„Kraichgaukorn“ – Dr. Kai Schmidt-Eisenlohr bei der Bäckerei Rutz

Am 20. Januar waren Dr. Kai Schmidt-Eisenlohr aus Wiesloch (MdL Bündnis90/Die Grünen) sowie als sein Gast der Biobauer aus dem Bodenseekreis Martin Hahn, ebenfalls Mitglied des Landtags, zu einer Betriebsbesichtigung bei der Bäckerei Rutz in Walldorf eingeladen.

(bb) Auch dabei war Herr Roland Waldi, Biobauer aus Nußloch-Maisbach, der der „Marktgemeinschaft Kraichgaukorn“ angehört und die Firma Rutz mit seinen verschiedenen Getreiden beliefert.
Herr Alexander Rutz, Bäckermeister und einer der ersten „Brotsommeliers“ in Deutschland, ausgebildet an der Bundesakademie des Deutschen Bäckerhandwerks Weinheim, begrüßte die Gäste und führte sie durch die „Backstube“. Diese „Backstube“ in Walldorf umfasst ca. 2.800 qm und hat 55 Mitarbeiter. Hinzu kommt die Verwaltung mit ca. 1.000 qm und weiteren 20 Mitarbeitern.
Ab 2 Uhr nachts rühren sich diese vielen Hände – vom Lager bis zur Auslieferung. Alexander Rutz ist stolz darauf, dass von den Brötchen über die Brezeln und die Brote bis hin zu den süßen Stückchen alles handgemacht ist. Die Maschinen sind lediglich zur Unterstützung der Arbeiten da. Mit dem regionalen Kraichgaukorn werden jeden Tag ca. 35.000 Brötchen, 8.500 Brezeln und 7.000 Brote gebacken. Die rund 20 Filialen der Bäckerei Rutz, von denen sich zehn in REWE-Märkten befinden, werden je nach Bedarf bis zu dreimal am Tag mit frischen Backwaren beliefert. Die Brötchen, die in den Filialen direkt aufgebacken werden, liefert Rutz an diese frisch vorbereitet und tiefgekühlt. Die Kraichgaukörner werden zum Teil in der Backstube direkt gemahlen. Das verarbeitete Salz kommt aus Portugal und ist naturbelassen.
Während des interessanten Rundgangs beantwortete Alexander Rutz gerne die Fragen von Dr. Schmidt-Eisenlohr und Herrn Hahn. Die Besucher staunten über den riesigen Holzofen, in dem wegen des besonderen Backvorgangs am Tag lediglich bis zu fünfmal gebacken werden kann. Hier entsteht das berühmte Rutz’sche Holzofenbrot.
Auch der Konditorei wurde ein kurzer Besuch abgestattet ebenso wie der Abteilung, die die vielfältigen Snacks – frisch und handverlesen – vorbereitet.
Für Bäckereien ist es momentan sehr schwer, Auszubildende zum Bäcker zu finden. Umso dankbarer ist die Bäckerei Rutz für ihre vier Auszubildenden, die mit großem Interesse und Freude ihre Ausbildung absolvieren.
Nach der Besichtigung begrüßte auch Eugen Rutz, Vater von Alexander, seine Besucher und Herr Dr. Schmidt-Eisenlohr und Herr Hahn bedankten sich auch bei ihm für den interessanten Einblick in seinen Betrieb.
Auf die Frage von Herrn Hahn, wie sich der Markt für die Bäckereien im Hinblick auf das Backangebot der Discounter entwickelt habe, meinte Herr Rutz, dass sich die anfängliche Euphorie für die Discounter wohl gelegt habe und er eine langsame Rückbesinnung auf die Bäckerei vor Ort verspüre. Jahrelang hat die Bäckerei Rutz auch Kantinen oder sonstige Großabnehmer beliefert. Für diese zähle jedoch mittlerweile nur der günstige Preis und nicht die Qualität, sodass die Firma Rutz im Moment nur die eigenen Filialen beliefert. Eine diesbezügliche Anregung gab er den beiden Politikern mit auf den Weg. Es sollte gesetzesmäßig eine Qualifizierung auf dem Lebensmittelmarkt geben und die Ausschreibungen sollten so angepasst werden, dass auch regionale Produkte eine Chance haben.
Einen weiteren großen Verwaltungsaufwand sieht die Firma Rutz in der Klassifizierung ihrer Auslieferungsfahrer in „Fernfahrer“ wegen der Lkws über 3,5 t. Die Lenk- und Ruhezeiten müssen diesem Gesetz folgen, obwohl kein Auslieferungsfahrer überhaupt jemals vier Stunden ununterbrochen am Steuer sitzt. Deshalb war die Anregung an Herrn Dr. Schmidt-Eisenlohr und Herrn Hahn, diese Auslieferungsfahrer auf die „Handwerkerregelung“ umzustellen.
Gleichzeitig wies Herr Rutz auf die verhältnismäßig vielen Einbrüche in der letzten Zeit in unserer Region hin, von denen auch seine Bäckereien in Walldorf, Baiertal und am Bahnhof Wiesloch-Walldorf nicht verschont geblieben sind. Herr Dr. Schmidt-Eisenlohr bestätigte die Aufstockung der Polizei in den letzten Jahren, aber in der jetzigen Situation fehlten leider immer noch Tausende von Polizeibeamten.
Herr Roland Waldi informierte, dass der vor 25 Jahren gegründeten „Marktgemeinschaft Kraichgaukorn“ insgesamt 32 Bauern angehören, die ihre Getreidesorten Weizen, Roggen, Dinkel, Einkorn und Emma natürlich biologisch und damit auch ungespritzt anbauen. Durch die kurzen Wege vom Bauern zur Mühle und dann zur Bäckerei haben die Bauern den Vorteil eines hohen Auszahlungspreises.

Herr Dr. Schmidt-Eisenlohr und Herr Hahn dankten Eugen und Alexander Rutz, beide neben Oliver Rutz und Tobias Knittel Geschäftsführer der Bäckerei Rutz GmbH, für den interessanten frühen Vormittag. Zusammen mit Roland Waldi besichtigten sie anschließend noch dessen Kraichgaukorn-Hof in Nußloch-Maisbach.

Fotos und Text: BBinz

Veröffentlicht am 22. Januar 2016, 06:00
Kurz-URL: https://www.wiwa-lokal.de/?p=155402 

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