Leserbrief: Baiertal – Zum Alten Friedhof

Wir Grüne im Baiertaler Ortschaftsrat haben uns bereits in der Sitzung am 01.12.15 gegen eine Bebauung des alten Friedhofs ausgesprochen.

Wir stehen immer noch zu dieser Entscheidung, nicht weil ein einmal gefasster Beschluss für immer und ewig zu gelten hat, sondern weil es für uns trifftige Gründe gibt, die gegen eine Bebauung sprechen:

Einerseits religiöse-ethische Gründe: Dieser Ort soll als Erinnerungsort für vorangegangene Generationen erhalten werden und daher sollen dort auch keine Erdbewegungen stattfinden. Ein ungeschriebenes Gesetz lautet, dass solange es noch lebende Angehörige gibt, keine Bebauung auf einem Friedhof üblich ist.

Was uns aber genauso wichtig ist, ist die Erhaltung dieses Areals als „grüne Lunge von Baiertal“. Dies ist noch die einzige zusammenhängende Grünfläche im Ortskern und darf nicht auch noch versiegelt werden.

Der alte Baumbestand und die Umfriedung mit der alten Natursteinmauer muss bleiben und geschützt werden. Pläne für die Umgestaltung zu einer  Parkanlage liegen schon Jahre bereit, scheiterten leider bisher an der finanziellen Lage der Stadt.

Auch uns liegen die Vereine am Herzen und wir sind der Meinung, dass diese einen Raum für ihre Großveranstaltungen brauchen. Ein Veranstaltungsraum in der Größe des jetzigen kath. Gemeindehauses ist auch mit evtl. Beteiligung der Stadt auf dem alten Friedhof nicht realisierbar.

Die Etten-Leur-Halle am Ortsausgang ist als Veranstaltungshalle zugelassen.  Ein Anbau mit Einbau einer Küche und eines Lagerraums für Stühle, Tische, Bühnenteile und einen ausrollbaren Bodenbelag ist finanziell machbar und würde damit den Bedürfnissen der Vereine in höherem Maße Rechnung tragen.

An diesem Standort sind die Themen des Lärmschutzes, der Parkplatzsituation und der Verkehrsführung bereits gelöst, während beim Standort alter Friedhof diesbezügliche Probleme vorprogrammiert sind.

Eine nachhaltige und zukunftsträchtige Lösung wäre für uns eine sogenannte „neue Mitte“, ein gemeinsames Bürgerhaus nutzbar für Vereine, Kirchengemeinden und andere Gruppierungen auf dem Platz des jetzigen Bürgerhauses gewesen. Hier wären architektonisch reizvolle und auch dem Hochwasserschutz entsprechende Lösungen möglich gewesen. Dafür gab es leider keine Mehrheit und auch keine Bereitschaft von Seiten der beiden Kirchengemeinden.

Zum Schluss noch 2 wichtige Fakten:

Der Beschluss des OR vom Dez. 2015 über die Nichtbebauung hat immer noch Gültigkeit. Er wurde bisher nicht aufgehoben. Dies wurde auf der Homepage der Stadt Wiesloch inzwischen korrigiert. Erst auf der OR Sondersitzung im April wird es eine erneute Abstimmung geben.

Es gibt bisher kein Votum des Gemeinderats, ob sich die politische Gemeinde überhaupt an einem Bau und den Unterhaltungskosten eines ökum. Gemeindezentrums beteiligen will und kann, und falls ja, in welcher Weise.

Britta Eger, Ute Kissel, Günter Lutz

 

 

Veröffentlicht am 23. März 2017, 18:02
Kurz-URL: https://www.wiwa-lokal.de/?p=206051 

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