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„Mut zu neuen Wegen“ – Ergreifende Lesung mit Said Azami und Raquel Rempp

3. Juni 2017 | > Walldorf, > Wiesloch, Allgemeines, Bücher Dörner GmbH, Leitartikel, Photo Gallery

Eine ganz besondere Lesung fand am 30. Mai im gemütlichen Verkaufsraum von Bücher Dörner in Walldorf statt.

(bb) Eingeladen waren Said Azami, Flüchtling aus Afghanistan, und Raquel Rempp, engagierte Stadträtin aus Schwetzingen, die gemeinsam das Buch „Mut zu neuen Wegen“ geschrieben haben.

Bei einem Glas Wein, das Uwe Dörner und sein Team Ute Jakob und Monika Bretl-Kempf anboten, wurde es fast eine „Wohnzimmerlesung“, denn leider fanden nicht viele Besucher den Weg in die Buchhandlung – sei es dem vorausgegangenen Gewitter, der andauernden Hitze oder Parallelveranstaltungen geschuldet. Aber alle, die nicht da waren, haben eine berührende Veranstaltung verpasst.

Raquel Rempp ist Stadträtin in Schwetzingen und hat sich von Beginn an für die ankommenden Flüchtlinge eingesetzt. Wie ihr Engagement in der Flüchtlingshilfe in Schwetzingen einzuschätzen ist, brachte 2015 der damalige Schwetzinger Erste Bürgermeister Dirk Elkemann, heutiger OB in Wiesloch, auf den Punkt: „Geht nicht, gibt’s nicht“.
Raquel Rempp erläuterte, dass ihr damals im Flüchtlingscamp in Schwetzingen die Afghanen als höfliches und respektvolles Volk begegnet seien. Dort sei ihr auch ein Mann aufgefallen, den sie immer mit dicken Büchern und Heften unter dem Arm angetroffen habe. So sei sie mit Said Azami näher ins Gespräch gekommen. Sie habe ihn ermuntert und geholfen, seine Texte zu schreiben und aus dem Persischen ins Deutsche zu übersetzen. Frau Rempp lernte viel über Afghanistan und Said Azami lernte während dieser Zeit die deutsche Sprache.
Aus diesen Texten ist das vorliegende Buch entstanden, das den Untertitel „Hoffnung auf ein Leben in Sicherheit – Meine Flucht aus Tyrannei und Unterdrückung“ trägt.

Said Azamin begann seine Lesung – nein, eher seine Erzählungen – mit dem Anlegen eines traditionellen Gewandes. Dies tragen die Menschen in Afghanistan zusammen mit einer Kappe, einem Tuch oder einem Turban an Feiertagen und zu Festen.


Dann erzählte er von seiner Kindheit in Afghanistan, von der Arbeit auf den Feldern, von Raketenangriffen, von einem Leben in Misstrauen und Krieg. In den hohen Bergen verteilen sich viele kleine Dörfer, die nur durch enge und gefährliche Wege an steinigen Abgründen verbunden sind. Durch Steinschlag und Abstürze getötete Menschen sind hier täglich zu beklagen. Mädchen dürfen nicht zur Schule gehen; Frauen werden unterdrückt und zur Bestrafung gesteinigt. Jugendliche werden an Schulen zu Terroristen ausgebildet; im Opiumrausch sehnen sie sich nach dem versprochenen Paradies mit vielen Frauen und sehen letztendlich ein Selbstmordattentat als Meilenstein zum ewigen Leben im Paradies.
Es gibt viele verschiedene Volksstämme und Sprachen in Afghanistan. Hinzu kommen aus der ganzen Welt Terroristen und machen dieses Land zu einem Pulverfass. Seit Jahren herrscht dort Krieg, und die einzige Möglichkeit zu Frieden und Sicherheit ist die Flucht.

Diese Flucht hat auch Said Azami angetreten. Bis er 2013 als Asylbewerber in Deutschland landete, lernte er mehrere Länder, u. a. den Iran, Pakistan, Griechenland, die Türkei, Italien, Frankreich, Spanien und Norwegen kennen. Nun ist für ihn, der „ungefähr 1983 in Afghanistan geboren“ wurde, seit 2014 Schwetzingen seine neue Heimat, in der er inzwischen in einer eigenen kleinen Wohnung lebt. Er ist dankbar, dass er sein Ziel, in Frieden und Sicherheit leben zu können, erreicht hat. Er sagt: „Meine verwundete Seele wurde von Menschen geheilt“.

Seine Erzählungen, die er mit vielen Fotos aus seiner Heimat auch bildhaft darstellte, schloss er mit einigen Gedichten; das letzte der Gedichte hieß „Neuanfang“.

Said Azami und Raquel Rempp möchten viele Menschen mit ihrem Buch „Mut zu neuen Wegen“ zum Nachdenken anregen. Sie sind noch zu Lesungen in Mannheim, Karlsruhe und Baden-Baden eingeladen.

„Mut zu neuen Wegen“ – erhältlich in der Buchhandlung Dörner.

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Text und Fotos: BBinz

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