Nistkästen für den Artenschutz am Schulzentrum
Die Umwelt AG des Walldorfer Gymnasiums hat gute Arbeit geleistet – da sind sich alle einig. Die Kinder und Jugendlichen haben die 14 Nisthilfen für Vögel und Fledermäuse während der AG-Zeit liebevoll und kreativ bemalt. Etwa zehn Schülerinnen und Schüler ab der siebten Klasse engagieren sich regelmäßig in der Arbeitsgemeinschaft, die von der Lehrerin Jasmin Wunderlich geleitet wird.
Jetzt stehen die Kästen bereit, um an den Bäumen im Schulhof aufgehängt zu werden. Dafür treffen sich Reiner Klemm und Wolfgang Högerich (beide von der NABU-Ortsgruppe Walldorf-Sandhausen) mit Benedikt Seelbach und Luzian Schäfer vom städtischen Fachdienst Umwelt sowie Jasmin Wunderlich und einigen AG-Mitgliedern. Die präsentieren stolz ihre bemalten Nisthilfen, die sie einige Wochen zuvor erhalten haben. Darunter sind zwei Fledermaushöhlen, drei Halbhöhlen für unter anderem Hausrotschwanz und Bachstelze, vier Nisthöhlen für verschiedene Meisenarten, Gartenrotschwanz, Kleiber (und noch einige mehr) sowie fünf Nisthöhlen für Kleinmeisenarten wie Blau- und Sumpfmeise. Die Nisthilfen werden auf den Schulhof gebracht und jeweils mit einer Nummerierung versehen, bevor sie von Reiner Klemm und Wolfgang Högerich an den Bäumen aufgehängt werden.
Die beiden Experten des NABU waren schon Ende Februar vor Ort und haben sich den Nistturm, der ebenfalls auf dem Schulgelände steht, aus der Nähe angesehen und gereinigt. In dem Turm nisten überwiegend Stare, weiß Reiner Klemm. Das bewahrheitet sich dann beim zweiten Termin einige Wochen später, als ein Star in den Turm hineinfliegt. „Die verteidigen ihre Nester ziemlich robust gegen andere Vogelarten“, so Klemm. Untereinander vertragen sie sich aber gut.
Gemeinsam mit den anderen Beteiligten suchen Klemm und Högerich geeignete Bäume aus und hängen die Nistkästen in mehreren Metern Höhe und mit der Öffnung nach Südosten gerichtet auf. „Das passt gut in die Einflugschneise der Vögel“, erläutert Reiner Klemm. Außerdem würden die Nistkästen so nicht zu wenig, aber auch nicht zu viel Sonne abbekommen. Reiner Klemm und Wolfgang Högerich kennen sich mit guten Standorten für die Kästen aus: Der NABU betreut allein in Walldorf etwa 140 davon, alle ein bis zwei Jahre werden sie gereinigt. Die neuen Exemplare auf dem Schulhof sind jedenfalls bezugsfertig und warten auf die ersten gefiederten Bewohner.
Auch Benedikt Seelbach und Luzian Schäfer sind zufrieden. Sie haben zur Aktion noch elf weitere Nisthilfen für Vögel mitgebracht, die sie den Mitgliedern der Umwelt AG überreichen und die diese in den nächsten Tagen noch bemalen werden, bevor sie ebenfalls auf dem Schulgelände einen Platz finden sollen. Vier weitere Nisthilfen (für Bilche wie Siebenschläfer sowie für Sperlinge) werden zu einem späteren Zeitpunkt noch dazukommen.
Finanziert wird das Ganze über die Stiftung Klimaschutz+. Die Stadt zahlt jährlich für die entstandenen Emissionen aus ihrem Fuhrpark und aus Dienstreisen als Ausgleich in einen Fonds von Klimaschutz+ ein. Das Geld fließt in nachhaltige lokale Projekte, unter anderem die Nistkastenaktion am Schulzentrum im Rahmen des gemeinsamen Projekts des Schulzentrums „Natur in die Schule“. Es sind weitere Aktionen zur Begrünung und Förderung von Biodiversität geplant.
Text und Foto: Stadt Walldorf

















