Seltener Nachwuchs bei den Asiatischen Goldkatzen im Zoo Heidelberg
Jungtier verlässt erstmals die Wurfkiste – erfolgreiche Aufzucht durch die Mutter
Große Freude im Zoo Heidelberg: Eine Asiatische Goldkatze hat erneut Nachwuchs bekommen. Das Jungtier entwickelt sich bislang sehr gut und wird von seiner Mutter vollständig eigenständig aufgezogen – ein besonderer Erfolg, da die Goldkatze diese Aufgabe erstmals übernimmt.
Das Zoo-Team begleitet die Entwicklung bewusst aus der Distanz. Über Kameras beobachten die Tierpfleger das Verhalten der Mutter und ihres Nachwuchses, ohne die Tiere in der geschützten Wurfphase zu stören.
„Wir freuen uns sehr, dass die Goldkatze ihren Nachwuchs so souverän selbst aufzieht. Sie macht das wirklich toll“, erklärt Kuratorin Sandra Reichler. Lange Zeit sei unklar gewesen, ob die Goldkatze tatsächlich Nachwuchs bekommen habe. Erst durch ihr verändertes Verhalten entstand der Verdacht, dass sie sich in der Wurfkiste um ein Jungtier kümmert. Die Gewissheit brachte schließlich die erste Sichtung des kleinen Goldkatzen-Nachwuchses.
Geboren wurde das Jungtier in der Nacht vom 18. auf den 19. Juni 2026. Erst vor wenigen Tagen konnte über die Kamera beobachtet werden, wie es erstmals die Wurfkiste verließ. Aktuell hält sich das Jungtier jedoch noch überwiegend im geschützten Bereich bei seiner Mutter auf und ist für Besucher nur selten zu sehen.
In den kommenden Wochen wird es seine Umgebung zunehmend erkunden. Das Geschlecht des Nachwuchses wird erst nach der ersten veterinärmedizinischen Untersuchung bestimmt. Bis dahin möchte das Zoo-Team Mutter und Jungtier möglichst wenig stören.
Der Zuchterfolg ist für den Zoo Heidelberg von besonderer Bedeutung. Die Asiatische Goldkatze gilt als gefährdet und gehört in europäischen Zoos zu den selten gehaltenen Arten. Der Zoo Heidelberg koordiniert das Europäische Erhaltungszuchtprogramm (EEP) für diese Tierart und leistet damit einen wichtigen Beitrag zum Schutz der Population.
Mit dem neuen Nachwuchs leben nun insgesamt neun Asiatische Goldkatzen in europäischen Zoos, davon fünf im Zoo Heidelberg. Seit 1976 engagiert sich der Zoo in der Haltung und Zucht der Art und hat bereits 28 Jungtiere erfolgreich aufgezogen.
Auch die im März geborenen Jungtiere Samin und Mirza entwickeln sich weiterhin gut und sind inzwischen regelmäßig auf ihrer Anlage neben den Alpakas zu beobachten.
Das natürliche Verbreitungsgebiet der Asiatischen Goldkatze reicht von Nepal bis Sumatra. Die Bestände sind unter anderem durch Lebensraumverlust, Wilderei und illegalen Handel bedroht. Neben der Erhaltungszucht unterstützt der Zoo Heidelberg daher auch Artenschutzprojekte in den Herkunftsgebieten – etwa zum Schutz vor Wilderei und zur Verringerung von Konflikten zwischen Menschen und Goldkatzen.
Für Besucher bietet sich in den kommenden Monaten die besondere Gelegenheit, die Entwicklung der seltenen Tiere mitzuerleben – vom jungen Nachwuchs bis zu den heranwachsenden Goldkatzen Samin und Mirza.
Foto: Das Zuchtpaar im Zoo Heidelberg harmoniert sehr gut miteinander. (Foto: Heidrun Knigge / Zoo Heidelberg)


















































