Mit Köpfchen zum Erfolg: FC-Astoria-U12 geht auf Lern-Safari – Talentsafari
Talentsafari beim Nachwuchs des FCA: Anpfiff ins Leben vermittelt jungen Fußballern in Walldorf praktische Lernstrategien – von der Gehirnleistung über Konzentration bis zur mentalen Stärke.
„Danke für die Brain-Power“: Mit diesem Abschlussslogan und vielen neuen Eindrücken zum Thema Lernen verabschiedeten sich die U12-Nachwuchstalente des FC-Astoria Walldorf aus einem besonderen Workshop. Im Rahmen der Bildungsreihe von Anpfiff ins Leben beschäftigten sich die jungen Fußballer damit, wie sie Lerninhalte besser aufnehmen, ihre Konzentration steigern und sich auf schulische Herausforderungen vorbereiten können. Die neu gewonnenen Erkenntnisse sollen ihnen künftig helfen, vom Fußballplatz direkt in den Denkmodus umzuschalten.
Der Workshop rund um das Thema Lernen wurde an allen fünf Jugendförderzentren von Anpfiff ins Leben durchgeführt. Geleitet wurde das Projekt von den Kinderpsychologen Kathy und Tom Reschke sowie den „Co-Trainern“ Nico und Lara von der Talentsafari GbR aus Ladenburg. Unterstützt wird die zentrumsübergreifende Bildungsmaßnahme von multitorch.
Nach Stationen in Ludwigshafen, Gimbsheim, Heidelberg und Speyer begrüßte Tom die Walldorfer U12 in ihrem heimischen Umfeld. Nun galt es herauszufinden, ob die jungen Fußballer das Zeug zu echten „Lern-Champions“ haben.
Auf Lern-Safari mit klaren Regeln
Gemeinsam mit den „Safari-Rangern“ Nico und Lara begaben sich die Nachwuchskicker auf eine Entdeckungsreise durch die Welt des Lernens. Dabei galten zunächst klare Verhaltensregeln: melden, auf dem Platz sitzen bleiben, die Hände ruhig halten und aufmerksam zuhören. Auch die Handys sollten ausgeschaltet bleiben. Als eines der Geräte dennoch laut Sprachbefehle von sich gab und für Gelächter sorgte, wurde es kurzerhand vom Mannschaftsbetreuer einkassiert.
Das Mobiltelefon spielte auch inhaltlich eine wichtige Rolle. Schließlich kann es die Konzentration beim Lernen erheblich beeinträchtigen. „Ihr nehmt ja auch keines mit auf den Sportplatz bei einem Spiel“, merkte Tom mit einem Augenzwinkern an. Gelbe und rote Karten lagen ebenfalls bereit. An anderen Standorten hatten die Verantwortlichen bereits darauf zurückgreifen müssen, doch die Walldorfer Jungs kamen ohne Verwarnung durch den Workshop.
Der Tagesplan war ambitioniert: Zunächst mussten die Teilnehmer eine Qualifikation durchlaufen, anschließend in drei Leveln verschiedene Lerntechniken meistern und schließlich ein geheimnisvolles Finale bestehen.
Wie das Gehirn zum Lern-Champion wird
Kinderpsychologin Kathy machte deutlich, worauf es beim Lernen ankommt: „Zum Lernen brauchen wir Motivation und Freude!“ Die elf- und zwölfjährigen Fußballer sollten zunächst überlegen, was sie unbedingt noch im Fußball und in der Schule lernen möchten.
Anschließend lieferte Tom den Nachwuchsathleten spannende Fakten über das menschliche Gehirn. Es verbraucht rund 20 Prozent des eingeatmeten Sauerstoffs und benötigt etwa 50 Prozent des Blutzuckers. Anschaulich erklärte er, wie viel Energie das Gehirn für seine Arbeit benötigt. Auch die enorme Zahl an Nervenzellen und synaptischen Verbindungen, die miteinander riesige Netzwerke bilden, sorgte für Staunen.
Besonders beeindruckt waren die FC-Astoria-Spieler von der theoretischen Speicherkapazität des Gehirns, die im Workshop mit der Informationsmenge von rund 150 Millionen Büchern veranschaulicht wurde. Die Ausrede, dass zehn Französisch-Vokabeln nicht mehr in den Kopf passen, hatte damit zumindest an diesem Nachmittag einen schweren Stand.
In der anschließenden Fragerunde zeigten die Nachwuchskicker, dass sie aufmerksam zugehört hatten. Ein Spieler wollte wissen: „Wie kann es sein, dass man nach einer Woche Vorbereitung Sachen vergisst, wenn man doch Terabytes an Speicher im Kopf hat?“
Tom lobte die Frage und erklärte, warum geballtes Lernen kurz vor einer Prüfung häufig keine gute Strategie ist. Wer erst einen Tag vorher oder innerhalb kurzer Zeit große Mengen an Stoff lerne, verlasse sich eher auf Glück als auf eine nachhaltige Methode. Schließlich gewinne man auch auf dem Fußballplatz nicht allein durch Glück, sondern durch Teamwork und Strategie.
Mentale Stärke gehört zum Erfolg
Neben den richtigen Lernmethoden stand auch die mentale Stärke im Mittelpunkt. Tom verdeutlichte, dass selbst große Fußballstars wie Messi, Ronaldo oder Pelé nicht ohne Niederlagen und Misserfolge zu ihren Leistungen gekommen seien.
Entscheidend sei, nach Rückschlägen die richtigen Fragen an sich selbst zu stellen: Habe ich zu wenig geübt? War der Stoff zu schwierig und brauche ich Unterstützung? Oder hatte ich einfach nur Pech? Wer die Ursachen ehrlich hinterfrage, könne daraus lernen und seine Strategie für den nächsten Versuch anpassen.
Zwei Endgegner im großen Finale
Zum Abschluss warteten zwei anspruchsvolle Praxis-Szenarien auf die jungen Teilnehmer. Im ersten Fall ging es um die Sechstklässlerin Anna, die sich auf eine Biologieprüfung zum menschlichen Skelett vorbereiten soll. Obwohl sie das Thema spannend findet, schiebt sie das Lernen bis zum späten Abend vor der Prüfung auf. Statt ihr Wissen aktiv abzurufen, markiert sie fast jede Zeile im Buch, ohne die Inhalte wirklich zu verstehen. Nebenbei läuft laute Radiomusik, und immer wieder schaut sie auf ihr Handy.
Sie liest den Stoff mehrfach durch, geht viel zu spät schlafen und gibt ihrem Gehirn damit kaum Gelegenheit, das Gelernte im Schlaf zu festigen. Am nächsten Morgen ist sie erschöpft und kann in der Prüfung kaum auf ihr Wissen zurückgreifen.
Die U12-Spieler analysierten das Szenario mit großem Eifer und sammelten Verbesserungsvorschläge. Ein Spieler erkannte sofort: „Das Handy muss weg!“ Ein anderer bemerkte, dass Anna zu viel markiert hatte, ohne dabei den Überblick zu behalten oder die Inhalte tatsächlich zu verstehen.
Der Workshop zeigte den Nachwuchsfußballern damit auf anschauliche Weise, wie wichtig Konzentration, Verständnis, eine gute Vorbereitung und ausreichend Schlaf für erfolgreiches Lernen sind.
Profi-Qualitäten auch abseits des Platzes
Das Fazit des Workshops von Anpfiff ins Leben fiel positiv aus: Die U12 des FC-Astoria Walldorf bewies, dass sie nicht nur auf dem Rasen Köpfchen hat. Mit praktischen Lernstrategien, einem besseren Verständnis für die eigene Konzentration und der richtigen Einstellung sind die jungen Fußballer für kommende schulische und sportliche Herausforderungen gerüstet.
Foto: Anpfiff ins Leben e.V.














