Zwischenbilanz der städtischen Umweltförderprogramme – Situation im Bausektor bremst

Lange Zeiträume zwischen Bewilligung und Umsetzung

Der Gemeinderat Walldorf hat jetzt eine aktuelle Zwischenbilanz zur Kenntnis genommen, wie die städtischen Umweltförderprogramme von den Bürgern genutzt werden.
Laut dem Bericht von Christian Horny (Fachbereich Ordnung und Umwelt) sind im laufenden Jahr von Januar bis August im Rahmen der 19 Umweltförderprogramme plus dem Programm für Schutzmaßnahmen vor Einbrüchen insgesamt 82.600 Euro ausbezahlt worden. Allerdings könne im Bereich der energetischen Sanierung ein deutlicher Überhang von bereits bewilligten Anträgen gegenüber tatsächlich geförderten Maßnahmen festgestellt werden. Die Schlussfolgerung: „Aufgrund der allgemein unbefriedigenden Situation im Baugewerbe ist der Zeitraum zwischen der Bewilligung und der Umsetzung beziehungsweise Abrechnung deutlich länger als in den letzten Jahren“, heißt es im Bericht. Das zeigten auch in vielen Fällen die Bitten um Verlängerung der Bewilligungszeiträume durch die Bauherren. Seitens der Stadt habe man in allen Fällen die Verlängerung auch gewährt.

Ein Problem, das sich gerade auch beim neu eingeführten Förderprogramm Photovoltaik zeigt, das sich eigentlich sehr erfreulich entwickelt. Mit 135 bewilligten Anträgen und einer Fördersumme von über einer Million Euro ist das erst im Mai vom Gemeinderat beschlossene Programm bereits ein „Schwerpunkt bei den Antragseingängen“. Allerdings werde nur ein sehr kleiner Teil der beantragten Anlagen in diesem Jahr auch tatsächlich installiert und abgerechnet. „Aufgrund von Lieferproblemen, vor allem bei den Wechselrichtern, wird der Großteil der Zuschüsse erst 2023 ausgezahlt werden“, erläutert der Bericht. Die bisher bewilligten Anlagen haben eine Gesamtleistung von 1,2 Megawatt-Peak (MWp), die Batteriekapazität liegt bei 0,99 Megawattstunden (MWh).

Im Bereich der energetischen Sanierungen werden Dämmmaßnahmen an der Gebäudehülle sowie der Fensteraustausch gefördert. Spitzenreiter bei der Inanspruchnahme der Förderprogramme ist laut dem Bericht auch in diesem Jahr die Fenstererneuerung. Es liegen der Verwaltung 76 bewilligte Anträge vor, davon 46 aus 2022. Gefördert wurden im Bereich der energetischen Sanierung bisher 28 Maßnahmen mit einer Fördersumme von über 62.000 Euro. Durch die geförderten Maßnahmen können 20,7 Tonnen CO2 pro Jahr eingespart werden.

Bei Neubauten sind zwei Förderprogramme möglich. Durch die Verpflichtung zum Bau eines Passivhauses auf städtischen Grundstücken liegt laut dem Bericht der Schwerpunkt auf der Förderung von Passivhäusern. Allerdings gilt auch hier: „Durch die langen Bauzeiten der Gebäude sowie die Verzögerungen im Bauablauf durch einschränkende Corona-Maßnahmen und zwischenzeitliche Materialknappheit liegen immer noch bewilligte, aber nicht ausgezahlte Anträge aus den Jahren 2020 und 2021 vor.“ Das machen die Zahlen deutlich: Bewilligt sind derzeit Fördermittel in Höhe von 108.000 Euro, ausbezahlt wurden als Passivhaus-Zuschuss in diesem Jahr lediglich 12.000 Euro.

Im Bereich der Gebäudetechnik liegen zwölf bewilligte Anträge vor, davon fünf aus 2022. Ausbezahlt wurden 2220 Euro, bewilligt dagegen rund 7000 Euro. Für das neue Förderprogramm „Erdwärmepumpen“, Ende Mai vom Gemeinderat beschlossen, wurde bislang noch kein Antrag eingereicht, es habe aber bereits rund zehn Beratungen zum Thema gegeben.
Zur Förderung der nachhaltigen Mobilität stehen drei Programme zur Verfügung. Fahrradshopper wurden mit 600 Euro gefördert, für Lastenräder ist in diesem Jahr noch kein Antrag eingegangen. Die Abwrackprämie für Zweitakter wurde einmal (500 Euro) in Anspruch genommen.
Beim Umweltschutz-Bonusprogramm, mit dem auch kleinere CO2-Einsparmaßnahmen gefördert werden, wurden in diesem Jahr sieben Gutscheine ausgegeben. Zwölfmal wurde von Einzelhändlern ein Gutschein eingelöst, darunter elf Gutscheine, die 2020 oder 2021 ausgegeben wurden. Für das Förderprogramm Einbruchschutz liegen acht bewilligte Anträge vor, davon zwei aus 2022. Bezuschusst wurden dieses Jahr drei Maßnahmen mit zusammen 446 Euro.

 

 

Text und Foto: Stadt Walldorf

 

Veröffentlicht am 9. Oktober 2022, 16:00
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