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Starker Fahrgastrückgang – Gemeinderat befürwortet Ausgleichszahlungen

Mit einer Krise, wie sie der Coronavirus ausgelöst hat, konnten auch die Verkehrsunternehmen im Verkehrsverbund Rhein-Neckar (VRN) nicht rechnen.

Unverzichtbar: die Linienbusse (Foto: Pfeifer)

Im Gemeinderat berichtete Bürgermeisterin Christiane Staab am 5. Mai, dass der VRN deutlich zurückgegangene Fahrgastzahlen habe und damit ein großer Teil der Einnahmen fehle. Sie machte deutlich, dass von Seiten der Stadt alles Mögliche getan werden sollte, um auch künftig kontinuierlich einen funktionierenden ÖPNV zu gewährleisten.
Der Gemeinderat stimmte zu, für den Ausfall im März und April überplanmäßig 61.000 Euro bereitzustellen.
Aus dem Bericht des VRN geht hervor, dass nach der Schließung der Schulen die Fahrpläne der Busse stark reduziert, der Fahrscheinverkauf bei den Fahrern wegen des Infektionsrisikos und ebenso die Fahrscheinkontrollen eingestellt wurden. Zeitversetzt gingen Kündigungen bei den Zeitkarten-Abonnements ein.
Laut VRN ergaben sich für März und April geschätzte Zuschusserhöhungen für die Kommunen des Rhein-Neckar-Kreises in Höhe von rund 1,2 Millionen Euro. Für Walldorf ergab sich für die beiden Monate der Ausgleichsbetrag von 61.000 Euro.
Die tatsächlichen Mindereinnahmen kann der VRN nur Monat für Monat, frühestens sechs Wochen nach Monatsende, konkret beziffern.
Übereinstimmend meinten die Sprecherinnen und Sprecher der Gemeinderatsfraktionen, dass man auch nach der Corona-Krise auf das bewährte ÖPNV-System zurückgreifen und es daher nun unterstützen wolle, unabhängig davon, ob nachträglich noch Zuschüsse vom Land kämen. Derzeit fordern die kommunalen Landesverbände beim Land einen ÖPNV-Rettungsschirm. Ob diese Forderung von Erfolg gekrönt sein wird, ist fraglich.

„Wir wollen auch nach der Krise einen leistungsfähigen öffentlichen Nahverkehr“, meine Stadtrat Uwe Lindner (CDU). Die Verkehrsunternehmen könnten die Verluste nicht auffangen. Er betonte, dass auch das Land in der Pflicht sei, den Busverkehr zu stärken. Vermutlich müsse man den ÖPNV auch nach der Krise noch unterstützen, so Lindner.
„Wir sind solidarisch mit den anderen Kommunen“, erklärte Stadträtin Dr. Andrea Schröder-Ritzrau (SPD), für die ein „einseitiges Ausscheren“ als „rückwärtsgewandt“ nicht in Frage kam. Der ÖPNV gehöre zur Daseinsvorsorge und schließlich habe niemand Schuld an der Krise. Der öffentliche Nahverkehr sei auch für Nachhaltigkeit, Klima- und Umweltschutz wichtig. Bei den 61.000 Euro werde es nicht bleiben, prognostizierte sie.
Für Stadtrat Maximilian Himberger (Bündnis 90/Die Grünen) war klar, dass der ÖPNV die Krise überstehen müsse. Die Schülerinnen und Schüler müssten ja in die Schule kommen, was mit einem reduzierten Angebot nicht möglich sei. Auch im Rahmen des Mobilitätspakts sah er Walldorf in der Pflicht, das Geld bereitzustellen.
„Wir brauchen den Busverkehr“, stellte Stadträtin Dagmar Criegee (FDP) fest. Auch sie war sich sicher, dass für den Monat Mai ebenfalls eine Forderung kommen werde.

Text: Stadt Walldorf

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