Maßnahmen sollen Walldorf noch fußgängerfreundlicher machen
Der Gemeinderat hat in seiner jüngsten Sitzung einstimmig das Fußverkehrskonzept beschlossen. „Das ist ein Gerüst, kein starres Konzept“, machte Stadtbaumeister Andreas Tisch deutlich. Es umfasst eine Analyse der Ist-Situation des Fußverkehrs, die Zielsetzungen und Handlungsempfehlungen für die Zukunft, geplante Maßnahmen und ihre Priorisierung für die nächsten Jahre. „Der Maßnahmenkatalog listet sehr viele Dinge auf“, sagte Tisch mit Blick auf insgesamt 62 Empfehlungen, die von kleineren baulichen Eingriffen bis hin zu Daueraufgaben reichen. Dabei wolle man aber immer auch überprüfen, welche Maßnahme welche Wirkung erziele – ein Evaluationsbericht soll 2030 vorgelegt werden. Ziel ist und bleibt, das Zufußgehen in Walldorf voranzubringen und zu stärken.
Der Stadtbaumeister ging auf den „intensiven“ Prozess ein, seit sich die Stadt 2023 gemeinsam mit dem Büro Planersocietät auf den Weg gemacht hat, um das Fußverkehrskonzept auszuarbeiten. Es wurden unter anderem Gehwegbreiten, Querungsmöglichkeiten, Aufenthaltsqualitäten und Unfälle mit Fußverkehrsbeteiligung untersucht, Erreichbarkeitsanalysen erstellt und die allgemein bevorzugten Wege ermittelt. „Wir haben eine Netzkonzeption mit Haupt- und Nebenrouten entwickelt“, sagte Tisch. Die Öffentlichkeit habe man durch einen Auftaktworkshop, einen Online-Dialog und den Arbeitskreis Nahmobilität beteiligt. „Leuchtturmprojekt“ sei die Sommerstraße gewesen, mit der die vordere Hauptstraße für rund vier Monate fußgängerfreundlich umgestaltet worden war.
Im „10-plus-10-Punkte-Programm“ werden die Zielsetzungen und dazu gehörigen Handlungsempfehlungen für den Fußverkehr aufgezeigt. Zu den Zielen gehören beispielsweise die „Stadt der kurzen Wege“, eine Stärkung der Verkehrssicherheit oder eine Erhöhung der Aufenthaltsqualität. In den Handlungsempfehlungen zur Erreichung dieser Ziele geht es unter anderem um ausreichende Gehwegbreiten, sicheres Queren oder Qualitätsstandards für die unterschiedlichen Routen. Das soll „Orientierung für die Planungen“ geben, so der Stadtbaumeister. Mit fünf Mustermaßnahmen, die auf konkrete Beispiele Bezug nehmen und von der Optimierung der Fußgängerüberwege an Kreisverkehren bis hin zur Neuregelung von Einbahnstraßen reichen, wurden beispielhaft verschiedene Ansätze entwickelt, „die man auf andere Situationen übertragen kann“, so Tisch.
„Wir wollen sicher, barrierefrei und in einer attraktiven Umgebung unser Ziel erreichen“, sagte Petra Marx (CDU). Mit dem Konzept habe man „eine belastbare Grundlage“, um den Fußverkehr dauerhaft zu stärken und zugleich eine „ausgewogene, zukunftsfähige Mobilität für alle Verkehrsteilnehmer zu sichern“.
Petra Wahl (SPD) sieht im Konzept einen „Kompass, der Richtung gibt, ohne dass uns das Steuerrad aus der Hand genommen wird“. Ihrer Fraktion sei wichtig, dass alle Verkehrsteilnehmer gleichberechtigt seien und dass in die künftigen Überlegungen die Bürgerschaft weiter mit Workshops oder Begehungen eingebunden wird.
Günter Lukey (FDP) sagte, Gehen sei die natürlichste Fortbewegung des Menschen, gleichzeitig zählten Fußgänger aber „zu den besonders gefährdeten Gruppen“ im Straßenverkehr, die man schützen müsse. „Besonders positiv sehen wir die Rückmeldungen zur Sommerstraße“, betonte er.
Für Wilfried Weisbrod (Bündnis 90/Die Grünen) zeigt das Konzept, „wo wir noch Potenziale haben und Verbesserungen brauchen“. Wichtig sei, dass die Bürger ihren Input einbringen und eine zusätzliche Perspektive aufzeigen können.
Das machte auch sein Fraktionskollege Maximilian Himberger deutlich: Vor allem die Vor-Ort-Termine sollten weiter durchgeführt werden, um zu erfahren, „wo es denn brennt“.
Text und Fotos: Stadt Walldorf














