Was tun, wenn die Solaranlage brennt?

FeuerwehrberichtHinweise der Feuerwehr für den Brandfall – Mythen im Umlauf

(mfr) “Lässt die Feuerwehr unser Haus kontrolliert abbrennen, nur weil auf dem Dach eine Solaranlage installiert ist?” So oder ähnlich lauteten Anfragen, die in der zurückliegenden Zeit an die Verantwortlichen bei der Wieslocher Feuerwehr gerichtet wurden. Bei manchem “Häuslebauer” besteht demnach Unsicherheit über die Gefahren im Zusammenhang mit Photovoltaik-Anlagen (PV-Anlagen) oder Solar-Thermie. Einige Mythen und Befürchtungen möchte die Feuerwehr daher klarstellen.

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Natürlich bringen moderne Bauweisen auch Probleme und teilweise weitere Gefahren für die Feuerwehren mit sich. Zum Beispiel steigt auch durch die zunehmende Isolation von Wohngebäuden bei einem Brand die Gefahr des schlagartigen Übergangs vom Entstehungs- hin zum Vollbrand.

“Mit besserer Ausbildung und adäquatem Gerät helfen wir unseren Einsatzkräften dabei, den Risiken moderner Techniken besser entgegenzuwirken. Dies ist jedoch mit Aufwand verbunden”, fasst Wieslochs Abteilungskommandant Jürgen Bodri zusammen. Die Kosten für Schutzkleidung oder für intensive Ausbildungstrainings sind heutzutage um ein vielfaches höher als noch vor wenigen Jahren. Auch wird den freiwilligen Feuerwehrleuten mittlerweile ein wahres Expertenwissen abverlangt. „Trotz aller Herausforderungen sehen wir uns gut vorbereitet und für die gegenwärtige Gefahrensituation gewappnet, so Bodri weiter.

Im Jahr 2010 widmete sich eine Expertenkommission unter der Leitung des Deutschen Feuerwehrverbands eigens dem Thema Solartechnik bei Bränden oder technischen Hilfeleistungen. Fachkräfte aus der Solarwirtschaft, der (Unfall)-Versicherungen und der Feuerwehr stellten für die Einsatzkräfte einen Leitfaden zusammen, der die wichtigsten Informationen für den Brandfall zusammenfasst. Denn auch bei den Feuerwehrangehörigen bestand mit der rasanten Zunahme an Solaranlagen Aufklärungsbedarf.

Zunächst muss bei Solarenergie zwischen PV-Anlagen zur Stromerzeugung und Solar-Thermie zur Wassererwärmung unterschieden werden. Während Solar-Thermie keine besonders hervorzuhebenden Risiken für Einsatzkräfte und Bewohner mit sich bringt, birgt Photovoltaik durchaus Gefahren in Verbindung mit elektrischem Strom. Bei Beschädigung der Module oder Leitungen im Brandfall oder durch mechanische Einwirkungen gilt daher Abstand halten. Selbst beschädigte Solarmodule können noch bei geringem Lichteinfall elektrische Spannung produzieren.

Für die Hausbesitzer bedeutet dies, dass die Feuerwehr ihre Löschmaßnahmen regulär durchführt, jedoch besagte Sicherheitsabstände zwischen einem und fünf Metern einhält. Übrigens gelten für die Fachkräfte hier die gleichen Einsatzgrundsätze und Regeln wie bei anderen Einsätzen an elektrischen Anlagen. Zusätzlich steht den Kräften die Möglichkeit zur Verfügung, Teile der Anlage über einen sogenannten DC-Freischalter spannungsfrei zu schalten.

Neu installierte Anlagen müssen seit Juli 2006 über solche Einrichtungen verfügen. Hausbesitzer können genau hier die Feuerwehrarbeit unterstützen. Die Kenntnis über solche Freischalter ist nämlich sehr nützlich für die Helfer. Standorte sollten, wenn möglich, im Brandfall mitgeteilt werden. Außerdem ist eine gesonderte Kennzeichnung am Hausanschlusskasten hilfreich, falls PV-Anlagen vom Straßenniveau oder aufgrund der Bebauungssituation nicht sofort einzusehen sind. Hinweisschilder mit dem entsprechendem Symbol können bei den Energieversorgern bezogen werden (siehe Infokasten).

Um den Hausbesitzern die letzte Sorge zu nehmen, weist die Feuerwehr darauf hin, dass in Deutschland bisher kein Fall dokumentiert, bei dem Einsatzkräfte ein Haus kontrolliert niederbrennen ließen, nur weil eine Solaranlage auf dem Dach installiert war.

Infokasten – Die Feuerwehr informiert:

 

Für Anfragen [email protected] oder unter 06222/84-321

 

Quelle:  Feuerwehr Wiesloch


Weitere Berichte der Feuerwehren 
in unserer Rubrik: Blaulicht

 

Veröffentlicht am 26. September 2014, 06:00
Kurz-URL: https://www.wiwa-lokal.de/?p=84539 

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