Auto- und Radfahrer werden um besondere Vorsicht gebeten
Wenn die Temperaturen wieder steigen und die Nächte feucht sind, machen sich Amphibien wie Kröten, Frösche und Molche auf den Weg zu ihren Laichgewässern. Ihre Reise birgt allerdings viele Gefahren, vor allem durch die Straßen, auf denen jedes Jahr laut dem Naturschutzbund (Nabu) tausende Tiere überfahren werden.
Ein großes Wandergebiet in Walldorf ist der Hochholzer See. Daher bitten die Verantwortlichen vom städtischen Fachdienst Umwelt sowie der Nabu-Gruppe Walldorf-Sandhausen um besondere Vorsicht, vor allem bei denjenigen, die mit dem Auto oder Fahrrad unterwegs sind.
Vor 14 Tagen habe man in der Region die ersten Wanderungen beobachtet, zum Beispiel bei der Hardtwaldraststätte an der Autobahn A5, die laut Reiner Klemm, Sprecher des Vorstands der Nabu-Gruppe Walldorf-Sandhausen, ein großes Wandergebiet ist. Die einsetzende Kälte habe die Wanderung aber zunächst gestoppt. Am Freitag letzter Woche habe sie wieder eingesetzt – auch in Walldorf: Am Fischgrund, am Schwimmbad und am Hochholzer See sind Bergmolche, Erdkröten und Teichfrösche sowie Feuersalamander unterwegs.
„Wenn alles gut läuft, ist es in zwei Wochen rum“, sagt Reiner Klemm, vorausgesetzt, es gebe nicht wieder einen Kälteeinbruch wie im vergangenen Jahr, als sich deswegen die Krötenwanderung bis in den April verzögert hatte. „Wichtig sind Temperaturen oberhalb von fünf Grad und viel Feuchtigkeit“, nennt Reiner Klemm ideale Bedingungen für die Tiere.
Unterstützung bekommen die Tiere von einigen Mitarbeitern der SAP, die sich im vergangenen Jahr zu einer Betreuergruppe zusammengeschlossen haben. Auf dem von den Amphibien stark frequentierten Gerhard-Oswald-Weg geht die Gruppe einmal am Tag den Zaun ab, an dem etwa alle 20 Meter Eimer zum Auffangen der Tiere eingegraben sind. Die Tiere werden eingesammelt und zu nahe gelegenen Teichen gebracht. Außerdem hat die Gruppe laut Reiner Klemm den Hochholzer See und die angrenzenden Wege im Blick und beobachtet regelmäßig die Wanderung der Amphibien.
Auf den Wegen rund um den Hochholzer See werden zusätzlich Warnschilder durch den Nabu aufgestellt. Wer zum Beispiel aktuell für das Holzsammeln in dem Bereich unterwegs ist, solle unbedingt Fahrten im Dunkeln vermeiden, das gelte auch für die Radfahrer. Denn dann seien die Amphibien besonders zahlreich auf den Wegen. „Ein Auto kann verheerenden Schaden anrichten“, betont Klemm. „Von 6.30 bis 18 Uhr“, lautet die Empfehlung für die Befahrung der betroffenen Strecken.
Text: Stadt Walldorf
Foto: Pixabay




















