Schatthausen – Familiengottesdienst unter freiem Himmel in historischen Ambiente

Am Sonntag dem 22. Juli 2018 fand ein Familiengottesdienst mit Taufen unter freiem Himmel im Schlosshof des Wasserschlosses Schatthauen statt.

Wiesloch-Schatthausen, 22.07.2018 (rp) – Gestaltet von Pfarrerin A. Haffner, den Kindergottesdienstkindern, dem Posaunenchor und der Band Schattenspiel versammelte sich die Evangelische Kirchengemeinde Schatthausen, bei schönstem Kaiserwetter in einer wunderschönen Kulisse – dem Wasserschloss.

Pfarrerin Angelika Haffner nahm das Motiv der Freundschaft als Thema in den Gottestdienst auf.

„Wahre Freunde teilen nicht nur schöne Ereignisse miteinander, sondern auch den Alttag und die Sorgen“ betonte sie in ihrer Predigt. Sie führte aus, dass Gott uns ein guter Freund sein möchte, der uns unser Leben lang beisteht, auch in schwierigen Zeiten.

Die Kindergottesdienstkindern verteilten sog. Freundschaftsbänder an alle Anwesenden, diese soööen daran erinnern, dass Gott uns seine Freundschaft zusagt und sie – wie ein Ring – kein Ende hat.

Zum Abschluss des Gottesdienstes bedankte sich Pfarrerin Haffner bei allen Mitwirkenden und Helfern, die mit ihrem Einsatz zum Gelingen dieses Familiengottesdienstes ihren Beitrag geleistet haben.

Besonderer Dank galt dem Patron der evangelischen Kirchengemeinde, Klaus Freiherr von Göler, der den Schlosshof für diesen Gottesdienst zur Verfügung gestellt hatte.

Im Anschluss zum Gottesdienst bot das Kirchencaféteam selbstgemachte Köstlichkeiten und Getränke an.

Die evangelische Kirchengemeinde zu Schatthausen und deren Gottesdienste stehen in einer langen Tradition.

Bereits im Jahre 1563 wurde das Dorf Schatthausen mit seinem Besitzer Hans von Bettendorf evangelisch-lutherisch.

Die Freiherren von Bettendorff, (auch Bettendorf oder Pettendorf) waren ein Adelsgeschlecht welches neben Schatthausen weitere Besitztümer u. a. in Gauangelloch, Mauer und Nußloch ihr eigen nennen dürfte.

Die ehemalige Wasserburg wurde mehrfach umgebaut und durch einen Gutshof erweitert. Die Brüder Abraham und Adam Gerner von Lilienstein besaßen das Schloss in Schatthausen von 1665 bis 1677. Ihr Wappen ziert noch heute als Allianzwappen mit von Brüggen, das Eingangstor zum Schloss.

Heute befindet sich der dreiflügelige, dreigeschossige Schlossbau im Besitz der Familie Göler von Ravensburg. Erworben wurde es im Jahr 1828 von den Freiherren Göler von Ravensburg. bereits im Hochmittelalter waren diese Bedeutende Regionalherren.

Für den Besitzumfang der Familie bedeutsam war die Heirat von Karl Göler aus dem Ferdinand’schen Ast der Göler mit Karoline Freiin von Zyllnhardt 1826. Diese war 1828 Erbin des Besitzes ihres Vaters, des großherzoglich badischen Staatsrats Karl von Zyllnhardt. Dadurch kamen die vormals Zyllnhardt’schen Güter in Bammental, Gauangelloch, Ochsenbach, Mauer und Schatthausen in den Besitz der Göler.

Bernhard Göler von Ravensburg (* 1480; † 1554) spielte bei der Aufnahme des reformatorischen Gedankenguts im Kraichgau eine maßgebliche Rolle.

v.l.n.r. Freiherr Klaus Göler von Ravensburg nebst Gemahlin, Bürgermeister Sauer

Klaus Göler von Ravensburg stammt aus der Familie Göler von Ravensburg, einem alten Kraichgauer Adelsgeschlecht, das der Schwäbischen Reichsritterschaft angehörte und deren Stammsitz, die Ravensburg, bei Sulzfeld liegt. 

„Bereits 1522 führte Bernhard I. in Sulzfeld die Reformation ein. 1531 bildete sich der protestantische Schmalkaldische Bund und einer der Hauptleute des Bundes war der Lehnsherr der Ravensburg, Landgraf Philipp von Hessen. Schließlich kam es zum Krieg zwischen dem Bund und dem Kaiser und die Ravensburg wurde am 24. Dezember 1546 von kaiserlichen Truppen belagert.

Die Ideen der Reformation breiteten sich wie ein Lauffeuer aus – die Bevölkerung strömte zum neuen Glauben, Reichsstädte und Fürsten gingen auf die Seite der Reformation über.

Der damalige Kaiser Karl V. blieb katholisch, konnte sich jedoch nicht auf die Niederschlagung der Reformation konzentrieren, da ihn die Außenpolitik stark beanspruchte (Türken vor Wien, Krieg mit Frankreich)“ so Wikipedia.

Durch das Entstehen protestantischer Territorien und Staaten verschoben sich die Machtverhältnisse in ganz Europa und später auch in den überseeischen Kolonien grundlegend.

Die Reformation hatte tiefgreifende Auswirkungen auf alle Gebiete des Lebens: Ehe und Familie, Staat und Gesellschaft, Schule und Hochschule, Wissenschaft, Wirtschaft und Kunst, (Kirchen-) Musik, Literatur und Malerei waren unter anderem betroffen. Vor 500 Jahren am 31. Oktober 1517 veröffentlichte Martin Luther, damals Mönch und Theologieprofessor, in Wittenberg 95 Thesen zu den Missständen der Kirche seiner Zeit. Diese Veröffentlichung gilt als Beginn der Reformation.

Während des Bauernkriegs (Deutscher Bauernkrieg – auch Revolution des gemeinen Mannes) nahm Bernhard Göler von Ravensburg am 29. April 1525 als Berater des Bischofs Georg von Speyer an Verhandlungen mit aufständischen Bauern in Herrenalb teil. Dank seines als ausgleichend beschriebenen Charakters erreichte er einen Kompromiss, der die Bauern veranlasste, wieder nach Hause zu gehen.

Zurück aus der fernen Vergangenheit in die Gegenwart, nachfolgend einige Fotos vom letzten Sonntag.

Einige Impressionen

1803 kam Schatthausen zu Baden und bildete zusammen mit Mauer ein grundherrliches Amt. Von 1813 bis 1938 zum Bezirksamt Wiesloch gehörend, kam der Ort 1938 zum Landkreis Heidelberg. Am 31. Januar 1972 wurde Schatthausen nach Wiesloch eingemeindet.

In Schatthausen steht noch heute der Grenzstein der Kurpfalz und das Bistums Speyer trennte.

Text und Fotos: Robert Pastor

Veröffentlicht am 28. Juli 2018, 21:41
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