Städtischer Wohnungsbau in Walldorf: Umweltfreundlich und attraktiv

Gemeinderat beschließt Sieben-Millionen-Projekt im Bereich Heidelberger Straße/Hebelstraße

Die Stadt Walldorf bleibt weiter im öffentlich geförderten Wohnungsbau aktiv: Wie der Gemeinderat jetzt einstimmig beschlossen hat, entstehen auf einem Grundstück im Bereich Heidelberger Straße/Hebelstraße zwei Häuser mit insgesamt 18 Wohnungen, in denen künftig 40 bis 50 Menschen leben können. Die Kosten beziffert Stadtbaumeister Andreas Tisch nach aktuellem Stand auf rund sieben Millionen Euro. Dabei rechnet er mit einer Landesförderung in Höhe von mindestens 2,7 Millionen. „Wir glauben, dass wir ein angemessen attraktives Wohnbauangebot bekommen“, sagte Tisch, nachdem er dem Gremium die Planungen vorgestellt hatte.

Die beiden Häuser werden in Hybrid-Bauweise mit Holz und Beton errichtet. Die 1268 Quadratmeter Wohnfläche werden sich in je sechs Zwei- und Vier-Zimmer-Wohnungen sowie zwei Eineinhalb- und vier Drei-Zimmer-Wohnungen aufteilen. Es sind 28 Stellplätze geplant, acht gedeckte im Sockel der Gebäude und 20 offene Stellplätze, von denen zehn auch für eine öffentliche Nutzung zur Verfügung stehen werden. Zwischen den beiden Häusern wird zudem eine kleine Platzfläche entstehen, die auch öffentlich genutzt werden kann.

„Leider lässt sich bei diesem innerstädtischen Projekt kein Passivhaus wirtschaftlich und sinnvoll entwickeln“, sagte der Stadtbaumeister mit Verweis auf die intensive Prüfung. Deshalb schlage man den Bau als Effizienzgebäude 40 vor, „immer noch ein sehr guter Standard“, so Tisch. Für die Beheizung und Warmwassererzeugung wird eine Sole-Wasser-Wärmepumpe zum Einsatz kommen, die mit Erdsonden in 46 Metern Tiefe Wärme aus dem Erdreich gewinnt – umweltfreundlich und mit vergleichsweise geringen laufenden Kosten. Zusätzlich sollen die Satteldächer der beiden Häuser mit Photovoltaik-Modulen für die Stromerzeugung möglichst vollflächig belegt werden, auch eine Batterielösung zum Speichern der Energie ist vorgesehen.

Dr. Gerhard Baldes (CDU) lobte die „stimmige, sich gut ins Umfeld einfügende Entwurfsplanung“, an der es nach seinen Worten „nichts auszusetzen gibt“. Die Kosten von knapp über sieben Millionen „sind ein Wort“, so Baldes, deshalb verstehe es sich von selbst, dass Fördermittel beantragt werden müssten. Unbestritten sei nämlich auch, „dass wir den Wohnraum brauchen“.

Darauf bezog sich auch Dr. Andrea Schröder-Ritzrau (SPD), die mit Blick auf den enormen Anstieg der Bodenrichtwerte in Walldorf von einer „absolut abartigen Entwicklung“ sprach. Deshalb sei ihre Fraktion „froh, dass die Stadt Wohnraum schafft“, damit trage sie zur Daseinsvorsorge ihrer Bürger bei. Nachdem im Vorfeld auch über eine Tiefgarage für die Parkplätze diskutiert worden war, sagte sie, ihr persönlich sei die Gewinnung der regenerativen Energie wichtiger.
„Die Parksituation im Umfeld ist doch recht schwierig“, hätte sich dagegen ihre Fraktionskollegin Petra Wahl „eine Tiefgarage gewünscht“.

Das neue „mietpreisgünstige Angebot“ entzerre die Lage auf dem sozialen Wohnungsmarkt, sagte Hans Wölz (Bündnis 90/Die Grünen). Man schaffe „hochwertigen, attraktiven und ökologischen Wohnraum“. Ein „echter Wermutstropfen“ sei allerdings, dass man nicht im Passivhaus-Standard baue. Deshalb stimme seine Fraktion auch nur „mit Bauchschmerzen“ zu.
Wölz regte an, die beim Bau verwendeten Materialien sorgfältig zu dokumentieren, um sie später einmal problemlos einem möglichen Recycling zuführen zu können.

Die „Modernisierung des kommunalen Wohnungsbestands“ lobte Günter Lukey (FDP), der auf eine „kurze Bauzeit“ hofft. Denn: „Der Zeitraum zwischen der Planung und der Umsetzung ist uns einfach zu lang.“ Das gelte gerade angesichts der Kostensteigerungen auf dem Bausektor.

 

 

Text und Foto: Stadt Walldorf

Veröffentlicht am 18. Juli 2022, 14:00
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