Walldorf: Stadt setzt auf Sanierungsoffensive

Neues Konzept – Sanierungsförderung für private Gebäude ab 1. Januar 2019 erhöht

„Gute Ideen. Gutes Klima. Walldorf“ – das hat sich die Stadt auf die Fahnen geschrieben. Dazu gehört auch die Sanierungsoffensive, die der Gemeinderat in seiner Sitzung am 27. November einstimmig beschlossen hat.

Die Offensive will im Sinne des Klimaschutzes dazu beitragen, dass noch mehr private Wohngebäude energetisch saniert werden. Wie Klaus Brecht, Leiter des städtischen Fachbereichs Ordnung und Umwelt, in der Sitzung ausführte, zähle die energetische Sanierung des Gebäudebestands zu den wichtigsten derzeitigen Klimaschutzmaßnahmen. Denn private Haushalte verbrauchen etwa 25 Prozent der Endenergie. Etwa fünfzig Prozent des Walldorfer Gebäudebestands stammt aus den Jahren 1958 bis 1978, ist also in die Jahre gekommen und könnte von den städtischen Umweltförderprogrammen profitieren. Ins Visier nimmt die Stadt aber generell alle privaten Gebäude, die vor 1995 gebaut wurden. Die bisherigen „Schwellen“ der Umweltförderprogramme, so Klaus Brecht, sollen nun geebnet werden und dies die Anzahl der sanierten Gebäude, die Anzahl der sanierten Bauteile und das energetische Niveau steigern helfen. Das Sanierungsniveau soll mindestens zwanzig Prozent besser sein, als es die Energie-Einsparverordnung vorgibt. Bis zum Jahr 2025 will die Stadt die jährliche Sanierungsrate von bisher dreißig Gebäuden auf sechzig erhöhen.

Die Fördersysteme für die Dachdämmung, die Außenwanddämmung, die Kellerdeckendämmung, die nur in Verbindung mit einer Außenwanddämmung gefördert wird, sowie die Fenstererneuerung wurden überarbeitet.
Ab 1. Januar 2019 werden die Zuschüsse nicht mehr auf Basis der Fördersätze pro Quadratmeter berechnet, sondern die Berechnung erfolgt anhand der anrechenbaren Kosten und dem Förderanteil. Als Basisförderung gilt weiterhin der 25-Prozent-Förderanteil. Wer aber  innerhalb von zwei Jahren mehr als einen Bauteil energetisch saniert, profitiert von einem um zwei Prozent erhöhten Förderanteil pro weiterem Bauteil. Beim vierten Bauteil liegt dieser also bei 31 Prozent. Zuschüsse werden aber nur gewährt, wenn jeweils ein gesamtes Bauteil saniert wird. Die Förderhöchstbeträge steigen bei der Dach- und der Außenwanddämmumg von 3.000 auf 4.000 Euro, bei der  Fenstererneuerung von 1.000 auf 3.000 Euro und bei der Kellerdeckendämmung von 500 auf 1.000 Euro.

Damit werden die Förderhöchstbeträge an den Baukostenindex angepasst. Diese wurden seit 2005 nicht mehr erhöht, obwohl sich die Baukosten seither jährlich um 2,5 Prozent verteuert haben. Da der städtische Zuschuss sich künftig an den anrechenbaren Kosten orientiert, erfolgt die Anpassung automatisch.

Von 2016 bis 2018 betrug die durchschnittliche Fördersumme 60.500 Euro im Jahr. Nach dem neuen Fördermodell entspräche dies künftig 94.000 Euro im Jahr und einer Steigerung um 55 Prozent. Mit dem Baubeginn des zweiten Bauabschnitts von Walldorf-Süd rechnet die Stadt mit vermehrten Anträgen zur Passivhaus-Förderung. Sollte sich die von der Stadt gewünschte Entwicklung einstellen und die Förderrate verdoppelt werden können, müsste das Budget entsprechend angepasst werden.

Beratung und Begleitung

Bei der Steigerung der Förderquote setzt die Stadt auch auf Beratung und Begleitung. Dafür sollen, so Klaus Brecht, ein Sanierungsmanagement installiert und Quartierskonzepte erarbeitet werden. Potentielle Gebäudesanierer will die Stadt dadurch aktiv ansprechen, neutral beraten und fachlich sowie organisatorisch begleiten. Die KfW (Kreditbank für Wiederaufbau) bezuschusst das Sanierungsmanagement.

Ein rundes Konzept

Stadtrat Dr. Gerhard Baldes (CDU) lobte die „guten Ideen“ und das „beachtliche Bonusprogramm“. Er befürwortete die Beratung und Begleitung und sah das Quartierskonzept als „gangbares Handlungskonzept“. Die Förderbeträge seien nicht mehr zeitgemäß gewesen, so Baldes, denn die Kosten seien „weggelaufen“. Die Maßnahmen hätten einen wertsteigernden Effekt für alle, meinte Baldes, der einen Bericht über den Erfolg der Maßnahmen wünschte, um gegebenenfalls auch nachsteuern zu können. Er hoffte, dass das „ambitionierte Projekt“ erfolgreich sein werde.
Stadtrat Lorenz Kachler (SPD) begrüßte die Offensive ebenfalls. Man müsse die Nachhaltigkeit bewusst machen. Eine „sehr gute Beratung“ sei wichtig. Das Konzept empfand er als „total rund“.
„Wir stehen hinter dem Konzept“, stellte Stadtrat Hans Wölz (Bündnis 90/Die Grünen) fest. Es gebe noch ein zu geringes Wissen über die Vorteile einer Sanierung. Gerade Ältere seien oft überfordert und schätzten eine Sanierung als nicht mehr notwendig ein. Man müsse Barrieren abbauen. Die Beratung und Begleitung von der Planungsphase bis zum Abschluss fand daher seine volle Zustimmung.
Stadtrat Dr. Günter Willinger (FDP) fand die Sanierungsoffensive ebenfalls „nötig und gut“. Man müsse Interessierte „durch den Dschungel hindurchleiten“ und sei auf dem richtigen Weg.

Information: Bei der Stadt Walldorf berät Christian Horny vom Fachdienst Umwelt zu den Umweltförderprogrammen. Er ist im Rathaus in Zimmer E 08.1 zu finden, außerdem unter der Rufnummer 35-12 31 zu erreichen und per E-Mail unter [email protected]

Das Dach zu dämmen, ist eine gute Investition. Der Förderhöchstbetrag durch die Stadt liegt bei 4.000 Euro, wenn alle Voraussetzungen erfüllt werden

Text, Foto und Logo: Stadt Walldorf

 

Veröffentlicht am 16. Dezember 2018, 14:00
Kurz-URL: https://www.wiwa-lokal.de/?p=259113 

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