Im Tom-Tatze-Tierheim sieht man die Mitarbeiter erleichtert und zufrieden lächeln. „Unser Jan hat sein Zuhause gefunden.“ Karin Schuckert, Tierheimleitung, legt den Telefonhörer auf. Sie hat mit den Menschen telefoniert, die Jan adoptierten. Dort wohnten bereits eine Katze und ein Kater. „Es war für Jan seine größte Chance und für uns alle spannend, wie er sich verhalten würde. Wir alle haben ihm nur einen Satz mit auf den Weg gegeben: Benimm Dich!“ lacht Karin Schuckert. Im Tierheim zeigte er sich nämlich als Wirbelwind, der die Nähe des Menschen liebt. Doch oft genug wusste er gar nicht, wohin mit seiner Energie und schoss übers Ziel hinaus. Er teilte aus und überdrehte schnell. So schlug er alle Interessenten in die Flucht. Nicht aber seine jetzigen Menschen. Sie waren daran interessiert, seine zauberhafte Seite kennenzulernen. Zunächst sah es so aus, dass er sich mehr für die Katze des Hauses interessieren würde. Doch die entschied anders und hielt ihn auf Abstand. Jan akzeptierte dies. Schließlich gab es ja noch einen Kater. Er suchte seine Nähe. Dieser war einverstanden und zeigte Jan das neue Zuhause. Die Empfehlung für zukünftige Freigänger Katzen ist, sie einige Wochen drinnen zu lassen. Dann akzeptieren sie die neue Umgebung als ihr Zuhause und kehren immer wieder zurück. Jan aber ist ein Charakterkopf und zeigte schnell, dass er sich wohlfühlt aber auch hinaus möchte. Seine Menschen ließen ihr Bauchgefühl entscheiden und so durfte Jan mit dem ersten Schnee hinaus. Sein Katerkumpel zeigte ihm die Umgebung. Gemeinsam kamen sie dann auch wieder zurück. „Wir behielten die Spuren im Schnee die ganze Zeit im Auge,“ erzählen die Menschen lachend. „Wir freuen uns, dass er sich wohlfühlt und sind gespannt, wie seine Geschichte bei uns weiter geht.“
Jan’s Geschichte zeigt: Zu einem gelungenen Start in ein Neues Leben gehören keine festen Regeln, sondern lediglich Respekt und Fairness. Das Tier bestimmt beim Umzug das Tempo, den Rest übernimmt das Bauchgefühl des Menschen. „Das war ein Jahresstart nach unserem Geschmack,“ so Schuckert. „Für alle unsere Schützlinge wünschen wir nun ebenfalls ein Zuhause, wo sie sich wohlfühlen können und sicher sind.“



















