Neuer Deutscher Meister im Sitzvolleyball

– Der Dresdner SC 1898 holt sich den deutschen Meistertitel

Hoffenheim, 26.09.22. Das Wochenende stand ganz im Zeichen des Sitzvolleyballs. In der Hoffenheimer Sporthalle am Großen Wald organisierte Anpfiff ins Leben die Deutsche Meisterschaft. Acht Teams nahmen teils sehr weite Wege auf sich, damit sie um den Titel mitspielen konnten. Am Ende von zwei vollgepackten Tagen setzte sich der Dresdner SC in einem hochspannenden Finale gegen den TSV Bayer 04 Leverkusen durch.

Sieger waren aber alle. Die Spielerinnen und Spieler, die Zuschauer und der faszinierende Sport im Allgemeinen. Was auf den beiden Spielfeldern abging, war Leistungssport der Extra-Klasse. „Wir wollten mit dem Modus viele Spiele austragen, um so allen die Möglichkeit zu geben, sich zu zeigen und sich weiter entwickeln zu können“, sagte Rudi Sonnenbichler.
Der Trainer von Anpfiff Hoffenheim hätte gerne noch mehr Zuschauer in der Halle gesehen, allerdings war dies aufgrund der strengen Bestimmungen des Deutschen Behindertensportverbands nicht möglich. „Das war eine bittere Pille für uns und steht nicht mehr in Relation zu unserem Alltag“, führte er weiter aus. Der 75-Jährige brennt für den Sitzvolleyball und freute sich darüber, dass die Veranstaltung überhaupt stattfinden konnte: „Klein, aber fein ist es dafür.“ Seine eigene Mannschaft verpasste leider das Halbfinale, erreichte aber über die Platzierungsspiele das bestmögliche Endergebnis mit Rang fünf.

Steffen Barsch sprach im Vorfeld bereits schmunzelnd von, „der großen Revanche“, nachdem seine Mannschaft das Vorrundenspiel gegen Anpfiff Hoffenheim I verloren hatte. Der Mannschaftskapitän des SCC Berlin ist gleichzeitig Abteilungsleiter für Sitzvolleyball Deutschland und lieferte sich mit seinen Kollegen eine abwechslungsreiche Partie gegen den Gastgeber.
Um einen Sieger zu ermitteln, musste ein dritter Satz her, nachdem sich zuvor beide Teams je einen Durchgang sicherten. 15:7 endete der dritte Durchgang für die Hoffenheimer, die ihr Heimturnier auf dem fünften Rang beendeten. Anpfiff Hoffenheim II trat in einer Spielgemeinschaft mit dem HSV Medizin Magdeburg an und musste sich in einem ganz engen Spiel um Rang sieben denkbar knapp dem SC Potsdam geschlagen geben (1:2).

Nicht minder spannend gestalteten sich das kleine Finale um Platz drei und das große Finale, das den Deutschen Meister 2022 hervorbringen sollte. „Ich würde die Mannschaften in verschiedene Leistungsstufen einordnen und in die oberste Stufe gehören Leverkusen, Dresden und die Landesauswahl Rheinland-Pfalz“, gab Sonnenbichler während des Turniers seine Einschätzung ab. Kein Wunder: Der Fachmann sollte Recht behalten. Rheinland-Pfalz sicherte sich Rang drei, musste dabei gegen den Leipziger BRS im zweiten Satz nur ein wenig zittern, bevor der Sieg eingetütet war.

Den Höhepunkt haben sich der Dresdner SC 1898 und der TSV Bayer 04 Leverkusen für das Endspiel aufgehoben. Hier schenkten sich beide Teams nichts, sie schmetterten sich die Bälle nur so um die Ohren – ein grandioser Ballwechsel jagte den nächsten. Zum Ende des ersten Satzes spitzte sich die Spannung zu. Dresden hatte das Glück auf seiner Seite, holte sich mit 25:23 Durchgang eins und nahm diesen Schwung mit in den zweiten Satz. In selbigem setzten sich die Sachsen mit 25:18 durch, phasenweise gab es für aufopferungsvoll kämpfende Leverkusener kein Durchkommen mehr bei ihren Schmetterbällen. Dresden ließ sich zu Recht für den Erfolg feiern, beim Jubelkreis schallte das bekannte „Campeones, Campeones“, durch die Hoffenheimer Sporthalle.

 

Der Dresdner SC 1898 ist neuer Deutscher Meister im Sitzvolleyball.

 

Als aufmerksamer Beobachter stand Max Böhler am Spielfeldrand. Der Leiter Digital Office & Marketing bei der Volksbank Kraichgau ist regelmäßig bei den Sitzvolleyballern zu Gast und hat auch selbst schon aktiv an einer Trainingseinheit teilgenommen. „Für uns als Volksbank Kraichgau ist es immer wieder aufs Neue etwas Besonderes, den Sitzvolleyball zu unterstützen“, sagte Böhler. Neben des Sponsorings des Turniers ermöglichte die Volksbank den teilnehmenden Mannschaften einen unvergesslichen Samstagabend. Sämtliche Spielerinnen und Spieler wurde zum Frauen-Bundesliga-Spiel der TSG Hoffenheim gegen den VfL Wolfsburg in die Rhein-Neckar-Arena eingeladen. „Dort wurde auch mit Durchsagen mehrmals auf unser Turnier aufmerksam gemacht. Diese Art von Aufmerksamkeit ist sehr wichtig für uns“, hat Sonnenbichler dies positiv zur Kenntnis genommen. Der Trainer dankte weiterhin explizit Elisabeth Claas und Salome Hermann von Anpfiff, die sich um die umfangreiche Organisation der Deutschen Meisterschaften kümmerten.

Anpfiff-Vorsitzender Dietmar Pfähler schlug in die gleiche Kerbe: „Mein Dank gilt neben der Volksbank Kraichgau unseren vielen Helferinnen und Helfern, dem Schiedsgericht, allen Mannschaften sowie dem Volleyballclub Hoffenheim für die Bewirtung.“ Während der Siegerehrung zeigte er sich immer noch beeindruckt von dem Finale: „Das war einfach nur faszinierend, was ich hier gerade sehen durfte.“

 

 

Text: Christopher Benz
Fotos: Jens Feistel

Teilnehmende Mannschaften Deutsche Meisterschaft im Sitzvolleyball:
TSV Bayer 04 Leverkusen, Anpfiff Hoffenheim I, SCC Berlin, HSV Medizin Magdeburg/ Anpfiff Hoffenheim II, Auswahl Rheinland-Pfalz, Dresdner SC 1898, Leipziger BRS, SC Potsdam

Ergebnisse der Spiele
Gruppe A: HSV Medizin Magdeburg/Anpfiff Hoffenheim II – SSC Berlin 0:2, TSV Bayer 04 Leverkusen – Anpfiff Hoffenheim I 2:0, Anpfiff Hoffenheim I – SSC Berlin 2:0, Bayer Leverkusen – Magdeburg/Hoffenheim II 2:0, Anpfiff Hoffenheim – Magdeburg/Hoffenheim II 2:0, Bayer Leverkusen – SSC Berlin 2:0.
Erster: Leverkusen 6:0 Punkte/6:0 Sätze, Zweiter: Anpfiff Hoffenheim 4:2/4:2, Dritter: Berlin 2:4/2:4, Vierter: Magdeburg/Hoffenheim 0:6/0:6.
Gruppe B: SC Potsdam – Leipziger BRS 0:2, Dresdner SC – Auswahl Rheinland-Pfalz 2:0, Dresden – Leipzig 2:0, SC Potsdam – Rheinland-Pfalz 0:2, SC Potsdam – Dresden 0:2, Rheinland-Pfalz – Leipzig 2:0.

Erster: Dresden 6:0 Punkte/6:0 Sätze, Zweiter: Rheinland-Pfalz 4:2/4:2, Dritter: Leipzig 2:4/2:4, Vierter: Potsdam 0:6/0:6.

Viertelfinale: Leverkusen – Potsdam 2:0, Magdeburg/Hoffenheim – Dresden 0:2, Anpfiff Hoffenheim – Leipzig 0:2, Berlin – Rheinland-Pfalz 0:2.

Platzierungsspiele: Potsdam – Berlin 0:2, Magdeburg/Hoffenheim – Anpfiff Hoffenheim 0:2.

Halbfinale: Leverkusen – Rheinland-Pfalz 2:0, Dresden – Leipzig 2:0.

Spiel um Platz 7: Potsdam – Magdeburg/Hoffenheim 2:1.

Spiel um Platz 5: Berlin – Anpfiff Hoffenheim 1:2.

Spiel um Platz 3: Rheinland-Pfalz – Leipzig 2:0.

Finale: Leverkusen – Dresden 0:2.

 

Über Anpfiff ins Leben:
Seit 2001 unterstützt Anpfiff ins Leben als deutschlandweiter Vorreiter junge Sportlerinnen und Sportler und Menschen mit Amputation dabei, sich bestmögliche Perspektiven für die private und berufliche Zukunft zu schaffen. Der vom 1. Vorsitzenden Dietmar Pfähler geführte gemeinnützige Verein gliedert sich in drei Bereiche: die 360°-Jugendförderung in Sport, Schule, Beruf und Soziales, die Bewegungsförderung für Amputierte sowie seit 2019 die Vereinsberatung. Mehr als 60 festangestellte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, 330 Trainerinnen und Trainer und 120 Lernbegleiterinnen und -begleiter arbeiten für die Förderung unserer Jugend und vermitteln Toleranz, Respekt, Fairness und Verantwortungsbewusstsein. Ein vitales Netzwerk an Schulen, Hochschulen, Verbänden, Wirtschaftsunternehmen und sozialen Einrichtungen gestaltet das Angebot von Anpfiff ins Leben aktiv mit. Mehr Informationen online unter www.anpfiffinsleben.de
Text: Anpfiff ins Leben

 

Veröffentlicht am 27. September 2022, 12:00
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