Umfangreiche Baumpflanzaktionen im Roter Bruch und Reilinger Eck

„Den Bäumen kann das Virus nichts anhaben“

Die Arbeit des Forstreviers Walldorf kennt auch in Corona-Zeiten keine Pause. So stand im März das Pflanzen von  rund sechstausend Bäumen und Stauden auf der Agenda des Teams von Revierförster Gunter Glasbrenner. Ein Arbeitseinsatz, der keinen zeitlichen Aufschub duldete.

„Wir haben bei den Arbeiten im Roter Bruch und im Reilinger Eck natürlich streng auf die aktuellen Hygienevorschriften geachtet. Den Pflanzen selbst kann dieses Virus ja zum Glück nichts anhaben“, erklärt Gunter Glasbrenner. Gute Nachrichten zum Zustand des Walldorfer Walds kann der Revierförster aber nicht verkünden. „Die Stadt Walldorf ist extrem bemüht, den Wald aufzuforsten mit klimastabilen Bäumen und investiert viel. Wir können aber gar nicht so schnell reagieren, wie der Wald abstirbt“, so der Förster.

Jubiläumsprojekte

Dass zwei Projekte des derzeit von Veranstaltungsabsagen geprägten Jubiläumsjahrs die Aufforstung mit Spenden unterstützen, freut den Revierförster und auch Bürgermeisterin Christiane Staab sehr, zumal sie in Zusammenhang mit dem für Walldorf namensgebenden Wald stehen.

So wurde im Roter Bruch und im Reilinger Eck im März kräftig aufgeforstet. „Allen, die im Jubiläumsjahr an unseren Wald und damit auch an unsere Zukunft  gedacht haben, danke ich sehr, sehr herzlich“, so Bürgermeisterin Christiane Staab.
Der Roter Bruch, am Schnittpunkt der Autobahnen A 5 und A 6 gelegen, wurde vor Jahren erfolgreich renaturiert und wird seither ökologisch weiterentwickelt. In der Abteilung „Schlangenwedel“ des Roter Bruchs entsteht ein „Edeka-Wald“, der dank der treuen Kundschaft des Walldorfer Edeka-Markts und der Inhaber-Familie Marx nun wachsen und gedeihen kann. 1000 Euro wurden gespendet für eine neue Waldfläche von 1000 Quadratmetern, auf denen 500 Bäume gepflanzt wurden. Ebenfalls im Roter Bruch wurden unter dem Motto „Plant for the Planet“ weitere 500 Bäume und Stauden gepflanzt. Diese Pflanzaktion geht auf eine Initiative der Zipfelmützen zurück, die ursprünglich eine Kinderakademie zu dem Thema mit anschließender praktischer Pflanzarbeit geplant hatten. Nun mussten die Forstwirte die Pflanzarbeit allein übernehmen, bei der eigentlich Helferinnen und Helfer von Edeka wie auch Mitarbeiterinnen und Kinder der Zipfelmützen kräftig Hand anlegen wollten. Dies verhinderte aber das Coronavirus. „Wir haben dank der Spenden sehr wertvolle Bäume, wie zum Beispiel Edelkastanien, Feld- und Spitzahorn, Traubeneiche sowie Elsbeeren, Wildapfel, Wildbirne, Weißdorn und Schlehe setzen können“, freut sich Revierförster Glasbrenner. Bei neuen Baumpflanzungen achtet der Forst darauf, Baum- und Straucharten auszuwählen, die den veränderten Klimabedingungen standhalten. Sie müssen vor allem lange Trockenperioden überstehen können.

Neue Forstkultur im Reilinger Eck

Im Reilinger Eck, wo der Kiefernbestand großflächig abstirbt, wurde im März auf Veranlassung der Stadt eine neue Forstkultur mit rund 3.500 Pflanzen angelegt. Vor dem Setzen von Traubeneichen, Hainbuchen, türkischer Baumhasel und Feldahorn, die bei wärmerem Klima gute Chancen haben zu überleben, stand zunächst wahre Knochenarbeit. Mit Unterstützung eines externen Teams wurde hier ein Kahlhieb ausgeführt, die Flächen wurden gerodet und vierzig Zentimeter tief gefräst. Dies alles, um die hier „schlummernden“ Engerlinge, für die die Wurzeln der jungen Pflanzen eine willkommene Delikatesse bedeutet hätten, auszumerzen.
„Da wir 2020 ein Maikäfer-Flugjahr haben, mussten wir für eine absolut kahle Fläche sorgen, da die überlebenden Maikäfer ihre Eier sonst hier abgelegt hätten. Kahle Flächen nutzen sie dafür nicht“, so Gunter Glasbrenner. Um auf dem extrem trockenen Boden Wasser für die Setzlinge sammeln zu können, wurden Riefen gefräst und ein Zaun soll Wild fernhalten, dem die jungen Bäume sicher auch munden würden.

Mit dem Setzen von rund weiteren eintausend Pflanzen ist die Stadt außerdem ihrer Pflicht nachgekommen, einen Ausgleich zu schaffen für die im Gewann Hof in Anspruch genommenen Flächen für das Kinderhaus, das derzeit dort entsteht. Bürgermeisterin Christiane Staab und Revierförster Gunter Glasbrenner sowie alle Beteiligten hoffen, dass der Klimaschutz-Slogan der Stadt „Gute Ideen. Gutes Klima. Walldorf.“ sich bei allen Pflanzaktionen bewahrheiten wird.

Bürgermeisterin Christiane Staab und Revierförster Gunter Glasbrenner im Roter Bruch, wo dank zweier Jubiläumsprojekte wertvolle Setzlinge gepflanzt werden konnten

Im Reilinger Eck sollen kahlgefräste Flächen und tiefe Riefen gute Bedingungen für die jungen Setzlinge schaffen

Text: Stadt Walldorf
Fotos: Pfeifer

 

Veröffentlicht am 18. April 2020, 08:00
Kurz-URL: https://www.wiwa-lokal.de/?p=282851 

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