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Landesprogramm zur Qualitätserfassung zeigt lokale Potenziale und Defizite

„Das Ganze ist als Einstieg zu sehen“, sagt Jan Hauenstein vom Büro Planersocietät. „Viele der Maßnahmen sind nur in Zusammenarbeit mit externen Akteuren möglich.“ Im Ausschuss für Technik, Umwelt, Planung und Verkehr stellt Hauenstein die Ergebnisse der „Qualitätserfassung Ortsmitte“ vor. Dabei handelt es sich um ein landesweites Programm des Verkehrsministeriums, mit dem bis zum Jahr 2030 in Baden-Württemberg 500 lebendige und verkehrsberuhigte Ortsmitten geschaffen werden sollen. Walldorf wurde bereits Ende 2022 für eine Pilotphase ausgewählt. Mit den Untersuchungen hat das Land das Büro Planersocietät beauftragt, das in der Astorstadt auch bereits am Fußverkehrs-Check gearbeitet hat und aktuell das Fußverkehrs-Konzept erstellt.

Die Qualitätserfassung soll, so Hauenstein, „lokale Potenziale und Defizite“ aufzeigen. Ziel seien „schnelle Impulse als Start für eine lebendige Entwicklung“. Betrachtet wurde die Ortsdurchfahrt, also nicht etwa die Hauptstraße, sondern der Bereich rund um die Drehscheibe – die Nußlocher Straße ab der Mozartstraße, die Bahnhofstraße bis zur Schulstraße und auch ein Abschnitt der Schwetzinger Straße. Nach dem vorgegebenen Bewertungskompass habe Walldorf „sehr gut abgeschnitten“, sagt der Verkehrsplaner. Dass die Stadt in den Kategorien ÖPNV, Aufenthaltsqualität sowie Ortsbild und Nutzungen sechs von sechs Punkten erhalten hat, bedeute allerdings nicht, dass alles perfekt sei, schränkt er ein. Immerhin: Auch im Vergleich mit anderen Kommunen sei das Ergebnis „ordentlich“. In der Kategorie Radverkehr gibt es 4,5 von sechs Punkten, beim Fußverkehr nur 2,5 – er wird dann auch als „größtes Handlungsfeld“ angesehen. Insgesamt zeige die Qualitätserfassung aber, „dass die Ortsmitte Walldorf mit der Umsetzung des Drehscheibenplatzes und der Aufwertungen im Bereich des Lindenplatzes in den vergangenen Jahren insgesamt durchaus positiv fachlich zu bewerten ist“. Deshalb würden von den Fachplanern auch keine Großmaßnahmen vorgeschlagen.

Mit insgesamt 15 Handlungsimpulsen werden Mängel beschrieben und Lösungen vorgeschlagen. Dazu zählt die Behebung des Konflikts auf der Drehscheibe zwischen Fußgängern und Radfahrern. Ein Beitrag sollen Radverkehrspiktogramme auf der Fahrbahn der Drehscheibe sein, um die Führung des Radverkehrs zu verdeutlichen und die Konflikte auf dem Platz zu verringern. Hier kann sich der Planer auch „bauliche Elemente“ auf der Drehscheibe vorstellen, um ein Queren des Platzes mit dem Rad weniger attraktiv zu machen.
Wie in der Schwetzinger Straße bereits verwirklicht, werden zur Erhöhung der Sicherheit der Radfahrer im Mischverkehr Sicherheitstrennstreifen entlang der Längsparkplätze in der Nußlocher Straße vorgeschlagen. Um das Queren für den Fußverkehr sicherer zu machen, wird für den Bereich der Drehscheibe eine Reduzierung der Geschwindigkeit auf Tempo 20 empfohlen. Fußgängerüberwege werden in den drei Kreisverkehrsarmen der Schulstraße, südlichen Bahnhofstraße und Oberen Grabenstraße empfohlen. Den bestehenden Zebrastreifen in der nördlichen Bahnhofstraße in Richtung Kreisverkehr zu verlegen, werde dagegen seitens der Stadtverwaltung kritisch gesehen.

 

 

Einige seien von den insgesamt positiven Aussagen der Qualitätserfassung zur Ortsmitte „vielleicht überrascht“ worden, mutmaßt Manfred Zuber (SPD). Dass die Drehscheibe „ein Knackpunkt für den Verkehr“ sei, habe man vorher gewusst. „Tempo 20 ist eine gute Idee“, allerdings sei er skeptisch, ob der Landkreis in diesem Punkt mitgehe. Auch gegen die Drehscheiben-Querung durch „radrasende Leute“ müsse man „etwas machen, das kann so nicht weitergehen“.
Maximilian Himberger (Bündnis 90/Die Grünen) sieht „ganz gute Punkte“, die mit der Untersuchung geliefert werden. Er ist aber tatsächlich „überrascht und irritiert“, wie das Büro in der Kategorie „Aufenthaltsqualität und Grün“ auf sechs von sechs Punkten kommt. „Haben Sie da den Weihnachtsbaum mitgezählt?“, fragt Himberger.
Viele der Ergebnisse seien bereits bekannt, sagt Günter Lukey (FDP) und meint: „Entweder es ist lebendig oder verkehrsberuhigt.“ Seine Fraktion würde rund um die Drehscheibe nicht Tempo 20, sondern sogar Schrittgeschwindigkeit vorschlagen. Der Zebrastreifen am Jump werde gebraucht, deshalb glaube er nicht, dass dieser verlegt werden kann.

Auf Nachfrage aus dem Gremium erklärt Stadtbaumeister Andreas Tisch, dass die Ergebnisse in die weiteren Planungen und Überlegungen auch gegenüber dem Straßenverkehrsamt des Landkreises einfließen werden. „Entscheiden müssen dann die Gremien“, sagt er.

 

Text und Fotos: Stadt Walldorf

 

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