„Wir wollen Möglichkeiten der Begegnung schaffen“
Bereits heute gibt es mehr als 1,8 Millionen Betroffene – und es werden immer mehr. Annegret Sonnenberg machte gleich zu Beginn des Pressegesprächs anlässlich der Woche der Demenz, die vom 15. bis 21. September stattfinden wird, deutlich, dass es Zeit ist, das Thema Demenz wieder in den Fokus der Öffentlichkeit zu rücken. Zur Woche der Demenz laden Walldorf, Wiesloch und Nußloch ein; in allen drei Kommunen wird es unterschiedliche Aktionen geben. „Es gibt vielfältige Angebote und das wollen wir über die Veranstaltung kommunizieren“, so Annegret Sonnenberg von der Bürgerstiftung Wiesloch, in der die Initiative Demenzfreundliches Wiesloch zusammen mit dem Verein Lichtblick aus Nußloch und der IAV-Stelle der Stadt Walldorf zu den Initiatoren der Woche der Demenz gehört.
Leider ist das Thema Demenz nach wie vor mit Scham besetzt, findet Elke Menrath, Geschäftsführerin des Vereins Lichtblick. Und das, obwohl fast jede Familie betroffen sei.
Die Auftaktveranstaltung am Montag, 15. September (16.30 bis 21 Uhr), die beim Verein Lichtblick (Hauptstraße 99) in Nußloch stattfindet und mit Angeboten zahlreicher Institutionen, Vereine und Dienste sowie einem Vortrag aufwartet, bezeichnete Menrath als „besonderes Herzstück“.
Ein weiteres Highlight sei die Veranstaltung im PZN in Wiesloch am Mittwoch, 17. September (18 bis 21 Uhr), mit Leah Weigand und Katharina Stahl. Durch Musik und Poesie werde spielerisch ein ganz anderer Zugang zum Thema Demenz ermöglicht. Überhaupt sei es den Verantwortlichen ein Anliegen, „möglichst viele interessante und niederschwellige Angebote“ zu machen.
„Wie kann ich die Menschen unterstützen?“, stellte André Hieke, Pflegedienstleiter im Gerontopsychiatrischen Zentrum des Psychiatrischen Zentrums Nordbaden (PZN), die Frage in den Raum, die viele betroffene Angehörige umtreibe. Die Schwierigkeit sei, dass es keine einheitliche Spezialisierung für an Demenz Erkrankte gebe. Oft wüssten die Menschen nicht, wie sie mit der Diagnose umgehen sollten. „Als Angehörige muss man sich die Angebote selbst zusammensuchen“, betonte Hieke. Daher sei eine sektorenübergreifende Versorgung, an der sich viele Akteure beteiligen, so wichtig.
Beim Thema Demenz sei „das gesamte Gemeinwesen angesprochen“, betonte Andrea Münch von der IAV-Stelle der Stadt Walldorf. Schließlich kenne jeder jemanden, der von Demenz betroffen sei. Es gelte daher, „über den Tellerrand zu schauen“ und Menschen nicht in Schubladen zu stecken. Die Woche der Demenz könne mit ihren Angeboten für das Thema sensibilisieren. „Wir wollen Möglichkeiten der Begegnung schaffen“, so Münch. Denn ein Problem sei, dass sich Betroffene oft zurückziehen. Für die Woche der Demenz habe man bewusst Angebote ins Programm genommen, die Leichtigkeit haben und nicht immer die Krankheit in den Vordergrund stellen – beispielsweise den Tanztee oder den historischen Stadtspaziergang. „Die Menschen sollen sich trotz Erkrankung angenommen fühlen“, betonte Annegret Sonnenberg.
Zum Programm:
Die Auftaktveranstaltung findet am Montag, 15. September, von 16.30 bis 21 Uhr beim Verein Lichtblick in der Hauptstraße 99 in Nußloch statt. Verschiedene Institutionen, Vereine und Dienste informieren, beraten und bieten Ideen und Materialien zu verschiedenen Themenbereichen an. Außerdem wird es Mitmachaktionen wie einen Demenzparcours und ein Kreativangebot der Kirchlichen Sozialstation geben. Die Begrüßung erfolgt um 17 Uhr durch die Bürgermeister der drei veranstaltenden Kommunen. Um 18 Uhr hält Dr. Christoph Rott (Ressortleiter Seniorensport im Sportkreis Heidelberg und wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Gerontologie der Universität Heidelberg) einen Vortrag zum Thema „Demenz ist kein Schicksal! Aktuelle Erkenntnisse, um das Demenzrisiko präventiv klein zu halten“.
Am Dienstag, 16. September, lädt der Verein Generationenübergreifendes Leben in Walldorf (GeLeWa) von 15 bis 16.30 Uhr zum „Café im Quartier“ (Treff des generationenübergreifenden Wohnhofs, Bürgermeister-Willinger-Straße 60).
Am Mittwoch, 17. September, gibt es von 18 bis 21 Uhr in der Festhalle auf dem PZN-Gelände in Wiesloch „Musik & Poesie“ mit der Dichterin und Autorin Leah Weigand und der Musikerin Katharina Stahl. Gemeinsam gestalten sie einen Abend voller Poesie und musikalischer Vielfalt, der Raum zum Träumen und Nachdenken bietet.
Am Donnerstag, 18. September, finden zwei Veranstaltungen statt: Auf dem Marktplatz in Walldorf gibt es von 10 bis 12 Uhr einen Infostand und Mitmachangebote der IAV-Stelle und des Gerontopsychiatrischen Zentrums Wiesloch. Von 17 bis 19 Uhr findet ein historischer Stadtspaziergang unter der Leitung von Reiner Menges statt. Er führt die Teilnehmenden zu einzelnen Stationen im Ortskern und hat zahlreiche Geschichten, Anekdoten und Bilder im Gepäck. Treffpunkt ist die Scheune Hillesheim (Johann-Jakob-Astor-Straße 1) um 17 Uhr.
Am Freitag, 19. September, lädt die ökumenische Hospizhilfe Südliche Bergstraße zum „Letzte-Hilfe-Kurs“. Den Teilnehmenden wird das kleine 1×1 der Sterbebegleitung vermittelt – also wie schwerkranke und sterbende Menschen am Ende des Lebens umsorgt werden können. Der Kurs findet von 11 bis 15 Uhr im Laurentiussaal des evangelischen Gemeindehauses (Adenauerplatz) in Wiesloch statt. Eine Anmeldung ist erforderlich bis Montag, 15. September, unter Telefon 06222/1407.
Zum geselligen Beisammensein lädt ebenfalls am Freitag, 19. September, der Verein Lichtblick in die Hauptstraße 99 in Nußloch ein. Das Begegnungscafé findet von 15 bis 17 Uhr statt.
Von 17 bis 18 Uhr bringen am selben Tag Sitztanz und Yoga auf dem Stuhl Bewegung für Körper und Geist. Das Angebot der Kirchlichen Sozialstation Wiesloch findet im Haus 20 auf dem PZN-Gelände (Kastanienallee) in Wiesloch statt.
Im Rahmen des WiWa Familien-Bewegungstags (15 bis 18 Uhr) präsentiert sich am Sonntag, 21. September, die Bewegungsgruppe für Senioren, die Lucky Fellows, in der Stadionhalle (im barrierefreien Anbau) in Wiesloch. Unter dem Motto „Fit bleiben statt rumsitzen – mit Musik und guter Laune!“ bringt die Gruppe von 16 bis 17 Uhr Körper und Geist mit sanften Übungen für Ausdauer, Kraft und Gleichgewicht, angepasst an jedes Fitnesslevel, in Schwung.
Ebenfalls am Sonntag, 21. September, lädt die Tanzschule Kronenberger (Hauptstraße 2) in Walldorf zum Tanztee ein – ein beschwingter, musikalischer Nachmittag, bei dem die Freude an der Bewegung und an der Geselligkeit im Mittelpunkt steht. Anmeldung unter E-Mail [email protected] oder Telefon 06227/891424.
Ergänzend dazu stehen in den drei Büchereien von Walldorf, Wiesloch und Nußloch während des gesamten Projektzeitraums und zu den jeweiligen Öffnungszeiten Medien aller Art zum Thema Demenz bereit.
Text und Foto: Stadt Walldorf