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Gut gemeint ist nicht gut gemacht

18. September 2019 | Leitartikel, Photo Gallery, Tierheim Tom Tatze, Wiesloch/Walldorf

Wenn Menschen in der Natur unterwegs sind, können sie die Seele baumeln lassen. Ähnlich empfinden viele auch ihren Garten. So ging es einer Familie, bis zu dem Zeitpunkt, als sie kleine verwaiste Katzenbabys bei sich fanden. Zwei Kitten waren bereits gestorben, zwei weitere lebten.

Die Familie nahm die beiden direkt mit zu sich ins Haus und kümmerte sich sehr um sie. Ein warmes Körbchen wurde ihnen zurecht gemacht, Katzenmilch wurde gekauft und gegeben und ganz viel gestreichelt wurden die beiden natürlich auch. Sie merkten aber nach 2(!) Tagen, dass es den beiden schlechter ging statt besser und so brachten sie die Kitten ins Tom-Tatze-Tierheim. Hier erfuhren sie, dass sie doch einiges falsch gemacht hatten. Im Tierheim starben die beiden leider noch am selben Tag.

Katzen aufzuziehen kostet Zeit. Katzenbabys benötigen je nach Alter alle zwei bis vier Stunden Milch, auch nachts. Dafür gibt es extra Katzenaufzuchtsmilch. Die von den Findern gekaufte Katzenmilch ist völlig ungeeignet, worauf der Hersteller auch auf der Flasche hinweist. Bei der Fütterung muss man ebenfalls sehr vorsichtig sein. Denn wenn sich das Baby verschluckt, kann das zur Lungenentzündung führen, was meistens auch tödlich endet.
Katzenbabys brauchen dringend Wärme. Es reicht nicht, einfach nur ein Körbchen zu richten. Man benötigt ein Heizkissen oder eine Wärmflasche mit ca. 35°.
Des Weiteren braucht das Baby erst einmal Ruhe. Es hat durch den Verlust der Mutter bereits so viel Stress,  dass jede noch so gut gemeinte Streicheleinheit zusätzlichen Stress bedeutet.

Der Tierschutzvereine Wiesloch/Walldorf appelliert an die Bevölkerung: „Gehen Sie mit offenen Augen durch die Natur und helfen Sie, wenn Sie das Gefühl haben, ein Tier ist in Not. Jedoch handeln Sie niemals kopflos. Informieren Sie sich, bevor sie handeln und holen Sie sich Unterstützung. Erste Informationen finden Sie natürlich im Internet, noch einfacher und sinnbringender ist allerdings ein einziger Anruf beim Tierheim oder Tierarzt. Wer weiß, vielleicht retten Sie dadurch ein Leben.“

www.tierschutz-wiesloch.de

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