Kreativität, Strukturierung und Recherche sind wichtige Elemente im Alltag von Autoren sowie Autorinnen. Nicht vielen Menschen gelingt es, die Schreiberei zu ihrem Beruf zu machen, doch der Traum, eines Tages ein Buch zu verfassen, ein Theaterstück zu inszenieren oder für eine Zeitung zu schreiben, ist bei vielen kreativen Menschen fest verankert. Lorena Müller hat sich ihren Wunsch erfüllt, ihre Kreativität beruflich einbinden zu können. Wir hatten die Gelegenheit, Frau Müller zu interviewen und Näheres aus ihrem Arbeitsalltag als Texterin zu erfahren. Die 1989 geborene Autorin aus Siegen hat uns dabei einen persönlichen Einblick in ihren Beruf gegeben.
Übrigens: Lorena Müllers Dienste als Texterin können auch von Unternehmen aus der Region Wiesloch/Walldorf gebucht werden. Zum Abschluss des Interviews finden sich hierfür die entsprechenden Kontaktdaten.
Frau Müller, der Beruf der Autorin ist ja nicht alltäglich. Wie sind Sie dazu gekommen, sich dafür zu entscheiden, die Schreiberei als Beruf zu wählen?
Lorena Müller: Ich habe schon immer gern gelesen und bereits vor der Grundschule mit meiner Urgroßmutter lesen gelernt. Das war das Märchenbuch der Gebrüder Grimm – damals hieß ich passenderweise auch noch so. In der Grundschule gab es dann früh ein Magazin für meine Freundinnen mit Berichten über Tiere und was so in der Schule und Freizeit passiert ist. Da haben schon alle gedacht, dass ich mal in die Richtung gehe. Nach meinem Praktikum bei einer Zeitung wollte ich auch unbedingt Journalistin werden, doch mein damaliger Chef warnte mich vor der „brotlosen Kunst“ – ein Zitat, das ich nie vergessen habe. Also habe ich mich auch in Richtung Werbetexte, Marketing vorbereitet, zuletzt mit einem Nebenjob während des Studiums im Bereich Software-Entwicklung. Pünktlich zur Selbstständigkeit nach dem Master hatte ich das Glück, relativ schnell eine große Agentur zu erreichen, für die ich dann sehr viel geschrieben habe. Leider ist das durch die KI extrem eingebrochen, sodass heute wieder vermehrt journalistische Artikel auf dem Plan stehen. Ich würde aber sehr gern wieder zusätzlich in Richtung Werbung ausschweifen.
Was macht für Sie den Alltag einer Texterin besonders?
Lorena Müller: Mein persönlicher Alltag ist geprägt von der freien Zeitwahl für die Ausübung meiner Tätigkeit. Das ist aus gesundheitlichen Gründen sehr wichtig für mich, da ich an extremer Insomnie leide, deren Grund seit 13 Jahren unbekannt ist. Ich wurde in einer Schlafklinik als „extremer Abendmensch“ klassifiziert und mir wurde dringend dazu geraten, meinen Tagesrhythmus diesbezüglich so weit wie möglich anzupassen. Heißt also: Während andere schon schlafen, tippe ich auf Hochtouren – und bin dafür morgens im Grunde vor 10, 11 Uhr nicht ansprechbar. Das hat aber zum Glück noch keinen Kunden gestört, da ich Deadlines natürlich penibel einhalte. Ich gebe immer gern lange vor dem Endtermin ab, um keinen Stress zu haben. Das Motto ist für mich ganz klar „erst die Arbeit, dann das Vergnügen“. In der Selbstständigkeit als Texterin ist Zeitmanagement sowieso das A und O. Wäre ich ein „ich mache es lieber morgen“-Mensch, würde es nicht funktionieren. Besonders an dem Job selbst ist zudem die große Vielfalt. Es kann sein, dass ich heute über eine Restauranteröffnung schreibe, morgen die Vorzüge von orthopädischen Einlagen in Schuhen erkläre und übermorgen einen Reisebericht von Finnland verfasse. Ich könnte mir nicht vorstellen, für den Rest meines Lebens nur über ein und dasselbe Thema zu schreiben, das wäre mir zu eintönig.
Welche Themen sind Ihre Spezialgebiete und gibt es Themen, über die Sie in der Zukunft gerne schreiben würden?
Lorena Müller: Ich würde behaupten, dass ich mich in fast jedes Themengebiet einarbeiten kann; das hat die Vergangenheit klar gezeigt. So habe ich zum Beispiel im Gartenbereich ein komplettes Schädlingslexikon verfasst, obwohl ich zuvor gar nichts mit Gartenarbeit am Hut hatte. Und ein Kunde äußerte einmal seine Verwunderung darüber, dass ich privat so sehr für Garagentore brenne. Auch da hatte ich mich aber einfach gut vorbereitet und eingelesen, das macht für mich eine gute Texterin aus. Wenn es allzu technisch wird, muss ich aber auch passen. Einmal habe ich für einen Kunden über eine Agentur geschrieben und selber nicht viel verstanden. Ich ging dann davon aus, dass die Agentur die Inhalte noch einmal hinsichtlich ihrer Richtigkeit überprüft. Es stellte sich aber heraus, dass auch die dortigen Mitarbeiter keine fachliche Ahnung hatten – sowas würde ich heute definitiv nicht mehr machen.
Am liebsten schreibe ich für Immobilienmakler, im medizinischen Bereich und Reisetexte. Aus diesen Branchen stammten meine langjährigen Kunden und ich habe auch ein persönliches Interesse daran. Insbesondere die Makleragentur, mit der ich gearbeitet habe, vermisse ich sehr. Da habe ich mir über die Jahre detailliertes Wissen angesammelt, das ich heute noch sofort abrufen kann. Also, liebe Makler: Gerne melden, wenn eure Website eine Erfrischung braucht!
Was unternehmen Sie, um Ihre Fähigkeiten als Autorin fortwährend zu verbessern?
Lorena Müller: Privat habe ich viele Hobbys, die mit Schreiben und Lesen zu tun haben. Angefangen beim klassischen Tagebuch über Scrabble- und Boggle-Abende (das Spiel ist in Deutschland leider recht unbekannt, aber ich kann es sehr empfehlen!) bis hin zu stundenlangen Auszeiten mit einem guten Roman ist eigentlich alles dabei. Und durch mein breit aufgestelltes Tätigkeitsfeld, das aktuell zum Beispiel auch einen Sprachkurs umfasst, lerne ich immer wieder wie nebenbei etwas dazu.
Zudem bitte ich meine Auftraggeber oft um Feedback. Von einigen kommt es sowieso, bei anderen muss man aktiv nachfragen. Klassischerweise gibt es entweder nur dann eine Nachricht, wenn es absolut herausragend war, oder wenn man etwas verbessern soll. Manchmal wird aber auch auf meine Nachfrage eingegangen und ich bemerke Dinge, die mir zuvor nicht aufgefallen sind – das ist dann der berühmte Aha-Effekt.
Sie schreiben auch Texte für die Webseiten von Unternehmen. Wie kann ein Auftraggeber oder ein zukünftiger Interessent Sie am besten erreichen, um eine mögliche Zusammenarbeit im Detail zu besprechen?
Lorena Müller: Ich habe mein geschäftliches Mailpostfach mit meinem Smartphone verknüpft, sodass ich Mails immer zeitnah lese – wenn sie nicht im Spam landen. Das passiert leider ab und zu. Sollte mich also ein Auftraggeber kontaktieren und spätestens nach zwei Werktagen nichts hören, versuchen Sie es gerne nochmal. Ich halte nämlich nichts von dieser neumodischen Art, E-Mails einfach zu ignorieren, wenn sie nicht passen. Zumindest eine freundliche Absage sollte immer drin sein, das gehört einfach zu einer guten Kinderstube.
Auch bei Instagram kann man mich erreichen, dort heiße ich lorenamuellerkreativundtexte. Da schaue ich aber seltener rein als in mein Postfach, weil ich nicht im „Social Media Scrolling“ landen will. Da ist dann schnell mal viel mehr Zeit vergangen, weil man an einem Beitrag hängengeblieben ist.
Obwohl ich für die Zeitung schreibe und diesbezüglich viel telefonieren muss, bin ich übrigens eindeutig der Schreiber; wohl eine Art Berufskrankheit. Deswegen findet sich auch auf meiner Visitenkarte keine Telefonnummer. Wenn sich aus der Anfrage ein konkretes Projekt entwickelt, ist ein Telefonat aber selbstverständlich möglich.
Bieten Sie neben Ihrer Arbeit als Texterin auch andere künstlerischen Dienstleistungen an?
Lorena Müller: Ich würde es sehr gern, da ich leidenschaftlich gerne male und zeichne, aber bisher hat sich daraus noch nichts entwickelt. Wahrscheinlich müsste ich hierfür auch ein Gewerbe anmelden und könnte nicht mehr „nur“ Freiberufler sein.
In meiner Freizeit verbringe ich viel Zeit bei der Keramikmalerei. Das Hobby habe ich zwar erst vor einem Jahr kennengelernt, aber es ist schnell zu einer kleinen Besessenheit geworden, sodass mittlerweile fast jeder im Familien- und Freundeskreis ein persönliches Stück von mir hat. Das Maximum, was diesbezüglich an Aufträge kam, waren „Auftragsarbeiten“ von Freunden, die aber natürlich nicht in Rechnung gestellt wurden.
Grundsätzlich könnte ich mir vieles in der Richtung vorstellen. Ein konkretes Beispiel wäre, ein Buch zu schreiben und dazu auch die Illustrationen zu liefern. Vielleicht ein Kinderbuch, falls es dafür in der KI-Welt überhaupt noch einen Markt gibt. Leider sind ja auch die Grafiker und Illustratoren davon stark betroffen.
Eine persönliche Note: Was bedeutet für Sie das Schreiben als Teil Ihres beruflichen sowie privaten Lebens?
Lorena Müller: Das Schreiben hat mich schon immer begleitet. Ich führe Tagebuch, seit ich sechs bin (das erste ist sehr lustig zu lesen), und hatte schon immer das Bedürfnis, meine Gedanken durch die Schriftform zu ordnen. Denn oft denke ich viel zu viel über alles nach, das muss dann irgendwie raus. Auch in Form von Gedichten oder Liedtexten passiert das ab und an, das ist aber alles nur für mich und nicht für fremde Augen und Ohren bestimmt – außer, wenn mich jemand fragt, ob ich ihm ein Gedicht für einen besonderen Anlass schreibe natürlich.
Im Beruf hoffe ich sehr, dass der KI-Boom wieder abnimmt und die Qualität echter Texterinnen und Texter wieder mehr geschätzt wird. Wenn man früher jemandem erzählt hat, man sei Texter, war das Interesse groß. Heute wird nur mitleidig der Kopf schief gelegt und gesagt „das kann aber doch die KI“. Ich versuche das Thema komplett zu vermeiden, benutze also selbst keine KI – nicht mal zur Recherche. Ich glaube fest daran, dass „echte“ und berührende Texte nicht von einem Computer geschaffen werden können. Und ich wünsche mir, dass die Auftraggeber das auch (wieder) so sehen!
Wie kann ich Kontakt zur Autorin Lorena Müller aufnehmen?
Sie möchten die Autorin Lorena Müller für eine Texterstellung buchen? Dann nutzen Sie die von der Künstlerin vorgegebenen Kontaktmöglichkeiten, um sich über mögliche Kooperationen zu informieren. Nehmen Sie noch heute Kontakt zu Frau Müller auf und lassen sich individuell zu Ihrem Projekt und möglichen Texten beraten.
Lorena Müller – Autorin
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E-Mail: [email protected]
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