„innoWerft“ auf hoffnungsvollem Kurs

Gemeinderat bewertete erste Jahresabschlüsse
Über das Prädikat „Best of 2015“ des Innovationspreises IT der Initiative Mittelstand können sich die Walldorfer „innoWerft“ und vier ihrer Start-up-Unternehmen freuen. Dieses Prädikat würde der Walldorfer Gemeinderat dem in Walldorf angesiedelten Technologie- und Gründerzentrum in finanzieller Hinsicht zwar noch nicht verleihen, sieht den „Business Inkubator“ aber auf einem vielversprechenden Weg.
Branchentypischer Start
In der Sitzung des Gemeinderats am 12. Mai stellte der städtische Kämmerer Boris Maier dem Gremium die Jahresabschlüsse für 2012 und 2013 der 2011 an den Start gegangenen „innoWerft“ vor. 2012 war das erste vollständige Geschäftsjahr der Stiftung GmbH, an der die Stadt Walldorf und die SAP SE mit jeweils 42,5 Prozent und das Forschungszentrum Informatik (FZI) Karlsruhe mit 15 Prozent beteiligt sind. „Was lange währt, wird endlich gut“, meinte Maier angesichts des erst jetzt vorgelegten Berichts. Die Prüfung der Zahlen für die beiden Geschäftsjahre hatte ein externes Wirtschaftsprüfungsunternehmen vorgenommen. Für 2012 verzeichnete es einen Fehlbetrag von knapp 314.000 Euro. Darin enthalten ist ein Verlust aus der Anfangsphase im Jahr 2011 von 21.500 Euro. 2012 wurden erste Umsätze aus der Beratungstätigkeit erzielt in Höhe von rund 23.700 Euro. Die Zinseinnahmen beliefen sich auf knapp 12.700 Euro. Auf der Ausgabenseite wurden 2012 124.000 Euro für Personalkosten verzeichnet sowie 125.000 Euro für die Miete der Räume im Partner-Port. 2013 wurden bereits höhere Umsätze erwirtschaftet. Sie stiegen auf 105.000 Euro. Diese resultierten, so Boris Maier, aus den zunehmenden Beratungs- und Coachingdienstleistungen für Gründer und Unternehmen. Die Zinseinnahmen machten rund 36.000 Euro aus. Die Kosten für das Personal stiegen 2013 auf 193.000 Euro, die Miete auf 128.000 Euro. Der Jahresfehlbetrag „verbesserte“ sich auf 298.000 Euro. Boris Maier erläuterte, dass die Fehlbeträge für die ersten beiden Geschäftsjahre branchentypisch seien und prognostizierte für 2014 einen niedrigeren Verlust. Die Geschäftsführung der „innoWerft“ gehe zukünftig von zehn neuen Start-up-Initiativen im Jahr aus, berichtete Maier.
„Strategie noch schärfen“
„Wir haben schon lange auf die Jahresabschlüsse gewartet“, stellte Stadtrat Werner Sauer (CDU) fest. Er bat daher darum, die Abschlüsse künftig zeitnah vorzulegen. Als Laie könne er nicht feststellen, wie erfolgreich die „innoWerft“ sei und verlasse sich auf die Prüfer. In der Anfangsphase könne man natürlich „keine Wunder erwarten“, meinte er. Die Zahl der Start-up-Unternehmen sei sicherlich noch steigerungsfähig, fand Sauer, der es als wichtiges Ziel ansah, die Unternehmen vor allem an Walldorf zu binden. Man müsse die Ansiedlung in Walldorf interessant machen, sagte auch Dr. Andrea Schröder-Ritzrau (SPD). Es sei wichtig, Investoren für die Frühphase zu finden. Sie hatte von der „innoWerft“ einen positiven Eindruck und lobte das ganzheitliche Konzept des Coachings. Gewinnmaximierung und Rendite hätten hier nicht die höchste Priorität. Der Lagebericht hätte ergeben, dass die Strategie geschärft worden sei und noch weiter geschärft werde, stellte sie fest. Schröder-Ritzrau hoffte auch, dass die „innoWerft“ mit den speziellen Gegebenheiten vor Ort ihren Bekanntheitsgrad bei Gründungswilligen, Investoren und auch in der Bevölkerung noch erhöhen werde. Hans Wölz (Bündnis 90/Die Grünen) orientierte sich an dem „Prinzip Hoffnung“. Man gebe Entwicklungshilfe für Entwicklungsideen und habe Wagniskapital in die Waagschale geworfen. Man sei bewusst ein Risiko eingegangen und könne auch scheitern. Fredy Kempf (FDP) mahnte ebenfalls die zeitnahe Vorlage der Jahresabschlüsse an und konnte ansonsten für seine Fraktion zustimmen.
Der Gemeinderat gab einstimmig die Empfehlung an Bürgermeisterin Christiane Staab als Vertreterin der Stadt Walldorf in der Gesellschafterversammlung der „innoWerft“, die Jahresabschlüsse festzustellen und den Vortrag der Fehlbeträge von 2012 und 2013 auf neue Rechnung zu beschließen.

Logo innoWerftWissenswertes zur „innoWerft“
Technologie- und Gründerzentrum Walldorf Stiftung GmbH, Sitz: Altrottstraße 31

Die „innoWerft“ versteht sich als „Business Inkubator“ und fördert innovative Firmengründungen und junge Unternehmen aus dem Bereich der Schrittmacher- und Zukunftstechnologien als Coach und gegebenenfalls auch als Mitgründerin. Die „innoWerft“ will die Wirtschaft in Nordbaden und vor allem den Wirtschaftsstandort Walldorf fördern.

Beteiligung
Stadt Walldorf 42,5 Prozent
SAP SE 42,5 Prozent
FZI Karlsruhe 15,0 Prozent

Einige der aktuellen Start-ups
Conis Risk Consulting
eiKard GmbH
Epatronic
Health CoCon
Mojo Lab GmbH (Spendenheld)
mySpotWorld
(Green Nature Lab GmbH)
NTS Nano Technology Solar
Revoprint
Story Lorry GmbH

Beirat
Prof. Dr. Dr. Wolffried Stucky, FZI
Peter Rasper, SAP SE
Dr. Hans-Jörg Stotz, SAP SE
Monika Mundkowski-Vogt,
Ministerium für Finanzen und Wirtschaft Baden-Württemberg
Dr. Andrea Schröder-Ritzrau, Stadträtin Stadt Walldorf
Marc Massoth, Wirtschaftsförderer Stadt Walldorf

www.innowerft.com

Text und Foto: Stadt Walldorf

Veröffentlicht am 2. Juni 2015, 06:00
Kurz-URL: https://www.wiwa-lokal.de/?p=115904 

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