Beim Waldjugendtag standen Mitmachaktionen und Naturerlebnis im Mittelpunkt
Am Internationalen Tag des Baumes fand in Walldorf der Waldjugendtag statt, der gemeinsam von der Stadt, der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald Kreisverband Mannheim, der Deutschen Waldjugend Baden-Württemberg und dem Kreisforstamt Rhein-Neckar-Kreis veranstaltet wurde.
Das Zentrum des Geschehens lag auf dem Gelände des Waldklassenzimmers. Dort gab es zahlreiche Stände mit Aktionen zum Mitmachen oder Informationen über das Thema Wald. Bürgermeister Matthias Renschler betonte in seiner Begrüßung die Bedeutung der Waldpädagogik, und dass die Stadt das Ziel unterstütze, in Walldorf eine Waldjugendgruppe zu etablieren. Der Wald stehe auch in Walldorf vor großen Herausforderungen und sei an vielen Stellen stark geschädigt. Renschler lobte den Forst, der alles dafür tue, um dem entgegenzusteuern. „Danke für Ihre tolle Arbeit“, sagte der Bürgermeister in Richtung von Revierleiter Achim Freund und Forstbezirksleiter Philipp Schweigler sowie der Forstmitarbeiter. Außerdem dankte Matthias Renschler allen, die den Waldjugendtag ermöglicht haben und wünschte einen „schönen, interessanten und informativen Tag“.
Die Herausforderungen durch den Klimawandel haben für den Wald massiv zugenommen, sagte Sebastian Eick, Vorsitzender der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, Kreisverband Mannheim. Daher sei es wichtig, am Tag des Waldes, der weltweit gefeiert werde, ein Zeichen zu setzen. Die Stadt Walldorf hat immer ein „offenes Ohr und die Bereitschaft, etwas Besonderes zu machen“, lobte Eick die gute Zusammenarbeit. Er selbst war 22 Jahre lang als Forstbezirksleiter zusammen mit dem früheren Revierförster Gunter Glasbrenner für den Wald in Walldorf zuständig. „Wir müssen gemeinsam etwas tun“, mahnte Eick, der als Geschenk für die Stadt eine Zitterpappel mitgebracht hatte. Neben dem Waldumbau im Rahmen des Klimawandels sei ihm die Waldpädagogik ein großes Anliegen. Eick zeigte sich optimistisch, dass der Aufbau einer Waldjugendgruppe in Walldorf gelinge, denn „die Unterstützung ist da und es gibt ein sehr gutes Umfeld hier“.
Den Optimismus teilte auch Benedikt Jakesch, Leiter der Waldjugend Baden-Württemberg. „Wir wollen ein großes Netzwerk werden und auch die Eltern erreichen. Je mehr mitmachen, desto schöner wird es“, warb Jakesch um Unterstützung für die Gründung einer Waldjugendgruppe. Der Fokus der Waldjugend liege auf Aktivitäten wie beispielsweise regelmäßigem Zelten im Wald. Man wolle Jugendliche erreichen und das Verhalten im Wald nachhaltig positiv beeinflussen.
Der Waldjugendtag eignete sich bestens, um auf die Themen aufmerksam zu machen. Die Waldjugend hatte mehrere Stände aufgebaut, an denen gespielt oder Infos über den Wald und seine Bewohner eingeholt werden konnten.
Der Forst lud zur Baumpflanzaktion in der Nähe des Hochholzer Sees ein. Hier seien vor allem Rotbuchen und Kiefern vorhanden, die durch den Klimawandel besonders betroffen seien. Aus diesem Grund habe man Buchen entnommen, die besonders stark beschädigt waren, erläuterte Revierförster Achim Freund. Stattdessen pflanze man nun Flaumeiche und Zerreiche und erhoffe sich dadurch, „mehr Artenvielfalt einbringen zu können“. Die Forstmitarbeiter unterstützten die Teilnehmenden bei der Einpflanzung der jungen Bäume.
Wer bei sich zu Hause Sonnenblumen ziehen möchte, war bei Waldpädagogin Sabrina Ehnert gut aufgehoben: Sie hatte kleine Körbe, Pflanzenerde und Sonnenblumensamen zum Mitnehmen vorbereitet. Bei ihr konnten die Kinder außerdem auf Ton die Spuren der Schalenabdrücke von Rehen und Hirschen verewigen.
Christoph Maetz von der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald konnte an seinem Stand einige „echte Exemplare“ zeigen: Neben Knochen und Geweihen von Reh und Hirsch gab es auch Felle einiger Waldbewohner wie Dachs, Fuchs und Wiesel zu sehen. „Für Kinder ist es wichtig, dass sie ein haptisches Gefühl haben“, erklärte Maetz. Und das Anfassen der Exemplare war ausdrücklich erwünscht. Wer wollte, konnte auch Käfer, Würmer oder Spinnen sammeln und bestimmen. Einen Stand weiter war das spielerische Lernen im Vordergrund: Wer seine Hand in eine von zwei Boxen steckte, konnte Waldgegenstände darin erfühlen, zum Beispiel Haselnuss, Eicheln oder Tannenzapfen. Ein Mitmachspiel rund um den Baum sowie ein Stand, der zum Basteln von Baumgesichtern einlud, ergänzten das Angebot.
Es gab sogar eine „Schießbude“, die die Landesfortverwaltung Baden-Württemberg anbot. Hier galt es, eine mit Tannenzapfen beladene Schleuder weit nach hinten zu spannen und dann einen Dosenstapel zu treffen. Das sorgte natürlich für viel Spaß und wurde gerne genutzt. Ebenso wie das Anfertigen von eigenen Buttons mit einer Maschine. Als Motive konnten verschiedene Wappen der Waldjugend ausgesucht werden. An einem weiteren Stand konnten Insektenhotels gefertigt werden, in denen sich unter anderem Schlupfwespen und Wildbienen wohlfühlen.
Text und Fotos: Stadt Walldorf






















