Flüchtlingsunterbringung in Walldorf: Containeranlage statt Notunterkunft

Die rund dreihundert Asylbewerber, die der Rhein-Neckar-Kreis seit Mitte letzten Jahres in Walldorf in einer Notunterkunft in der Industriestraße untergebracht hat, sollen vorübergehend in eine Containeranlage umziehen. Dies teilte Christoph Schauder, Ordnungsdezernent des Kreises, der Stadt Walldorf vor kurzem mit.

Da Notunterkünfte wie in der Gewerbehalle in der Industriestraße nach Ansicht des Landratsamts weder ideale Unterbringungsorte sind noch auf Dauer angelegt sein dürfen, arbeiten die Verantwortlichen der Kreisverwaltung daran, diese mittelfristig abzubauen. In Walldorf bietet sich nun eine Chance dazu, denn ein privater Investor hat dem Kreis angeboten, in der Philipp-Reis-Straße eine Containeranlage als Gemeinschaftsunterkunft zu errichten. „Solche relativ schnell zu errichtenden Containerkomplexe ermöglichen es uns, den Schutz und Obdach Suchenden idealere Wohnbedingungen bieten zu können“, so Christoph Schauder. Wenn das Baugenehmigungsverfahren abgewickelt und der Bau fertiggestellt sein wird, könnten alle in der Industriestraße lebenden Flüchtlinge noch in diesem Jahr in die einstöckige Containeranlage in der Philipp-Reis-Straße umziehen. Die bisherige Notunterkunft könnte in eine reguläre Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge umgebaut werden, die dann auch längerfristig nutzbar wäre.

Bei einem Informationsgespräch, zu dem Bürgermeisterin Christiane Staab gemeinsam mit Ordnungsdezernent Christoph Schauder die unmittelbaren Anlieger der Philipp-Reis-Straße ins Rathaus eingeladen hatte, machten sie und Schauder deutlich, dass die Containeranlage laut Gesetzgeber zunächst nur auf drei Jahre angelegt sei. Karl Winkler, Referatsleiter für die Versorgung und Unterbringung von Flüchtlingen im Landratsamt, erläuterte bei dem Treffen, dass der polizeiliche Notstand nicht länger aufrechterhalten werden könne und die Gewerbehalle daher in eine Gemeinschaftsunterkunft umgebaut werden solle, was derzeit allerdings noch nicht definitiv feststehe. Nach dem projektierten Umbau würden hier aber voraussichtlich nicht mehr so viele Menschen leben wie bisher. Christoph Schauder machte deutlich, dass der Rhein-Neckar-Kreis gemäß der aktuellen Rechtslage handle, jedoch niemand sagen könne, was die Zukunft bringe. Zum jetzigen Zeitpunkt könne man –  angesichts der Entwicklungen in Griechenland, der Türkei und Nordafrika – noch nicht von einer Entspannung sprechen. Daher heiße es weiterhin, „mit Pragmatismus zu handeln“, so Schauder, schnell über Unterbringungsmöglichkeiten zu entscheiden und als Teil des neuen Konzeptes auf private Investorenlösungen zur Unterbringung zurückzugreifen oder durch den Eigenbetrieb Bau und Vermögen Rhein-Neckar-Kreis selbst auf von Kommunen oder von Privaten angebotenen Grundstücken zu bauen.

Dank an Ehrenamt

Christoph Schauder zollte dem großen ehrenamtlichen Engagement des Walldorfer Arbeitskreises Asyl, der mit vielen Helferinnen und Helfern die in der Stadt lebenden Flüchtlinge unterstützt, großen Respekt und dankte auch der Stadt Walldorf für die „ausgezeichnete Zusammenarbeit“.

Etwa 7.100 Asylbewerber und Flüchtlinge hat der Rhein-Neckar-Kreis inzwischen vorläufig unterbringen müssen, über 2.100 in Notunterkünften, also in Sport- oder in der Mehrzahl Gewerbehallen. In Walldorf wohnen außer in der Notunterkunft in der Industriestraße noch 54 weitere Flüchtlinge in einer Gemeinschaftsunterkunft in der Albert-Einstein-Straße und 91 in Wohnungen in der Bahnhofstraße.

Text: Stadt Walldorf

Veröffentlicht am 30. April 2016, 14:00
Kurz-URL: https://www.wiwa-lokal.de/?p=174687 

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