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Wanderer oder Waisenkind? Nicht jeder junge Igel braucht Hilfe

26. September 2026 | > Walldorf, Das Neueste, Natur & Umwelt

Zurzeit häufen sich besorgte Anrufe im Tom-Tatze-Tierheim: Ein kleiner Igel wird am Tag entdeckt – muss er gerettet werden? Das Tierschutzverein Wiesloch/Walldorf erklärt, worauf es wirklich ankommt.

Im August werden noch Igeljunge geboren. Die spät geborenen Tiere sind zu dieser Jahreszeit noch klein und wiegen teilweise erst rund 100 Gramm. Gleichzeitig müssen sie bis zum Wintereinbruch genügend Gewicht zulegen, um den Winterschlaf antreten zu können. Als grobe Orientierung gelten im Spätherbst etwa 500 bis 600 Gramm. Nach Ende einer sechswöchigen Säugezeit gehen die jungen Igel ohne ihre Mutter auf Entdeckungsreise. In Kompost- und Laubhaufen wühlen sie nach Regenwürmern, Maden, Käfern und Kellerasseln, und neben Mülleimern finden sie oft leckere weggeworfene Nahrungsreste.

Ist ein Igeljunges zu übermütig, verliert es bei solchen Verlockungen schon mal den Überblick und findet den Weg zum Nest nicht mehr zurück. Meist kommt die Mutter dann zu Hilfe und sammelt ihren verloren gegangenen Wanderer wieder ein. Sobald die Temperaturen sinken, gehen als erstes die ausgewachsenen Igel in den Winterschlaf. Als letztes verkriechen sich junge Igel ab Anfang November im Laub. Sie brauchen mehr Zeit als ihre Eltern, um sich ein ausreichendes Winterschlafgewicht anzufressen.

Wer einen jungen Igel entdeckt, sollte deshalb zunächst genau hinschauen. Wirkt das Tier munter und unverletzt und ist es auf Nahrungssuche, besteht zunächst kein Grund, es mitzunehmen. Anders sieht es aus, wenn der Igel verletzt oder offensichtlich krank ist, stark geschwächt wirkt oder beispielsweise von Fliegen oder Maden befallen ist. In solchen Fällen ist fachkundige Hilfe gefragt.

Ein naturnaher Garten hilft jetzt am meisten

Räumen Sie Ihren Garten nicht zu sehr auf. Lassen Sie wilde Ecken zu und verzichten Sie auf Laubbläser, Häcksler und Mähroboter. Laub darf im Herbst ruhig auf dem Rasen verrotten. Tiere wie Kellerasseln oder Regenwürmer, die die Blätter zersetzen, sind selbst wieder Nahrung für Igel, Rotkehlchen oder Amseln. Ein wenig Unordnung im Garten kann für Igel und andere Wildtiere ein wertvoller Lebensraum sein.

Quelle: Tom-Tatze-Tierheim

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