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„Schwetzinger Hardt“: Dünenkuppen werden für Flugsand gerodet.

2. Oktober 2014 | > Walldorf, Allgemeines, Das Neueste, Gesellschaft, NABU

In der seit November 2013 offiziell als Waldschutzgebiet ausgewiesenen „Schwetzinger Hardt“ stehen Mitte Oktober die ersten konkreten Maßnahmen an. Im Staatswald auf einem Grundstück des Landes Baden-Württemberg sollen im Bereich des Saupfergbuckels in Walldorf zwei Dünenkuppen, auf denen hauptsächlich Schwarzkiefern stehen, gerodet werden, um den Flugsand wieder freizulegen.

Gesetzlicher Auftrag

Sowohl im Waldschutzgebiet „Schwetzinger Hardt“ als auch entlang der „Lebensader Oberrhein“ die biologische Vielfalt zu erhalten und zu schützen, ist das erklärte Ziel. Auf den Dünen am Saupfergbuckel haben beide Projekte ihre Schnittstelle. Sowohl die vom Nabu initiierte „Lebensader Oberrhein“ als auch die maßgeblich vom Landesbetrieb ForstBW mit Unterstützung der Hardtgemeinden unter Schutz genommene „Schwetzinger Hardt“ wollen die eigentlich für den Lebensraum Düne charakteristischen Bedingungen wiederherstellen. Dies nicht etwa aus nostalgischen Gründen, sondern um dem gesetzlichen Auftrag nachzukommen, seltene Pflanzen und Tiere zu schützen. So brauchen das vom Aussterben bedrohte Winterlieb, der in seiner Existenz gefährdete Ziegenmelker oder die Heidelerche offene Binnendünen mit Sand-Magerrasen, um überleben und gedeihen zu können.

Wie der Nabu berichtet, hat die Heidelerche noch vor wenigen Jahren im Naturschutzgebiet Hirschacker-Dossenwald gebrütet. Jetzt zieht die Heidelerche nur noch durch das Gebiet. Das könnte sich mit den geplanten Maßnahmen im Staatswald am Saupfergbuckel wieder ändern. Dann dürfte hier auch wieder die außergewöhnliche Stimme des Ziegenmelkers zu hören sein.

Lichtung im Wald

Innerhalb des rund 3.000 Hektar großen Waldschutzgebiets der „Schwetzinger Hardt“ machen die Rodungen auf den Dünenkuppen knapp 0,8 Hektar aus. Die nach der Rodung entstandene Lichtung auf der größeren der beiden Dünen wird 0,7 Hektar groß sein, diejenige auf der kleineren Düne 0,1 Hektar. Der Wald, der die beiden Lichtungen umgibt, wird als Pufferzone ausgelichtet, damit ein fließender Übergang entsteht. Als Beispiel, wie man sich die Lichtungen später vorstellen muss, werden von Experten die bereits vorhandenen Dünen, wie zum Beispiel in Sandhausen genannt, die auch nur durch den Eingriff des Menschen in ihrer Besonderheit erhalten worden sind. Da sich die Verantwortlichen bei ForstBW und Nabu dessen bewusst sind, dass die Eingriffe in den Staatswald von der Bevölkerung auch sehr skeptisch gesehen werden, werden sie Informationsschilder aufstellen sowie zu Führungen und Workshops einladen.

Die Konzeption für das Waldschutzgebiet „Schwetzinger Hardt“ sieht auch einen Beirat vor, an dem Vertreterinnen und Vertreter aus der Bürgerschaft teilnehmen. Die Kosten für die groß angelegten bundeslandübergreifenden Projekte tragen zu 75 Prozent das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit, in Baden-Württemberg ist das Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz mit 15 Prozent beteiligt. Der Naturschutzbund übernimmt 10 Prozent der Kosten.

Text: Stadt Walldorf

 

 

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