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Vernissage DAZWISCHEN am 08. Mai 2026

2. Mai 2026 | > Walldorf, Allgemeines, Das Neueste, Kultur & Musik, Kunst für Walldorf

 

Readymades, Objekte und Malerei von Peter Maschke und Roland Radenz

Der Kunstverein Walldorf lädt herzlich ein zur Vernissage der Ausstellung am Freitag, den 08. Mai 2026, 19 Uhr, in der Galerie Alte Apotheke.
Stefan Kunze führt in die Ausstellung ein. Musikalisch wird sie umrahmt von Adax Dörsam, Saitenspezialist.

Der Kunstverein Walldorf präsentiert zwei zeitgenössische künstlerische Positionen, die beide ihre Wurzeln in der Kunst am Anfang des vorigen Jahrhunderts haben. 
Damals wurden mit den ersten malerischen Abstraktionen und der Aufwertung alltäglicher Gegenstände zu Kunstobjekten, den Readymades, Kunstrichtungen initiiert, die bis heute unterschiedlich variiert und in ihren Bedeutungen oftmals abgewandelt, ihren großen Einfluss in der aktuellen Kunst behaupten. Indem die bildnerischen Mittel wie Farbe, Form und Materialien von ihrer gegenständlichen Bedeutung und historisch gewachsenen Inhalten befreit werden, emanzipieren sie sich von diesen Bindungen und gewinnen im bildnerischen Kontext neue Möglichkeiten.
Diesem Prozess des Wandels, des Übergangs von einem Zustand in einen ganz anderen – auch unerwarteten, unplanbaren und nicht erwartbaren widmen sich die beiden Künstler Peter Maschke und Roland Radenz und untersuchen die Mechanismen der Veränderungen im Zwischenraum der möglichen Zustände.

Das DAZWISCHEN, Thema der Ausstellung, ist nach ihrer Einschätzung ein spannender Ort, „ein Schwellenraum – ein Bereich des Übergangs, in dem Bedeutungen nicht festgelegt sind, sondern sich durch Kontext, Beziehungen und Wahrnehmungen verschieben“. 
Nach Auskunft der beiden Künstler sehen sie das DAZWISCHEN folglich nicht als leeren Ort, „sondern als aktive Zone, in der sich Ordnungen lösen und neuformieren“. Hier ist alles möglich, hier kann das spielerisch-kreative Gestalten ansetzen, hier können herkömmliche Konnotationen und tradierte Gewohnheiten und Zuordnungen in Frage gestellt werden. Hier können Gegenstände, Alltagsobjekte, Gebrauchsgegenstände, Werkzeuge oder Maschinen von gewohnten Funktionen befreit und umgedeutet werden, wie in Peter Maschkes „Bunny-Killer“ in der Abbildung oben. 

 

„Malerische Prozesse“, sagt Roland Radenz, „reagieren auf Raum, Material und vorgefundene Objekte und gewinnen durch Verschiebung ihres Kontextes eine veränderte Bedeutung“. Konstruktivistische, geometrische und mathematische Ideen verändern die klassische Malerei.

Ein Pattern System wie in „Azulejos, Bilbao“ kann aus der Betrachtung eines spanischen Fliesenbodens entstehen und sich in eine mathematische Struktur digitaler Pixel verändern, kann sich in Richtung der Konkreten Kunst bewegen, kann den Malduktus und die Materialität der Farbe als Ziel künstlerischen Schaffens definieren. Diese Verwandlungen werden zu einer Art der Rehabilitation der Stofflichkeit von Farbe und der malerischen Geste, die noch bis ins 19. Jahrhundert der Darstellung des Gegenstandes, der Erzählung von Geschichte und Mythen untergeordnet war.

Bei Peter Maschke tragen auch die Titel einen Teil der Emanzipation der Objekte des alltäglichen Lebens. Spielerisch werden sie aus Filmen und von Musikstücken ironisierend und provozierend genutzt und abgewandelt, wie bei der Maschine „Lost in calculation“. Alte Werkzeuge können mit Bezug zur „großen Kunst“, wie im Beispiel „King and Queen, Hommage an Henry Moore“, ein neues Leben beginnen. Der Künstler sieht darin auch die Aufwertung der autonom gewordenen Objekte, die „jetzt ihre Geschichte von Arbeit, Körper und Raum erzählen“. Dazu bedarf es nur einer kleinen Veränderung: Das gefundene Objekt, das „0bjet trouvé“, wird aus dem Raum des Alltags in den des Museums transferiert, um seine Bedeutung zu erweitern und Schönheit zu gewinnen.
Text: Hartmuth Schweizer

Info:
Die Ausstellung ist geöffnet vom 08. bis 25. Mai sonn- und feiertags von 14 Uhr bis 17 Uhr und nach Vereinbarung (06227-2526).
Sie findet an zwei Ausstellungsorten statt:
Galerie Alte Apotheke, Hauptstr. 47, und schräg gegenüber in der ehemaligen Synagoge, Albert-Fritz-Str. 7

 

 

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