Wieslocher Freibad WieTalBad nun endlich eröffnet – Kreisverkehrsregelung beim Schwimmen

(rp) Wiesloch, 26.06.2020 – Das Wieslocher Schwimmbad hat seit gestern geöffnet. Massive Einschränkung der Anzahl der Schwimmbadbesucher die gleichzeitig im WieTalBad sein dürfen. Doch besser so, als garnicht.

„Ab 25.06. wird mit Abstand geschwommen und gechillt“ schreibt die Stadt Wiesloch in ihrer Pressemitteilung.

Eröffnung des WieTalBades 2020 – „Lächeln Sie, denn Sie sind im Schwimmbad!“

Betrachtet man die letzten Wochen und insbesondere die Feiertage wie beispielsweise den 1. Mai oder Vatertag, an denen traditionell gefeiert wird und Ausflüge an den Badesee oder in das Schwimmbad auf der Tagesordnung stehen – so war es dies Jahr ganz anders, nahezu erschreckend anders. Bisher hieß es, Baden verboten! Selbst das Sonnenbaden war an den Badeseen der Region verboten!

Lächeln und Glücklich sein, der Lärm der Kinder – irgendwie eine Wohltat.

Die offizielle Saisoneröffnung und die Begrüßung des 1. Badegast durch den Oberbürgermeister Elkemann erfolgte gestern Morgen um 9 Uhr. Wie man auf den Fotos der Pressekollegen sehen kann, hatte das Stadtoberhaupt zwar ein Tuch als Mund- und Nasenschutz auf, jedoch weniger als die „vorgegebenen 1,5 Meter Abstand“ eingehalten. Von den Badegästen wird allerdings verlangt selbst im Wasser die Abstandsregel einzuhalten. Kreisverkehrsregelung beim Schwimmen.

Keine Regel ohne Ausnahmen

So heißt es in der aktuellen Fassung der Rechtsverordnung (Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus):

Zitat: „§ 3 Einschränkung des Aufenthalts im öffentlichen Raum und von Ansammlungen, Pflicht zum Tragen von Mund-Nasen-Bedeckungen

(1) Der Aufenthalt im öffentlichen Raum ist bis zum Ablauf des 30. Juni 2020 nur alleine oder in einer Gruppe mit Angehörigen von bis zu zwei Haushalten oder mit bis zu zehn Personen gestattet. Zu anderen Personen ist im öffentlichen Raum, wo immer möglich, ein Mindestabstand von 1,5 Metern einzuhalten. Personen ab dem vollendeten sechsten Lebensjahr müssen zum Schutz anderer Personen vor einer Verbreitung des SARS-CoV-2-Virus

  1. im öffentlichen Personenverkehr, an Bahn- und Bussteigen, im Wartebereich der Anlegestellen von Fahrgastschiffen sowie in Flughafengebäuden und
  2. in den Verkaufsräumen von Ladengeschäften und allgemein in Einkaufszentren

eine nicht-medizinische Alltagsmaske oder eine vergleichbare Mund-Nasen-Bedeckung tragen, wenn dies nicht aus medizinischen Gründen oder aus sonstigen zwingenden Gründen unzumutbar ist oder wenn nicht ein anderweitiger mindestens gleichwertiger baulicher Schutz besteht.“

Weiter heißt es: „Ausgenommen von dem Verbot nach den Absätzen 1 und 2 sind Veranstaltungen, Ansammlungen und sonstige Zusammenkünfte, wenn sie 1. der Aufrechterhaltung des Arbeits- und Dienstbetriebs einschließlich der innerbetrieblichen und -dienstlichen Aus- und Weiterbildung, 2. der Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung, …“

 

A N Z E I G E :

Prilano Badeteppich

 

Daher dürfte es für die Bediensteten der Stadt erlaubt sein sich nicht an die Abstandsregel halten zu müssen. Dies dürfe dann wohl auch der Grund gewesen sein, warum man Bürgermeister Sauer vor einigen Tagen ein Restaurant ohne sog. Mundschutz betreten sah. Dienstlicher Mittagstisch. Auch gibt es berechtigte Ausnahmen beispielsweise aus gesundheitlichen Gründen. Daher sollte man nicht allzu schnell „vorurteilen“ bzw. „vor Verurteilen“, wenn man Menschen sieht, die weder eine Maske tragen, noch den Abstand von 1,5 Metern einhalten.

Um sich besser zu Informieren ist auch ein vergleichender Blick in die Verordnungen der verschiedenen Landesregierungen sinnvoll, insbesondere bei einer geplanten Ausreise aus Baden-Württemberg in andere Bundesländer, oder in das Ausland. Andere Länder, andere Sitten – heißt es ja bekanntlich.

Wieslocher Stadtrat in Bergamo verschafft sich Überblick über die Lage in der Lombardei

Ein Wieslocher Stadtrat verschafft sich gerade einen Überblick über die Lage in der Lombardei, dem italienischen Zentrum des Coronavirus-Ausbruchs. Oder Boulevardpresse mäßig gesagt: „Deutscher Kommunalpolitiker besucht Todeszone“. Thorsten Krings (FDP) berichtet auf seiner Facebook-Seite: „Desinfektionsmittel vor jedem öffentlich zugänglichen Gebäude, vor dem Betreten wird die Temperatur gemessen und Maskenpflicht wird ernst genommen.„. Des Weiteren schreibt er: „Lage relativ normal.„. Schwierigkeiten gab es wohl nur bezüglich Reiseveranstalter und seiner Hotel-Buchung. Quasi eine gewisse Zeit Obdachlos?  – „Gott sei Dank im Mercure in Bergamo untergekommen. Ab morgen in einem tollen familiengeführten Hotel in den Bergen.“ so Krings. Man darf gespannt sein auf weitere Reiseberichte und über die weiteren Erkenntnisse und Eindrücke. Es heißt: Mit mehr als 16.000 Toten zählt die italienische Lombardei zu den am härtesten betroffenen Regionen in Europa. Der Corona-Hotspot schlechthin.

Auslandsurlaub geplant? Infos des Auswärtigen Amtes hier: Reise und Sicherheitshinweise

 

In der Berliner Verordnung heiß es u.a.

(1) Der Aufenthalt im öffentlichen Raum ist nur allein, im Kreise der Ehe- oder Lebenspartnerinnen und partner, der Angehörigen des eigenen Haushalts und der Personen, für die Sorge- und Umgangsrecht besteht, sowie für bis zu fünf Personen aus mehreren Haushalten oder Angehörigen von zwei Haushalten gestattet. Zu den haushaltsfremden Personen ist der Mindestabstand von 1,5 Metern einzuhalten, soweit die Umstände dies zulassen.

(2) Absatz 1 gilt nicht

1. für Aufenthalte im öffentlichen Raum zum Zweck der Berichterstattung durch Vertreterinnen und Vertreter von Presse, Rundfunk, Film oder anderen Medien,

2. für die Ausübung beruflicher, mandatsbezogener oder ehrenamtlicher Tätigkeiten, die im Freien erbracht werden müssen, einschließlich der jahreszeitlich bedingt erforderlichen Bewirtschaftung landwirtschaftlicher, gartenbaulicher und forstwirtschaftlicher Flächen und für politische Werbung durch nicht mehr als zwei Personen gegenüber Einzelpersonen oder einzelnen Personengruppen im Sinne von Absatz 1 Satz 1 um die Unterstützung von Parteien und Wählergemeinschaften sowie von Volksbegehren, Volksinitiativen, Bürgerbegehren und Einwohneranträgen,

3. für die Benutzung des öffentlichen Personennahverkehrs, von Eisenbahnen und Flugzeugen, Fähren, Fahrgastschiffen und von Kraftfahrzeugen, mit denen eine entgeltliche oder geschäftsmäßige Beförderung erfolgt oder die zu beruflichen und dienstlichen Zwecken von Mitarbeitenden gemeinsam genutzt werden müssen,

4. für die Durchführung von pädagogisch begleiteten Außenaktivitäten von Einrichtungen nach § 12, von Angeboten der teilstationären und stationären Jugendhilfe sowie im Fall von Außenaktivitäten bei privater, insbesondere nachbarschaftlich organisierter Kinderbetreuung im Sinne des § 12 Absatz 10.
In den Fällen nach Satz 1 gilt, dass der Mindestabstand eingehalten werden soll, sofern dies im Rahmen der ordnungsgemäßen Nutzung oder Betätigung möglich und zumutbar ist.

(3) Beim Aufenthalt im Freien sind folgende Regeln zu beachten:

1. Auf fest installierten Sitzgelegenheiten ist das Verweilen allein und mit den in § 1 Satz 3 genannten Personen zulässig; zu weiteren Personen ist der Mindestabstand von 1,5 Metern einzuhalten.

2. Das Sitzen oder Liegen auf Wiesen und Freiflächen ist allein und mit den in § 1 Satz 3 genannten Personen sowie den in Absatz 1 genannten Personen zulässig, zu denen der Mindestabstand von 1,5 Metern einzuhalten ist. Zu anderen Personen ist ein Mindestabstand von 5 Metern einzuhalten. Grillen und das Zubereiten sowie das gewerbliche Anbieten von Speisen sind nicht erlaubt.
Zur Vermeidung von Überfüllungen können Zugangsbeschränkungen für Parks und Grünanlagen festgelegt werden.

www.berlin.de/corona/massnahmen/verordnung

Verordnung des Kultusministeriums und des Sozialministeriums über Sportstätten (Corona-Verordnung Sportstätten – CoronaVO Sportstätten)Vom 4. Juni 2020

Die Verordnung des Kultusministeriums und des Sozialministeriums über Sportstätten regelt den Betrieb von Sportanlagen und Sportstätten, Tanzschulen, Schwimm- und Hallenbädern sowie Thermal- und Spaßbädern zu Trainings- und Übungszwecken. Sie wurde am 4. Juni 2020 durch öffentliche Bekanntmachung des Kultusministeriums notverkündet und gilt ab dem 6. Juni 2020.

bw.de….

Was sagen die Wieslocher Bürger?

In den sog. sozialen Netzwerken im Internet äußern sich einige Wieslocher u.a. wie folgt: „Als jahrzehntelanger Stammgast wird das Jahr 2020 das erste Jahr für mich ohne Freibad Wiesloch sein. Da ich täglich schwimmen gehe, wären damit je nach Saisonende rund 300 Euro fällig sorry aber das ist es mir nicht Wert. Ich wünsche allen die trotzdem kommen eine tolle Saison in einem bislang immer sehr gepflegten und sauberen Ambiente vielleicht entschließen sich ja die Verantwortlichen ja noch für die reinen Sportschwimmer etwas an der Preisgestaltung zu ändern.

Hinweisschild am Eingang des WieTalBades

Hinweisschild am Eingang des WieTalBades

Eine Wieslocherin schreibt: „Für einen regelmäßigen Schwimmer nicht zu bezahlen. Dieser benötigt auch keine 3 Stunden. Reine Schwimmerzeiten und Preise wäre angebracht. Wiesloch hätte mal auf andere Gemeinden schauen und aus deren Erfahrungen lernen können„. Eine andere schreibt: „Kinder und Jugendliche bis 14 Jahren dürfen für umme rein, das ist doch ein höchst erfreulicher Aspekt für die Familienkasse, DAS sollte man doch mal klar und deutlich positiv erkennen„.

Trotz Öffnung des Freibades tritt es den Gastronomiebereich im WieTalBad besonders hart. Das verflixte 18te Jahr für die Pächter, könnte man sagen. Keine Bestuhlung auf der Terrasse, Beschränkung der Schwimmbadbesucher auf maximal 300 Besucher. 

Plexiglas-Schutzvorrichtungen am Imbiss und dem Kiosk, Abstandsmarkierungen sowie Menschen mit Masken prägen den Schwimmbadbesuch. Jedoch sind auch wieder Spaß und Freude eingekehrt. Die Kinder haben sichtlich ihren Spaß.

Eine offene Diskussion ist sicher angebracht ebenso wie ein Untersuchungsausschuss, jedoch ist es sicher ein schwieriges Unterfangen pro und contra zu den Verordnungen und den sog. Schutzmaßnahmen abzuwägen. Die Politik in der Zwickmühle. Doch bekanntlich kann man aus Fehlern lernen.

Im WieTalBad ist man sehr bemüht das beste aus der gegebenen Situation zu machen.

„Für die Bürger gilt, dies sind nun mal die Gesetze in Baden-Württemberg, an die wir uns alle halten müssen. Um die Sinnhaftigkeit d.h. ob Sinn oder Unsinn geht es dabei nicht“ Zitat eines Amtsarztes des Gesundheitsamtes.

Dementsprechend folgen die Bürger, zwar verunsichert aber verantwortungsbewusst, der sogenannten Maskenpflicht.

Für ein generelles Fazit scheint es noch etwas früh, daher erstmal: Die Redaktion wünscht einen schönen Sommer! Lächeln nicht vergessen, geht auch unter der Maske!

Einige Impressionen des Eröffnungstages im WieTalBad Wiesloch:

Text und Fotos: Robert Pastor

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Die Stadt Wiesloch informiert:

„Wir freuen uns sehr, dass wir am 25.06. endlich in die Freibad-Saison starten können“, so Oberbürgermeister Dirk Elkemann nach der Sitzung des Technik- und Umweltausschusses. Einstimmig wurde das vorgeschlagene Konzept verabschiedet. „Unser Konzept ist mit heißer Nadel gestrickt, aber wir sind zuversichtlich, dass wir so gut starten können“, fasste Rüdiger Kleemann, technischer Leiter der Stadtwerke, den Status quo zusammen. 

Der Kern der Schwimmbadöffnung zu derzeitigen Infektionsschutzzeiten ist die Beschränkung der Besucher, um die nötigen Abstände zu halten. Andere Bäder haben dies schon vorgemacht und es klappt soweit ganz gut. Deswegen werden auch ins WieTalBad jeweils in drei Schichten je 300 Personen gelassen. Diese haben dann genug Platz sich auf den weiten Liegeflächen auszubreiten.

„Auf die Fläche würden wir ggf. auch mehr bekommen“, so Rüdiger Kleemann, der mit dem gesamten Team des WieTalBades das Konzept erarbeitet hat, „aber beim Ein- und Ausgang im Kassenbereich, im Wasser und bei den Engstellen in den sanitären Anlagen oder der Gastronomie wollen wir kein Risiko eingehen.“

Nach den jeweiligen Schichten wird das Bad dann eine Stunde geschlossen. So ist gewährleistet, dass sich gehende und kommende Besucher*innen nicht treffen, außerdem kann dann das Bad gereinigt und die vorgeschriebenen Stellen desinfiziert werden.

Wie auch in anderen Bädern, muss man sich vor dem Besuch des Bades online anmelden. Die Daten werden dann vier Wochen gespeichert um eine etwaige Infektionskette nachverfolgen zu können. „Immer freitags werden wir die Anmeldeoption für die kommende Woche freischalten“, so Sascha Streit, stellvertretender Badleiter, „gezahlt wird dann am Eingang mit Karte oder bar.“

Die Eintrittspreise werden sich zu den vergangenen Jahren verändern, eine Saisonkarte kann nicht mehr angeboten werden, der Eintritt beläuft sich auf 5 Euro, Kinder bis 14 Jahren haben allerdings freien Eintritt.

Im gesamten Bad sind die momentan geltenden Abstandsregeln einzuhalten. „Wir schaffen hier durch die Umsetzung der Verordnung in unsere Haus- und Badordnung die Grundlagen und bereiten das Bad mit allen Erfordernissen vor, wir hoffen aber im Besonderen auf das Mitmachen und Verständnis all unsere Gäste“, so Kleemann, „die Nutzer müssen in Eigenregie vertrauens- und verantwortungsvoll miteinander umgehen.“     

Das Lob des Ausschusses des Gemeinderates für die Erarbeitung des Konzeptes galt dem Team des WieTalBades für die gute und durchdachte Vorbereitung. Alle waren sich aber einig, dass man nun mit dem vorbereiteten Konzept startet und dann jeweils auch Dinge und Gegebenheiten verändern muss, wenn diese nicht funktionieren.

Alle Informationen finden Sie auf den Seiten der Stadtwerke, www.stadtwerke-wiesloch.de und auf der Homepage der Stadt www.wiesloch.de

Hier können sich die Besucher*Innen umfassend informieren und den Link zum Reservierungsportal nutzen. 

Veröffentlicht am 26. Juni 2020, 13:05
Kurz-URL: https://www.wiwa-lokal.de/?p=284206 

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