Thomas Hoering, Vorsitzender der Walldorfer Tafel, die ehrenamtliche Mitarbeiterin Daniela Kroeneck und Andrea Münch (v.li.) von der IAV-Stelle bei Vorbereitungen vor der Ladenöffnung.
Gemeinsam gegen die Hemmschwelle
Es sind beeindruckende Zahlen, die die Walldorfer Tafel vorweisen kann: Die Einrichtung im Haus am Kreisel versorgt zwischen 80 und 100 Kunden pro Einkaufstag mit Lebensmitteln, die von 27 Märkten und Bäckern zur Verfügung gestellt werden. Etwa 50 Mitarbeiter sind in jeder Woche im Einsatz, um die Arbeit aufrechtzuerhalten – 9000 Stunden werden so pro Jahr ehrenamtlich geleistet.
Auch die Mitarbeiter der Stadt Walldorf, besonders vom Fachdienst Soziale Hilfen, sind im regelmäßigen Austausch mit dieser für Menschen mit geringem oder keinem eigenen Einkommen wichtigen Institution. Allerdings nutzten nicht alle Menschen, die Anspruch darauf hätten, die Möglichkeit, über die Tafel günstig Lebensmittel einzukaufen. Besonders ältere Menschen mit geringer Rente scheuten sich oft, die Tafel aufzusuchen. Für Andrea Münch, Leiterin der städtischen IAV-Stelle, war das Anlass, sich einmal vor Ort ein Bild zu machen und einen Tag lang an einem Einkaufstag in der Einrichtung mitanzupacken.
Es gebe unterschiedliche Gründe, warum gerade Seniorinnen und Senioren nicht zur Tafel kommen. „Manche schämen sich einfach, Hilfe in Anspruch zu nehmen, manche haben vielleicht Bedenken, dass sie der organisatorische Ablauf überfordern könnte. Und andere haben eventuell Vorurteile, dass die Lebensmittel nicht gut seien oder Ähnliches“, vermutet Andrea Münch. Aber gerade Letzteres kann sie nach ihrem Einsatz bei der Tafel ausräumen: „Die Lebensmittel werden von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern begutachtet und für den Verkauf ausgewählt. Sie sind alle noch haltbar, auch wenn manche kurz vor dem Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums stehen“, so Münch. Aber das sei heutzutage kein Problem, man könne die meisten Lebensmittel auch nach Ablauf des Datums oft noch Tage oder sogar Wochen später bedenkenlos essen. „Die Lebensmittel bei der Tafel haben eine richtig gute Qualität.“
Beeindruckt habe sie der große Aufwand, der hinter dem Betrieb des Ladens stecke. Es werde hochprofessionell gearbeitet – und das ehrenamtlich. Einen Tafelladen zu betreiben, bedeute eine enorme Logistik. „Hut ab vor dieser Leistung“, lobt Münch das Engagement der Tafelmitarbeiter.
Um vor allem älteren Menschen, die Anspruch auf die Leistung der Tafel haben, die Hürde vor dem ersten Kontakt zu nehmen und das Angebot in geschützter Atmosphäre vorzustellen, möchte Andrea Münch zusammen mit der Tafel zu einem Kennenlerntermin (mit vorheriger Anmeldung) am Mittwoch, 4. November, 10.30 Uhr, einladen. Treffpunkt ist am Haupteingang des Tafelladens in der Wieslocher Straße 2.
„Dann können sich die Menschen selbst ein Bild machen und mit den Ehrenamtlichen ins Gespräch kommen“, so Thomas Hoering, Vorsitzender der Tafel. „Es wäre schön, wenn möglichst viele das Angebot annehmen.“
Bei Interesse wird um telefonische Anmeldung bis Montag, 2. November, bei Andrea Münch unter 06227/35 1168 gebeten.
Text und Foto: Stadt Walldorf














