Gemeinderat beschließt die Fortführung der sozialen Angebote
„Diese Projekte sind ein wesentlicher Bestandteil des sozialen Netzes, das Walldorf seit vielen Jahren gespannt hat und diese Stadt auszeichnet“, sagt der Erste Beigeordnete Otto Steinmann. Wie von der Verwaltung vorgeschlagen, beschließt der Gemeinderat einstimmig die Fortführung der sozialen Angebote und die Bereitstellung der dafür erforderlichen Mittel in Höhe von rund 740.000 Euro für das Jahr 2026.
„Die Angebote haben auch in unserer Stadt ihre vollumfängliche Berechtigung. Sie helfen an den unterschiedlichen Stellen den entsprechenden Personen, ihr Leben zu meistern oder besser zu meistern, und sie helfen und erleichtern die Teilhabe am Leben innerhalb unserer Stadtgesellschaft“, erklärt Steinmann.
Dazu gehören die Leistungen der Psychologischen Beratungsstelle (die mit 140.000 Euro im Jahr unterstützt wird), die Suchtberatungs- und Präventionsangebote des Baden-Württembergischen Landesverband für Prävention und Rehabilitation (49.300 Euro), die Schuldnerberatung des Diakonischen Werkes (17.000 Euro), die Zuschüsse an die Frauenhäuser in Heidelberg und Mannheim (14.000 Euro), die Tagesstätte Plattform und die dortige Fachberatung (20.000 Euro, ohne Personal- und Raumkosten), der Verein PLUS Rhein-Neckar (13.000 Euro), die Schulsozialarbeit des Internationalen Bunds (481.000 Euro, ohne die Fördergelder des Landes) und der Verein Generationenübergreifendes Leben Walldorf (5000 Euro).
Aus den einzelnen Jahresberichten der Einrichtungen lassen sich verschiedene Entwicklungen herauslesen, die auch in den Stellungnahmen der Gemeinderatsfraktionen aufgegriffen werden. So beispielsweise, dass es der Psychologischen Beratungsstelle durch die 2025 vom Gemeinderat beschlossene personelle Stundenaufstockung inzwischen gelinge, zeitnähere Gesprächstermine anzubieten. Die Inanspruchnahme der Beratungstermine bleibe allerdings unverändert hoch, inhaltliche Themenbereiche seien unter anderem die sozial-emotionale Entwicklung von Kindern, psychisch kranke Elternteile, psychisch kranke Kinder sowie die Auswirkungen von Online-Medien, Gaming und künstlicher Intelligenz.
Dem Bericht des Diakonischen Werks zur Schuldnerberatung ist zu entnehmen, dass das Beratungsangebot deutlich stärker in Anspruch genommen werde als in den Vorjahren. Das bedeute, dass eine zeitnahe Bearbeitung der Anfragen nicht mehr sicherzustellen sei. Das möchte die Stadtverwaltung zum Anlass nehmen, mit den Verantwortlichen in den Austausch zu gehen und eine Lösung zu finden. Personell aufgestockt werden soll das Team der Tagesstätte Plattform, damit diese wieder vollumfänglich geöffnet werden kann, statt wie im Berichtszeitraum an nur drei Tagen in der Woche.
Der Verein PLUS Rhein-Neckar berichtet über 15 erfolgreiche Workshops an den weiterführenden Schulen. Diese seien „unter hoher Beteiligung überwiegend störungsfrei verlaufen“, man habe einen respektvollen Umgang unter den Schülerinnen und Schülern feststellen können und es seien im Jahr 2025 „deutlich weniger queerfeindliche Äußerungen oder Verhaltensweisen an den Schulen“ als zuvor zu verzeichnen gewesen. Sowohl die Schulen als auch die Schulsozialarbeit wünschten sich die Fortsetzung der Arbeit.
„Die hohe Inanspruchnahme zieht sich wie ein roter Faden durch die Berichte“, sagt Petra Marx (CDU).
Petra Wahl (SPD) sieht in den Angeboten „ein wichtiges Fundament für das Zusammenleben“ in Walldorf.
„Die sozialen Angebote sind ein Auffangnetz“, meint Paula Glogowski (FDP).
Sie wirkten „in vielen Lebenssituationen stabilisierend“, sagt Nele Böhm (Bündnis 90/Die Grünen).
Und Mihriban Gönenç (Zusammen für Walldorf) sieht darin einen „Ausdruck von Menschlichkeit und gesellschaftlicher Solidarität“.
Text: Stadt Walldorf
Foto: BBinz




















