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„Walldorfer Lapidarium“ – „Stück“-Werke von Bastian Schneider

18. Januar 2016 | # Kunst, # Literatur, > Walldorf, Allgemeines, Bastian Schneider, Kultur & Musik, Leitartikel, Photo Gallery, Stadtbücherei Walldorf

P1120208Der in der Walldorfer Künstlerwohnung Scheune Hillesheim seit Juli 2015 wohnende Gastkünstler, der Schriftsteller Bastian Schneider, war am 14. Januar erneut in der Stadtbücherei Walldorf zu Gast.

(bb) Nachdem er sich am 01. Oktober 2015 in der Stadtbücherei der Walldorfer Bevölkerung vorgestellt hat, erzählte er nun – nach einem halben Jahr in Walldorf – den interessierten Besucherinnen und Besuchern von seinen Erfahrungen und Erlebnissen in unserer Stadt.
Er sagte, dass er inspiriert war von seiner Umgebung und sich dadurch gut schriftstellerisch betätigen konnte. Von den Ideen, die er nach Walldorf mitgebracht hatte, hat er einige bearbeitet und umgesetzt.
Bastian Schneider sagt, er „muss rausgehen und kommt mit Ideen heim“. So hat er einen Spaziergang vom Friedhof („Ich mag Friedhöfe“) bis zur Scheune Hillesheim beschrieben – in kurzen und prägnanten kleinen Texten. Die große Kalksteinfigur, alleine auf dem anonymen Trauerfeld auf dem Friedhof stehend, bezeichnet er als „keine trauernde Schöne und keine schöne Trauernde“. Beschrieben hat er auch die drei sitzenden Männer vor der Katholischen Kirche und den Hinkelstein vor der Evangelischen Kirche. Die Anregung zu einem Text gab ihm auch das viele Wochen lang vor seinem Fenster stehende Gerüst an der Evangelischen Kirche sowie das Karussell während der Kerwe mit seiner Endlos-Schleifen-Atemlos-Musik.
Verpackt nur in wenige Worte oder einige kleine Sätze las er seine in Walldorf geschaffenen Texte vor, kurz und knapp – „lapidar“ eben, viele nachdenklich, viele aber auch gespickt mit einer Prise Humor und einem kleinen Augenzwinkern. 
Betitelt sind seine Worte mit „Stück“-Namen, beispielsweise „Straßenstück“, „Notizbuchstück“ oder „Schnurrbartstück“, in dem er einige Schriftsteller mit Schnurrbärten aufzählt und seine Gedanken dazu schreibt.
Da gibt es auch das „Schlüsselstück“, das „Scherbenstück“ oder das „Schlossstück“ über die Tradition, bei der Verliebte an der Kölner Hohenzollernbrücke ein Schloss anbringen und den Schlüssel in den Rhein werfen. Hierzu fiel Bastian Schneider ein, dass „die Fische ewig auf der Suche nach den passenden Schlössern für die Schlüssel sein werden“.
So humorvoll und treffend las er fast 50 Texte seines „Walldorfer Lapidariums“ vor, kurzweilig und mit kleinen Anmerkungen zwischendurch.
Danach beantwortete er gerne die zahlreichen Fragen der Gäste.
Die Leiterin der Stadtbücherei Walldorf, Frau Barbara Grabl, bedankte sich bei ihm für diesen interessanten Abend mit einem Weinpräsent und einem blumigen Frühlingsgruß.
Bis Ende Februar ist Bastian Schneider noch Gast in der Künstlerwohnung. Bis dahin wird auch sein erstes, mit Spannung erwartetes Buch erscheinen. Wann das „Walldorfer Lapidarium“, seine in Walldorf geschaffenen „Stück“-Werke, erscheinen, steht noch nicht fest.

Text und Fotos: BBinz

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