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Gemeinderat Walldorf beschließt die Katzenschutzverordnung

26. Juli 2025 | > Walldorf, Allgemeines, CDU Walldorf, Das Neueste, Die Grünen Walldorf, FDP Walldorf, Gemeinderat Walldorf, Politik, SPD Walldorf

 

Katzen sollen sich nicht mehr unkontrolliert vermehren

„Das Ziel ist der Schutz freilebender Katzen“, sagte Alena Müller, die Leiterin des Fachbereichs Ordnung und Umwelt. Sie stellte vor Kurzem im Gemeinderat die neue Katzenschutzverordnung der Stadt vor, die vom Gremium einstimmig beschlossen wurde. Es gehe darum, „die Populationsgröße zu reduzieren und damit einhergehende Krankheiten zu vermeiden“, erläuterte Alena Müller. Die Verordnung beinhaltet eine Kastrations-, Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht für freilaufende Katzen, um eine unkontrollierte Vermehrung zu verhindern und eine einfache Identifizierung der Tiere zu ermöglichen. Sie gilt auch für sogenannte „Halterkatzen“ mit unkontrolliertem Freigang.

Die Verordnung wurde für die gesamte Gemarkung erlassen und sieht auch ein Betretungsrecht von Privatgrundstücken zum Ergreifen von Katzen vor. Dieser Passus wurde laut der Fachbereichsleiterin auf ausdrücklichen Wunsch des Tierschutzvereins Wiesloch/Walldorf und Umgebung aufgenommen und betrifft lediglich geringfügige Eingriffe wie beispielsweise einige wenige Schritte in den Vorgarten. Begründet worden sei es mit der Tatsache, dass Katzen Grundstücksgrenzen nicht beachten und eine effektive Umsetzung der Verordnung sonst nicht möglich wäre. „Das Betreten der Privatgrundstücke würde durch den Tierschutzverein erfolgen“, sagte Alena Müller. Der Verein erhält eine jährliche Fundtierpauschale seitens der Stadt und wird damit auch weiterhin die Tierarztkosten für die Kastrationen freilebender Katzen übernehmen. Die Kastration von Halterkatzen mit unkontrolliertem Freigang sei von den jeweiligen Halterinnen und Haltern selbst zu tragen.

Die Verwaltungsvorlage führte auch Beispiele aus anderen Kommunen auf: So habe die Stadt Eberbach bisher ausschließlich positive Erfahrungen mit der 2024 eingeführten Katzenschutzverordnung gemacht. Negative Rückmeldungen aus der Bevölkerung seien bislang nicht eingegangen und die Zahl der zu kastrierenden Tiere habe sich bereits merklich reduziert. In Wiesloch erfolge die Umsetzung der Katzenschutzverordnung ebenfalls über das Tom-Tatze-Tierheim. Auch hier seien beim Ordnungsamt bislang keine negativen Rückmeldungen erfolgt.

Mathias Pütz (CDU) sah die Verordnung „im Einklang mit den Bedürfnissen des örtlichen Tierwohls“. Ihre einzelnen Elemente seien „plausibel“, zudem hätten „Kommunen im Umland mit ähnlichen Satzungen bereits erfolgreich agiert“. Im Betretungsrecht privater Grundstücke sehe man keine „Unverhältnismäßigkeit“ und gehe von einem „respektvollen Umgang“ aus.

Letzteres sah auch Petra Wahl (SPD) einerseits als „unerlässlich“ an, betonte aber, dass damit „sehr sensibel umgegangen“ werden müsse und es „nur in notwendigem Umfang“ genutzt werden dürfe. Die Verordnung selbst sei „eine sinnvolle Maßnahme“, um das Leid freilebender Katzen zu verringern.

Für die FDP stimmte Paula Glogowski (FDP) zu. Die unkontrollierte Vermehrung wilder Katzen sei „problematisch“, das Betretungsrecht halte ihre Fraktion „für verhältnismäßig und sachgerecht“.

Aus Sicht von Wilfried Weisbrod (Bündnis 90/Die Grünen) belasten freilebende Katzen „die ohnehin knappen Ressourcen des Tierheims“. Die Katzenschutzverordnung sei eine Maßnahme, „die die Tierheime entlastet und den Tierschutz verbessert“.

Trotz des einstimmigen Beschlusses gab es bei diesem Tagesordnungspunkt auch Uneinigkeit im Gemeinderat. Denn üblicherweise wird bereits einige Tage vor der jeweiligen Sitzung im Ältestenrat, einem Gremium aus den Fraktionsvorsitzenden und der Verwaltungsspitze, darüber gesprochen, zu welchen Themen die einzelnen Fraktionen Stellungnahmen abgeben möchten. Zur Katzenschutzverordnung war dieser Wunsch seitens der Grünen allerdings erst am Tag der Sitzung selbst bekannt gegeben worden. „Dies entspricht leider nicht den Gepflogenheiten eines kollegialen Umgangs“, kritisierte Mathias Pütz. Dem konnte sich Paula Glogowski anschließen. Die Information sei „sehr kurzfristig“ gekommen – das mache es berufstätigen Stadträten schwer, noch eine angemessene Stellungnahme zu verfassen. Wilfried Weisbrod sagte, er habe „viele Dinge zu tun“ und die Fraktionssitzung habe erst am Vorabend stattgefunden. „Dann kann ich es nicht schon letzte Woche schicken“, meinte er.

 

Text: Stadt Walldorf

 

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