Ein Wieslocher Traditionsunternehmen schließt nach über 90 Jahren

„Sad but true – time to say: good bye“

(rp) Wiesloch 01.12.2019 – Uhren und Schmuck Brenner wurde von Franz Dangel Mitte bis Ende 1920 gegründet. Das Geschäft wurde von Rolf  und Anneliese (geb. Dangel) mit einer zusätzlichen Optikabteilung weitergeführt und 1993 von dessen Sohn Ralf Brenner als Juweliergeschäft umgebaut.

Nach etwas über 90 Jahre in Wiesloch, schließt das Unternehmen und es findet bereits der Ausverkauf statt.

„Herzlichen Dank sagen möchte ich all unseren langjährigen, treuen Kunden, die uns über all die Jahre begleitet haben und während dieser Zeit ein enges,  freundschaftliches Verhältnis entstanden ist. Während der ersten Abverkaufs Wochen bin ich von vielen Kunden angesprochen worden, die überrascht und zugleich sehr bestürzt über die Schließung der Firma Brenner sind.  Bei fast alle Gesprächen gingen die Kunden davon aus, dass teilweise die Infrastruktur der Stadt, aber ganz besonders das Internet uns unserer Geschäftsgrundlage beraubt hat und ein weiteres Betreiben des Geschäftes sich sicherlich nicht mehr lohnen würde. Dem muss ich ganz deutlich widersprechen, denn das Gegenteil ist der Fall. Unsere Kundenfrequenz und auch unser Umsatz ist seit Jahre stabil und auch die Werkstatt arbeitet seit langen an ihren Grenze des zu verarbeitenden Reparaturaufkommens.“ erklärt Ralf Brenner.

„Wenn ich allerdings die letzten  5 Jahre zurückblicke, sehe ich eine Zeit, die sich ständig weiter bewegt  und vor allem immer schneller verändert und leider auch immer häufiger den negativen Einflüssen unterliegt. Das partnerschaftliche Verhältnis zu den Zulieferfirmen verändert sich, sodass es zunehmend schwieriger wird dem Kunden gerecht zu werden. Ebenso werden Kundenvorstellungen immer ausgefallener und gezielter, und dadurch auch immer schwieriger zu realisieren. Veränderung findet auch in der Personalstruktur statt, durch das Erreichen des Rentenalters unsres Uhrmachers  und Frau Schuhmacher , die seit Ihrer Ausbildung bei der Firma Brenner mit großem Engagement allen Kunden ein persönlicher Ansprechpartner ist. Hier müsste nur ein adäquater, personeller Ersatz gefunden werden, was fast unmöglich ist.“ so Brenner.

Ebenso müsste er ein komplett neues Warenwirtschaftssystem einführen was mit dem Austausch aller Computern und Kassentechnik einhergehen würde, denn das Finanzamt stellt ab nächstem Jahr neue Anforderungen an Unternehmen wie diesen.

Auch die Anforderungen mancher Kunden verändern sich, ein computergesteuerter Trauring Konfigurator.

An diesem Punkt stellte sich Herrn Brenner die Frage, ob er mit enormem finanziellem Aufwand und zukünftig mit noch größerem Zeitaufwand sich all diesen neuen Herausforderungen stellen möchte.

Ralf Brenner

Ralf Brenner

„Damit eine  Firma erfolgreich am Markt bestehen kann, bedarf es einem eingespielten Team welches, wie Zahnräder in einem Uhrwerk, perfekt aufeinander abgestimmt ist. In diesem Getriebe ist es leider nicht möglich, dass sich ein Zahnrad (in diesem Fall ich persönlich) zukünftig langsamer dreht, was von mir angestrebt ist, da der Kunde (vom Internet verwöhnt) die Geschwindigkeit vorgibt. Da ich keinen Nachfolger habe und auf Dauer meine bis zu 50 Stunden Woche reduzieren möchte, bitte ich all unsere Kunden um Verständnis für die getroffene Entscheidung.“

P.S. Zwei langjährige, zuverlässige Mitarbeiterinnen würden sich über ein Jobangebot freuen.

 

 

Veröffentlicht am 1. Dezember 2019, 15:44
Kurz-URL: https://www.wiwa-lokal.de/?p=277305 

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