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Teile des Gemeinderats kritisieren die hohen Kosten

Der im vergangenen Jahr eingeweihte neue Skatepark soll um eine WC-Anlage erweitert werden. Davon wird auch der Aufenthaltsbereich für Jugendliche mit dem Bolzplatz und der Feuerstelle in diesem Bereich profitieren. Es ist geplant, die Toiletten im westlichen Bereich des Park-and-Ride-Platzes für Kosten von 263.000 Euro zu errichten. Dabei wird es sich um eine Zwei-Raum-Anlage handeln, wie sie schon der Ausschuss für Technik, Umwelt, Planung und Verkehr mehrheitlich empfohlen hatte. Die Entscheidung im Gemeinderat fiel bei vier Gegenstimmen (Christian Winnes, Uwe Lindner, Dr. Joachim Ullmann, Mathias Pütz) und einer Enthaltung (Katrin Siebold) aus Reihen der CDU-Fraktion.

Bürgermeister Matthias Renschler sprach von einem wichtigen Thema für die Nutzer des Skateparks. Stadtbaumeister Andreas Tisch ging auf die Vorüberlegungen ein. So habe man auch eine Unisex-Toilette in Erwägung gezogen, die rund 50.000 Euro günstiger wäre. Als „wesentlichen Kostenfaktor“ nannte er unter anderem Sonderausstattungen wie eine automatische WC-Brillenreinigung, die schon allein 15.000 Euro kosten wird, aber allgemein als sinnvoll erachtet wurde. Im Innenraum soll es einen Anti-Graffitischutz geben, außen einen Trinkwasserbrunnen. In die farbliche Gestaltung der Betonfassade werden sich Jugendliche einbringen können. Das Dach wird eine extensive Begrünung erhalten. Die jährlichen Betriebskosten werden mit Reinigung, Wartung und Störungsbeseitigung voraussichtlich bis zu 42.000 Euro betragen.

Scharfe Kritik kam von der CDU, die sich an dieser Stelle eine preisgünstigere Anlage gewünscht hätte, am besten zunächst zur Miete, um Erfahrungen zu sammeln. Schon 2021 habe man klar gesagt, dass man einer Sanitäranlage mit Kosten im sechsstelligen Bereich kritisch gegenüberstehe, erklärte Christian Winnes. Jetzt werde genau diese Investition beschlossen. „Das ist für uns keine akzeptable Lösung“, stünden „Kosten und Nutzen in keinem Verhältnis“. Man investiere gerne in die Walldorfer Jugend, doch das Geld wäre „in anderen Projekten besser angelegt“, so Winnes.

„Wir sagen: endlich“, erklärte dagegen Manfred Zuber (SPD). „Der Bedarf ist unumstritten.“ Man wolle eine Anlage, die barrierefrei und vandalismussicher ist, „ein Trinkwasserbrunnen ist für uns unabdingbar“. Zudem spreche sich seine Fraktion für zwei Räume aus. Das sei auch bei Veranstaltungen sinnvoll, dann könnten mehrere Personen die Toiletten gleichzeitig nutzen.

Der Skatepark werde „durchweg positiv aufgenommen“, sagte Nele Böhm (Bündnis 90/Die Grünen), er habe sich zum beliebten Treffpunkt entwickelt. „Wir freuen uns“, sei doch nun „einer der letzten Schritte für einen optimalen Aufenthalt in der Umsetzung“. Als positiv hob sie neben der Dachbegrünung und dem Trinkbrunnen hervor, dass die Fassade zusammen mit den Jugendlichen gestaltet werden soll.

Es sei „sinnvoll und notwendig, eine WC-Anlage zu errichten“, sagte Paula Glogowski. Die FDP freue sich, dass der Skatepark so gut angenommen werde, und spreche sich auch für die Toiletten aus. Schutz vor Vandalismus und die Überlegungen zur Hygiene seien sinnvoll, trotzdem frage sich ihre Fraktion, „ob es immer die High-End-Variante sein muss“. 263.000 Euro seien „ein stolzer Betrag“, zumal bei zusätzlichen Unterhaltungskosten von bis zu 42.000 Euro. „Wir sehen die Kosten kritisch“, sagte Paula Glogowski. „Wir werden zustimmen, hätten aber mit einer schlankeren Version besser leben können.“

 

Text und Foto: Stadt Walldorf

 

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