Benefizkonzert in St. Peter und Paul begeistert Publikum
Ein Programm wie Samt und Seide
Das Benefizkonzert des Chors von St. Peter und Paul Rauenberg zugunsten der Renovierung des Kirchturms wurde zu einem musikalischen Höhepunkt. Zahlreiche Musikbegeisterte folgten der Einladung und füllten das Gotteshaus nahezu vollständig. Neben dem guten Zweck überzeugte vor allem die außergewöhnliche Programmauswahl: Meisterwerke aus Barock, Klassik und Romantik sorgten für einen festlichen Konzertabend.
Den Auftakt bildete Antonio Vivaldis „Gloria“. Mit seinem Wechsel aus strahlendem Glanz, feinen musikalischen Kontrasten und tänzerischer Eleganz zog das Werk die Zuhörerinnen und Zuhörer sofort in seinen Bann. Besonders die Solisten Annette Blatz-Braun (Sopran) und Stanley Scott (Altus) überzeugten mit fein nuancierter Gestaltung und einem schlanken, ausdrucksstarken Klang.
Das Orchester „Les Alouettes“ erwies sich dabei als aufmerksamer und klangvoller Partner. Der mit Projektsängerinnen und -sängern auf fast 70 Mitglieder angewachsene Chor an St. Peter und Paul Rauenberg präsentierte sich beweglich und homogen – vom warmen Pianissimo bis zum kraftvollen, stets eleganten Forte.
Mit Johann Sebastian Bachs Orchestersuite D-Dur BWV 1068 setzte das Ensemble weitere Glanzpunkte. Die berühmte „Air“ mit ihren weit geschwungenen Melodiebögen und die lebendige Gavotte zeigten die klangliche Vielfalt und Ausdruckskraft des Orchesters.
Den Übergang zur Romantik gestaltete Bassbariton Dr. Uwe Schröder-Wildberg mit einem Geistlichen Lied von Antonín Dvořák. Seine warme, voluminöse Stimme verlieh dem Werk eine eindrucksvolle Tiefe und unmittelbare Ausdruckskraft.
Joseph Haydns a-cappella-Chorwerk „Du bist’s, dem Ruhm und Ehre gebühret“ stellte die ganze Bandbreite des Chorklangs unter Beweis – von mächtigen Klangpassagen bis zu innigen, gebetsartigen Momenten. Auch Mozarts „Laudate Dominum“ wurde zu einem besonderen Höhepunkt: Der Sopran von Annette Blatz-Braun verband sich mit Chor und Orchester zu einem harmonischen Gesamtklang.
Zum Abschluss erklangen zwei Werke aus Haydns Oratorium „Die Schöpfung“. Das Duett „Von Deiner Güt, o Gott und Herr“ sowie der große Tutti-Satz „Die Himmel erzählen die Ehre Gottes“ vereinten Solisten, Orchester und Chor zu einer eindrucksvollen Klangsteigerung und bildeten einen würdigen Abschluss des Benefizkonzerts.
Für die musikalische Gesamtleitung zeichnete Prof. Franz Wassermann, Kirchenmusiker an St. Peter und Paul sowie Musikdirektor an der Universität Heidelberg, verantwortlich. Mit großer Sorgfalt hatte er Chor, Solisten und Orchester vorbereitet und führte das Ensemble souverän durch das anspruchsvolle Programm.
Die Begeisterung der Mitwirkenden übertrug sich spürbar auf das Publikum. Der lang anhaltende, stehende Applaus zeigte die große Wertschätzung für einen Konzertabend, der musikalischen Genuss mit der Unterstützung eines wichtigen Rauenberger Bauprojekts verband.
Foto: Beate Wagner















