Beteiligungsverfahren zum Radschnellweg zwischen Mannheim und Walldorf/Wiesloch ergab viele Rückmeldungen

Online-Beteiligung des Verbands Region Rhein-Neckar (VRRN) mit über 1.400 Teilnehmenden abgeschlossen

Der Verband Region Rhein-Neckar koordiniert die Machbarkeitsstudie des Radschnellwegs Mannheim – Schwetzingen – Walldorf/Wiesloch, der die Kommunen Mannheim, Brühl, Schwetzingen, Oftersheim, Sandhausen, Walldorf und Wiesloch miteinander verbinden soll. Die Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger ist dem VRRN ein wichtiges Anliegen, weshalb gegen Ende des letzten Jahres eine Online-Befragung durchgeführt wurde. Über 1.400 Teilnahmen verzeichnete die Online-Beteiligung und kann daher als voller Erfolg für das Projekt verbucht werden.
„Die Anregungen waren absolut konstruktiv und sind sehr hilfreich für unsere weitere Arbeit. Wir bedanken uns bei allen Bürgerinnen und Bürgern, die sich an der Umfrage beteiligt haben“ so der Referent für Mobilität und Verkehr und Projektleiter vom VRRN Lutz Lindner.

Der Verband hatte vom 9. November bis zum 7. Dezember im ca. 30 km langen Korridor zwischen Mannheim und Walldorf/Wiesloch verschiedene Routenverläufe in einer Online-Beteiligung zur Diskussion gestellt. Hierbei wurden hauptsächlich drei Varianten unterschieden. Abschnittsweise gab es noch zudem noch weitere Alternativen, zwischen denen die Teilnehmenden wählen konnten.

Der Korridor wurde von Norden nach Süden in vier Bereiche unterteilt (Bereich 1 ist z.B. das Stadtgebiet von Mannheim, Bereich 2 der Abschnitt zwischen Mannheim, Brühl und Schwetzingen/Oftersheim). Hier hatten die Teilnehmenden jeweils die Möglichkeit, ihre bevorzugte Variante aus verschiedenen Möglichkeiten auszuwählen. Teilweise fiel das Meinungsbild relativ eindeutig aus, teilweise konnte keine klar bevorzugte Variante festgestellt werden.

Die Teilnehmenden wurden gefragt, was ihnen an einem Radschnellweg besonders wichtig wäre.
Mit 31 % am häufigsten genannt wurde die Aussage, dass Nutzungskonflikte mit Fußgängern und dem Kfz-Verkehr auf einer solchen Verbindung minimiert werden sollten.
Danach folgten die Antwortmöglichkeiten Direktheit und möglichst geringe Wartezeiten beispielsweise an Ampeln.
Eine flache Topografie auf der Strecke ist für nur 6 % der Teilnehmenden von besonderer Bedeutung, was sich unter Umständen aber dadurch erklären lässt, dass zwischen Mannheim und Wiesloch keine nennenswerten Steigungen vorhanden sind.
Die landschaftliche Attraktivität der Streckenführung wurde ebenfalls als weniger entscheidendes Kriterium gesehen.

Herr Könighaus vom Planungsbüro R+T, welches die Machbarkeitsstudie erstellt, erklärt das folgendermaßen: „Die Menschen suchen eine echte Alternative zum Pkw, um ihre Alltagswege mit dem Fahrrad zurückzulegen, da kommt es nicht auf die Aussicht an.“

Die vorgeschlagenen Trassenverläufe konnten auch kommentiert werden. Hier wurden insgesamt 745 Anmerkungen in der skalierbaren Online-Karte verortet. Neben Hinweisen zu Gefahrenstellen, gut gelösten Situationen oder Konflikten mit anderen Nutzungen wurden auch neue Wegeführungen angeregt, die nun geprüft werden.

In den 217 Freitext-Kommentaren findet sich immer wieder der Wunsch nach einer schnellen Umsetzung. Zugleich werden auch die Meinungsverschiedenheiten der Bevölkerung deutlich: So fordern manche Menschen, den Radschnellweg möglichst geradlinig zu führen.
Andererseits wurde in weiteren Kommentaren gefordert, keine zusätzlichen Flächen zu versiegeln.
Es zeigt sich, dass der Wunsch nach einer Verbesserung des Radverkehrsangebots groß ist, auch wenn die Teilnehmenden durchaus unterschiedliche Ansätze präferieren.

Die Auswertung der Angaben läuft. Sie werden in die Auswahl der Vorschlagsvariante für die Machbarkeitsstudie einfließen.

Die Anbindung des Wirtschaftsraums Walldorf-Wiesloch an den Radschnellweg ist von großer Bedeutung – insbesondere um die vielen Pendlerinnen und Pendler für den Umstieg auf das Rad gewinnen zu können. Zudem kann durch den Radschnellweg die Radverbindung in Richtung Wiesloch weiter verbessert werden. Die Stadt Walldorf wird dies daher im weiteren Verfahren einbringen.

 

 

Machbarkeitsstudie Teil des Mobilitätspaktes Walldorf-Wiesloch

Die Machbarkeitsstudie ist eine Maßnahme des Mobilitätspaktes Walldorf-Wiesloch. Zur Stärkung nachhaltiger Mobilitätsformen wurde am 25.10.2018 unter Leitung des Ministeriums für Verkehr der Mobilitätspakt Walldorf – Wiesloch unterzeichnet. Projektpartner sind die Städte Wiesloch und Walldorf, der Rhein-Neckar-Kreis, der Verband Region Rhein-Neckar, die NVBW, die Verkehrsbetriebe und die ansässigen Firmen SAP, MLP und Heidelberger Druckmaschinen sowie das Regierungspräsidium Karlsruhe, welches die Koordination des Paktes übernimmt. Beim Mobilitätspakt erarbeiten Akteure aus unterschiedlichen Bereichen gemeinsam Lösungen zur Verbesserung der verkehrlichen Situation im Wirtschaftsraum und setzen diese dann auch um.

 

Hintergrund zu Radschnellverbindungen in Baden-Württemberg

Radschnellwege sind extrabreite, direkte und möglichst kreuzungsfreie Wege, auf denen Radfahrerinnen und Radfahrer jeden Alters im eigenen Tempo direkt und sicher zum Ziel kommen. Eine klare Kennzeichnung und gute Beleuchtung der Fahrspuren erhöhen die Sicherheit und durch die Breite der Wege ist es möglich, problemlos nebeneinander zu fahren oder zu überholen. Obwohl man nicht unbedingt schneller fährt als auf herkömmlichen Radwegen, verkürzt sich die Fahrtzeit aufgrund der wenigen Stopps erheblich. Dadurch wird das Radfahren auch auf längeren Strecken attraktiv.
Machbarkeitsstudien für Radschnellverbindungen werden durch das Land Baden-Württemberg zu 80% gefördert.

 

Text und Logo: Stadt Walldorf

 

Veröffentlicht am 20. Februar 2022, 10:00
Kurz-URL: https://www.wiwa-lokal.de/?p=296997 

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