Bleiben Sie informiert  /  Sonntag, 18. Oktober 2026

Informationen von Hier

Termine, Adressen, Vereine,
Lokalpolitik, Berichte und
Wirtschaftsinformationen

Aktuelle Nachrichten und Berichte aus Wiesloch und Walldorf

Wenn Abschied für Kinder plötzlich Thema wird

10. Juli 2026 | > Walldorf, Allgemeines, Bildung, Das Neueste, Kultur & Musik, Politik, Stadtbücherei Walldorf

 

Großes Interesse an Informationsveranstaltung in der Stadtbücherei Walldorf

Mit Trauer wird jeder Mensch im Laufe seines Lebens konfrontiert. Und das in ganz unterschiedlichen Lebenssituationen und aus unterschiedlichen Gründen. Vor allem Kinder und Jugendliche brauchen Unterstützung beim Trauerprozess. Das wurde bei der Veranstaltung „Wie Kinder trauern – wenn Abschied plötzlich Thema wird“ deutlich, zu der die Stadtbücherei in Kooperation mit dem Familienzentrum, der evangelischen Pfarrgemeinde und der Traueroase eingeladen hatte. Im Innenhof der Stadtbücherei fanden sich zahlreiche Interessierte ein – wesentlich mehr als die Verantwortlichen erwartet hatten. Marion Pflästerer, pädagogische Leitung des Familienzentrums Walldorf, habe die Idee zu der Veranstaltung gehabt, sagte Stadtbüchereileiterin Barbara Grabl in ihrer Begrüßung. Trauer gehe man zwar gerne aus dem Weg, „aber es holt jeden irgendwann ein“, so Grabl, die einen informativen und hilfreichen Abend wünschte.

Andrea Gramlich vom Vorstand des Vereins Generationenübergreifendes Leben Walldorf, der unter anderem die Angebote für Trauernde „Frühstücksoase“ und „Trauer-Oase für Eltern von früh verstorbenen Kindern und Sternenkindern“ macht, sprach zu Beginn über ihre Erfahrungen im Umgang mit Trauer und Trauernden. „Lassen Sie sich auf die Trauer ein – Trauer ist ein Heilungsprozess“, riet sie den Anwesenden. Gramlich nannte Beispiele, wie sich der Trauerprozess auf den Alltag auswirken kann. Das Verhalten der Erwachsenen habe dabei einen unmittelbaren Effekt auf die Kinder. „Lassen Sie die Kinder an der Trauer teilhaben, erklären Sie, warum Ihr Verhalten vielleicht anders ist als sonst.“

Trauer könne unterschiedliche Ursachen haben: den Verlust des Arbeitsplatzes, einen Umzug, den Verlust eines Tieres oder natürlich den Verlust eines geliebten Menschen. Trauer stehe oft in Verbindung mit Gefühlen wie Angst und Wut. Und auch der Körper könne in Trauer mitreagieren, so Gramlich. Letztendlich sei die Erfahrung sehr individuell, es gebe kein falsches und kein richtiges Trauern. Aber: „Ich möchte Ihnen Mut machen: Sagen Sie ja zur Trauer, lassen Sie sich darauf ein – dann wird der Weg leichter.“  

 

 

Oliver Tuscher von der psychologischen Beratungsstelle für Eltern, Kinder und Jugendliche und Marion Pflästerer zeigten den Gästen auf, wie Kinder und Jugendliche in den verschiedenen Altersstufen Tod und Trauer wahrnehmen und damit umgehen. Während Kinder im Alter von eins bis drei Jahren den Begriff Tod noch nicht verstehen würden, wecke das Thema im Alter von drei bis sechs Jahren Interesse und Neugier. Erwachsene sollten sich auf Fragen und Gedanken der Kinder einlassen, „auch wenn sie befremdlich wirken“. Ab sechs Jahren werde der Tod zunehmend realistischer wahrgenommen, es entstehe ein biologisches Verständnis dafür, die Eltern sollten sich Zeit für Gespräche nehmen und auch Gefühle thematisieren.

Wenn es einen Todesfall in der Familie gebe, sollten Eltern auch die Kitas oder Schulen der Kinder informieren. Generell rieten Pflästerer und Tuscher, sich Zeit für die Kinder zu nehmen, um in den Austausch zu gehen. „Schließen Sie Kinder und Jugendliche nicht aus.“ Es sei wichtig, Räume zu schaffen, „wo sich Kinder aktiv beteiligen können“.

Nach den Kurzvorträgen gab es die Gelegenheit, mit den Expertinnen und Experten ins Gespräch zu kommen. Pfarrer Uwe Boch war als Vertreter der evangelischen Kirchengemeinde vor Ort. Die Stadtbücherei hatte Literatur zum Thema ausgelegt. Laut Barbara Grabl waren die  Kooperationspartner „alle begeistert, weil zum einen so viele da waren und es zum anderen im Anschluss viele gute Gespräche gab“.

 

Text und Fotos: Stadt Walldorf

 

Das könnte Sie auch interessieren…

Walldorf: Sanierung der Schwetzinger Straße beginnt später

  Stadt plant eine Informationsveranstaltung für Anfang 2027 Die Sanierung des zweiten Bauabschnitts der Schwetzinger Straße wurde vom Gemeinderat im April 2026 beschlossen. Der geplante Baubeginn sollte im Herbst erfolgen. Da jedoch der Zweckverband...

Nachhaltige Mobilitätsangebote weiterentwickeln

  Jetzt an Umfrage teilnehmen Im Rahmen des EU-Projekts Reallocate wurden gemeinsam mit dem VRN an mehreren Standorten in der Region temporäre VRNnextbike-Stationen eingerichtet. Mit einer aktuellen Umfrage möchten die Projektpartner herausfinden, wie das Angebot...

Gebäudebrand in der Hockenheimer Straße

Gebäudebrand in Reilingen: Schaden in sechsstelliger Höhe Bei einem Brand in einem Einfamilienhaus in der Hockenheimer Straße in Reilingen ist in der Nacht ein Schaden in voraussichtlich sechsstelliger Höhe entstanden. Die Feuerwehr konnte verhindern, dass die Flammen...

Hier könnte Ihr Link stehen

Veranstaltungen / Gewerbe

Werbung

Hier könnte Ihr Link stehen

Themen

Zeitreise

Archiv