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Der Kommentar: Zu den alltäglichen Polizeiberichten

1. Oktober 2012 | Allgemeines, Das Neueste

(cb) Wenn ich alltäglich die Polizeiberichte lese, regen mich jedesmal zwei Dinge maßlos auf: Zum Einen die vielen Unfälle aufgrund von Alkoholfahrten von jungen Menschen zwischen 18 und 25 Jahren (von den Älteren will ich hier gar nicht sprechen …).
Das Andere: Irgendwer stellt sein Auto ab, und muss dann bei seiner Rückkehr feststellen, dass jemand beim Ein- oder Ausparken oder beim Zu-schnell-um-die-Kurve-fahren das geparkte Fahrzeug beschädigt hat, und sich dann einfach aus dem Staub gemacht hat.

Da frage ich mich: Was ist eigentlich in unserem Land los? Ist niemand mehr in der Lage, Verantwortung für sein Tun zu übernehmen?

Ich weiß nicht, ich bin ja auch nur ein Mensch, aber ich bin so erzogen worden, dass man Verantwortung für den Mist übernimmt, den man baut. Sprich: Wenn ich zu viel getrunken habe, sollte ich mein Auto tunlichst stehen lassen. Entweder laufe ich oder ein guter Freund sammelt mich ein und karrt mich nach Hause. Nicht nur, weil mich eventuell eine Streife oder Kontrolle erwischen könnte, sondern weil ich schlicht und einfach auch mal bei dieser Gelegenheit einen Unfall bauen könnte, bei dem ein Mensch zu Tode kommt oder für den Rest seines Lebens schwer krank oder behindert ist. Also, ich wollte damit nicht leben, mit dem Gefühl, jemanden über den Haufen gefahren zu haben, nur weil ich besoffen war. Und wer das nicht glaubt, darf gerne mal einen Blick in die Klinken und Unfallaufnahmen werfen, oder die Leute, die da arbeiten, mal dazu befragen.

Genauso, wenn ich mal wieder vom Einkaufen an mein altes, aber geliebtes Auto komme, und dann feststellen muss, dass irgendein Fahrer mal wieder nicht ausparken konnte, und eine weitere Delle mein Auto ziert, oder wahlweise ein neuer Lackstreifen verschiedenster Farben eine Wagenseite fragwürdig schmückt. Natürlich ist weder ein Zettel an meinem Auto noch jemand dafür Verantwortliches zu sehen.

Wo leben wir eigentlich, dass niemand mehr Verantwortung für sein Tun zeigt? Mag sein, dass unseren Kindern heute die Idole fürs Leben fehlen, und Hartz-4 um sich greift, aber ich möchte bei dieser Gelegenheit mal an das gute alte Ehrgefühl appelieren.

Mag das Leben manchmal auch frustrierend sein, vor allem für die Jugendlichen, aber so altmodische Tugenden, wie Ehrgefühl und „Ich-kann-mir-morgens-im-Spiegel-gerade-ins-Gesicht-gucken“ sollten schon noch da sein.
Das bringt uns und unser Leben nämlich in den Bereich: Ich kann selbst agieren, und reagiere nicht nur aufs Leben und die Umstände, und verziehe mich, wenns schwierig wird.

In diesem Sinne: Denkt mal drüber nach!

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