Wenn plötzlich alles Vertraute fehlt
„Alt werden ist eine Herausforderung“. Diesen Satz kennen wir Menschen nur allzu gut. Mit zunehmendem Alter werden feste Abläufe, vertraute Umgebungen und verlässliche Beziehungen immer wichtiger. Sie geben Sicherheit und Halt, wenn es mal nicht so rund läuft. Doch was passiert, wenn all das plötzlich wegbricht, nicht nur für uns,sondern auch für ein Tier.
Aron musste das erleben
Seine Besitzerin musste umziehen. Sie gab ihn zu einer älteren Dame in Kurzzeitpflege, um ihn nach dem Umzug wieder zu sich zu holen. Das passierte allerdings nicht. So musste Aron erneut umziehen, nicht in sein neues Zuhause mit seinen gewohnten Menschen, sondern ins Tom-Tatze-Tierheim. Stress pur! Innerhalb von ein paar Wochen sollte er sich immer wieder neu zurechtfinden. Es braucht nicht viel Einfühlungsvermögen um nachzuempfinden, wie sich Aron gefühlt hat. Das alles ist zu viel für einen alten Hund. Arons Lösung: Attacke und Angriff um sich Distanz und Sicherheit zu verschaffen.
Im Tierheim durfte er sich erst einmal in aller Ruhe zurechtfinden. Dabei sein, ohne dass jemand etwas von ihm wollte, beobachten, regelmäßiger Tagesrhythmus, all das gab dem rüstigen Senior wieder Struktur und damit auch Sicherheit. Jetzt hat er Lust auf mehr. Die Spaziergänge liebt er inzwischen sehr. Seine Liebe an den Menschen verschenkt er aber nicht einfach so. Katharina Hambsch, stellvertretende Tierheimleitung, beschreibt ihn mit einem liebevollen Lächeln: „In Aron steckt ein großer Charakter im kleinen Körper. Wer sich seine Liebe verdienen will, benötigt Zeit und Geduld. Es lohnt sich, denn wenn Aron sich für einen Menschen entschieden hat, hat man einen treuen Freund fürs Leben.“ Ein ruhiges Zuhause mit schönen Spaziergängen, klaren Strukturen und einen Menschen an seiner Seite, der seinen großen Charakter akzeptieren und lieben kann, das ist es, was sich alle Mitarbeiter vom Tom-Tatze-Tierheim für diesen tollen kleinen Kerl wünschen.
Wer sich für ein Tierheimtier interessiert, der sollte an den alten Tieren nicht vorbeigehen. Schauen sie hin, nehmen sie sich Zeit und erleben sie, wie besonders es ist, wenn ein Tier sich ganz bewusst für sie entscheidet.
Foto: Birgit Schneidewind




















