steinmann bei der Vorstellung im Gemeinderat vor allem die Unterbringung von Flüchtlingen heraus, den sozialen Wohnungsbau und die bevorstehenden Veränderungen, die die „Plattform“ betreffen. Die Flüchtlingssituation, vor allem aber die Anschlussunterbringung stelle die Stadt vor große Herausforderungen, erklärte Steinmann. „Dabei möchte ich erneut betonen, wie wichtig die Arbeit des Ehrenamts ist, ohne dessen Unterstützung wir die Betreuung und Begleitung der aktuell etwa 450 in Walldorf untergebrachten Flüchtlinge nicht stemmen könnten“, stellte er fest. Im Arbeitskreis Asyl sind laut Sozialbericht derzeit 300 Männer und Frauen engagiert. Wie aus dem Sozialbericht hervorgeht, liegt der Stadt viel daran, vor allem Familien, die in Walldorf in den vom Rhein-Neckar-Kreis angemieteten Unterkünften leben, auch weiterhin in Walldorf unterzubringen. Bindungen, die bereits zu Ehrenamtlichen, Kindergarten, Schule oder Arbeit bestehen, sollen im Sinne der Integration erhalten bleiben. 2016 muss Walldorf voraussichtlich dreißig Flüchtlinge unterbringen. 

Neuer „Arbeitskreis Wohnen“

Was den sozialen Wohnungsbau angeht, stellte der Erste Beigeordnete den Vorschlag vor, einen Arbeitskreis mit Vertretern der Gemeinderatsfraktionen zu bilden. Dieser soll sich mit den Kriterien für die Erstbelegung der Sozialwohnungen befassen, die unter städtischer Regie in der Bürgermeister-Willinger-Straße entstehen. Der Arbeitskreis könnte sich auch mit dem Bau von weiteren Seniorenwohnungen befassen und die Kriterien für die Wartelisten für städtische Wohnungen überprüfen, lautete der Vorschlag.

Durch die Erweiterung des Neubaugebiets in Richtung Walldorfer Osten steht der Begegnungsstätte „Plattform“ an der Wieslocher Straße eine Veränderung bevor. Wie Steinmann berichtete, befasse sich die Evangelische Stadtmission, die die Fachberatung in der „Plattform“ leistet, mit der künftigen inhaltlichen Aufstellung der Beratung. Noch vor der Sitzungspause während der Schulsommerferien wolle sich die Stadt mit der Stadtmission abstimmen und über die Zukunft der „Plattform“ diskutieren. Steinmann erklärte noch, dass der Sozialbericht, wie aus den Reihen des Gemeinderats angeregt worden war, bei einzelnen Themen die Entwicklung über einen Zeitraum von fünf Jahren darstelle. Künftig solle auch noch konkreteres Zahlenmaterial einfließen, vor allem was die Finanzdaten angehe, stellte er in Aussicht.

„Plattform“ soll in Walldorf bleiben

Stadträtin Hannelore Blattmann (CDU) meinte, dass die Bürgerinnen und Bürger Walldorfs dank der von der Stadt unterstützten Beratungsangebote, wie zum Beispiel der Drogen- oder der Schuldnerberatung, früh Hilfe erfahren könnten. Die Fallzahlen stimmten sie jedoch nachdenklich. Dass bezüglich der „Plattform“ bereits Gespräche liefen, wertete sie als positiv. Der Bau der Sozialwohnungen sei sehr wichtig, meinte Blattmann, dies sei auch immer wieder Gesprächsthema bei den Besucherinnen und Besuchern der „Plattform“. Auch Dr. Andrea Schröder-Ritzrau (SPD) meinte, dass dringender Bedarf an Sozialwohnungen bestünde. Auch die Warteliste für Seniorenwohnungen umfasse bereits rund zweihundert Anträge. Sie bedauerte, dass das städtische Förderprogramm für barrierefreies Wohnen „miserabel“ angenommen werde und wünschte sich hierfür noch mehr „Werbung“. Für die Sozialwohnungen forderte sie „eine zügige und transparente Vergabe“. Sie wolle keine „Phantomlisten“. Den Vorschlag, einen „Arbeitskreis Wohnen“ zu bilden, begrüßte sie sehr. Sie bat die Verwaltung, zu prüfen, wo weitere Wohnungen gebaut werden könnten. Mit der eventuellen Verlegung der „Plattform“ in eine andere Stadt zeigte sich Petra Wahl (SPD) nicht einverstanden. Sie konnte sich vorstellen, dass das Vorderhaus bestehen bleiben könne und nur die hinteren Gebäude abgerissen werden müssten. Man müsse auch prüfen, aus welchen Gemeinden die Besucherinnen und Besucher der „Plattform“ kämen, meinte sie. Wilfried Weisbrod (Bündnis 90/Die Grünen) stellte den Antrag, die „Plattform“ in Walldorf zu belassen. Weiterhin sprach er die zunehmende Altersarmut an, die dazu verpflichte, noch mehr Sozialwohnungen zu bauen. „Die Menschheit wird immer älter und die Zahl der Demenzkranken nimmt zu“, so Weisbrod. Für diese Menschen müssten Plätze geschaffen  und Wohnungen entsprechend umgebaut werden. Man müsse außerdem schauen, welche Möglichkeiten es noch in den Pflegeheimen gebe. Sein Fraktionskollege Hans Wölz fragte nach, wie man die Anzahl der Plätze im Pflegeheim erhöhen könne. Da die Verpflichtung bestehe, Doppelzimmer abzubauen und nur noch Einzelzimmer anzubieten, müssten viele ältere Walldorfer auf auswärtige Pflegeheime ausweichen. Hierzu erklärte der Erste Beigeordnete, dass sich der Astor-Stiftungsrat bereits mehrfach mit dem Umbau des Pflegezentrums Astor-Stift sowie den Wohnungen in der Käthe-Kollwitz-Straße 1a bis 1c und der Winterstraße 6 befasst habe. Dies werde auch Thema einer Klausurtagung sein. Der Astor-Stiftungsrat habe die Verwaltung damit beauftragt, mit der Heimaufsicht zu sprechen, ob die Doppelzimmer noch bis 2024 bleiben dürften. Man müsse auch die wirtschaftliche Seite im Auge behalten, gab er zu bedenken.  Dagmar Criegee (FDP) stellte fest, dass der umfangreiche Sozialbericht zeige, wieviel in Walldorf getan werde. Sie hob vor allem das ehrenamtliche Engagement hervor und dankte der Verwaltung für ihr „offenes Ohr“ und die „Bereitschaft zur Hilfe“. Bei der schlechten Annahme der städtischen Wohnungsumbauförderung vermutete sie als Ursache, dass viele Antragsteller oberhalb der Einkommensgrenzen lägen. Eventuell müsse man die Vergabekriterien überdenken.

Der Gemeinderat nahm den Bericht schließlich einstimmig zur Kenntnis und stimmte auch zu, den Bau weiterer seniorengerechter Wohnungen zu prüfen sowie den „Arbeitskreis Wohnen“ ins Leben zu rufen.

Der Sozialbericht 2015/2016 sowie die Berichte der Vorjahre sind unter www.walldorf.de unter dem Menüpunkt Leben in Walldorf, Soziales, einzusehen.

Text: Stadt Walldorf

Veröffentlicht am 1. Juni 2016, 13:00
Kurz-URL: https://www.wiwa-lokal.de/?p=179538 

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