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Befragung soll aktuelle Erkenntnisse liefern

Die Stadt Walldorf wird eine Unternehmens- und Eigentümerbefragung durchführen lassen. Das hat der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung einstimmig beschlossen. Dem war ein Antrag der SPD-Fraktion auf Re-Analyse und Neuauflage einer Unternehmens- und Eigentümerbefragung aus dem Jahr 2014 und Erstellung eines Flächen- und Ansiedlungsentwicklungskonzeptes vorangegangen. „Wir schlagen vor, erst die Unternehmensbefragung durchzuführen“, sagte Wirtschaftsförderin Susanne Nisius. „Je nachdem wie die Auswertung ausfällt, könnten wir im zweiten Schritt ein solches Konzept entwickeln lassen.“ Das sah der Gemeinderat genauso, der den Auftrag für Kosten von rund 20.000 Euro an die Gesellschaft für angewandte Kommunalforschung (GEFAK) aus Marburg vergab.

Mit der GEFAK gebe es in der Region bereits gute Erfahrungen, sagte Susanne Nisius, das Büro habe unter anderem für den Rhein-Neckar-Kreis gearbeitet. Die Stabsstelle Wirtschaftsförderung werde den Fragebogen gemeinsam mit dem Dienstleister ausarbeiten. Inhalte sollen unter anderem die Struktur der Betriebe, die Zufriedenheit mit dem Standort, der aktuelle und zukünftige Flächen- und Investitionsbedarf, die Hemmnisse für Entwicklung und Wachstum, die Personal- und Fachkräftesituation sowie die Potenziale für Umnutzung, Erweiterung oder neue Ansiedlungen sein. Angeschrieben werden sollen alle registrierten Unternehmen ab drei Mitarbeitern in den drei Gewerbegebieten (Industriegebiet, Gewerbegebiet West, MetropolPark) sowie die Betriebe in der Innenstadt.

Nachdem die letzte vergleichbare Erhebung aus dem Jahr 2014 stammt, haben sich seither wirtschaftliche Rahmenbedingungen, Flächenverfügbarkeit und Nutzungsstrukturen deutlich verändert. Die Befragung soll nun aktuelle, belastbare und vergleichbare Daten liefern, mögliche Entwicklungshemmnisse und Potenziale konkret benennen, eine fundierte Entscheidungsgrundlage schaffen, ob und wie ein Flächen- und Ansiedlungsentwicklungskonzept sinnvoll ist, und gezielte Maßnahmen der Wirtschaftsförderung ermöglichen. Für die SPD hatte bei der Vorstellung des Antrags im Oktober 2025 Fraktionssprecherin Dr. Andrea Schröder-Ritzrau gesagt, es gehe ihrer Fraktion damit vor allem um die Mittelständler und die kleineren Unternehmen, um diejenigen, die vielleicht nur noch im Industriegebiet wohnen und ihr Unternehmen bereits aufgegeben haben, aber auch um diejenigen, die sich vielleicht mit einer Neustrukturierung oder einem Generationenwechsel befassen, die im Energie- oder Digitalisierungsprozess stehen oder sonst einer Transformation ins Auge sehen.

Die „große Vielfalt“ speziell im Industriegebiet sprach beim jetzigen Beschluss auch Christian Winnes (CDU) an. „Jedes Unternehmen steht vor individuellen Herausforderungen“, sagte er. Der Befragung könne die CDU zustimmen. Entscheidend sei, „dass alle Beteiligten ernsthaft eingebunden werden“, nur dann könne die Befragung „auf einem soliden Fundament stehen“.

Manfred Zuber (SPD) wies darauf hin, dass freie Gewerbeflächen in Walldorf rar seien. „Gerade weil die Stadt keine eigenen Flächen mehr hat, muss sie eng dran bleiben“, sagte er. Mit der vorgeschlagenen Vorgehensweise sehe die SPD ihr Hauptanliegen bestätigt. Sobald die Ergebnisse vorlägen, müsse dann über den möglichen nächsten Schritt entschieden werden.

Dagmar Criegee (FDP) erklärte, ihre Fraktion habe die Befragung kontrovers diskutiert. Der städtische Spielraum sei gering, da die freien Flächen in privater Hand seien. Aufschlussreich wäre aus ihrer Sicht, Rückmeldungen zur ÖPNV-Anbindung der Gewerbegebiete zu erhalten. Außerdem könne man vielleicht auf Grundlage der Ergebnisse die städtischen Förderprogramme an die Bedürfnisse anpassen.

Die schon im Oktober geäußerten Bedenken der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen erneuerte Moritz Winnes. „Ein Konzept ist nicht notwendig“, sagte er. Die Befragung sei aber sinnvoll, dadurch könne die Wirtschaftsförderung ihre Kontakte verbessern und vielleicht auch Flächen vermitteln.

Für Mihriban Gönenç (Zusammen für Walldorf) ist es ein wichtiges Ziel, den Wirtschaftsstandort Walldorf weiter zu stärken. Die Befragung könne „eine fundierte Grundlage“ schaffen, „um weitere Schritte abzuwägen“, sagte sie.

 

Text und Foto: Stadt Walldorf

 

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