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Trauerfrühstück „Oase“ bietet seit zwei Jahren einen Ort zum Austausch

19. Dezember 2025 | > Walldorf, Das Neueste, Gesellschaft

„Trauer ist ein Weg mit offenem Ende“

Am 5. Oktober 2023 startete der Verein Generationenübergreifendes Leben Walldorf (GeLeWa e.V.) sein Trauerfrühstück „Oase“ im Treff im Mehrgenerationenhaus in der Bürgermeister-Willinger-Straße 60. Seitdem ist das kostenfreie und unverbindliche Angebot für Trauernde nicht mehr wegzudenken. Es kann einmalig oder auch mehrmals in Anspruch genommen werden. Eine Anmeldung ist nicht notwendig.

Der Austausch wird begleitet von insgesamt sechs ausgebildeten Trauerbegleitern, drei davon sind bei den Treffen immer dabei. „Sie haben für jedes Treffen einen Impuls vorbereitet, geben neue Ideen und neue Gedanken in die Runde“, so Andrea Gramlich.
Tatjana Hartmann-Odemer hat die Ausbildung der Trauerbegleiter übernommen, die im Treff des Mehrgenerationenhauses stattfand.
„Es ging auch darum, sich selbst über die eigenen Trauererlebnisse klar zu werden“, schildert Klemens Gramlich, einer der Trauerbegleiter. Er habe für sich viel gelernt, was in der Trauer alles passieren kann. Trauer sei immer individuell. Daher sei es bei den Treffen besonders „wichtig für uns, zuzuhören“. Es sei gut, wenn Menschen den Mut finden, ihre Trauer mit anderen zu teilen. Man könne voneinander lernen, sich zu öffnen.
„Trauer ist ein Weg mit offenem Ende“, weiß Trauerbegleiter Günther Esser. Im Trauerfrühstück „Oase“ solle die Trauer einen Raum finden – sowohl örtlich als auch innerlich. „Die Menschen berichten über ihre Erfahrungen, dadurch wird die Trauer nicht zur Sackgasse“, sagt Esser. Noch immer sei es in unserer Gesellschaft nicht üblich, offen über die eigene Trauer zu sprechen, und viele verdrängten sie.

Da das Trauerfrühstück ein offenes Angebot ist, könne man vorher nicht sagen, wie viele Besucher kommen oder welche Themen im Vordergrund stehen. Die Themen entwickelten sich oft in der ersten Runde. Im Schnitt seien fünf Gäste da, es könnten aber auch bis zu zehn sein.

Kurt Seefeld ist einer der Teilnehmer, die regelmäßig zum Trauerfrühstück kommen. Er sei damals gefragt worden, ob er nicht Interesse habe, teilzunehmen. Anfangs sei er etwas skeptisch gewesen, da seine Frau bereits einige Jahre zuvor gestorben war. „Ich komme mal vorbei“, habe er beschlossen und das Angebot wahrgenommen. Eine Frau habe nach einem Treffen zu ihm gesagt: „Seit ich dir zuhöre, geht es mir besser.“ Das habe ihn bis heute beeindruckt. „Ich kann anderen mit meiner Erfahrung helfen.“ Er finde es schade, dass noch wenige von solch einem Angebot Gebrauch machen, sagt Seefeld.

„Trauernde kommen manchmal schwer aus den eigenen Gedanken raus“, so Andrea Gramlich. Deshalb sei ein wichtiger Aspekt, wieder Hoffnung zu bekommen. „Menschen gehen gedrückt rein und kommen erleichtert wieder raus“, ist sich Andrea Gramlich sicher. Es tue den Menschen gut zu sehen: Andere sind auch in der Situation. Mit ganz konkreten Ideen könne man wieder Hoffnung und Zuversicht schöpfen. Dabei helfe auch der ungezwungene Rahmen, den das Trauerfrühstück biete.
„In Gemeinschaft zu essen, ist etwas, das viele als sehr angenehm empfinden, da sie es zu Hause vielleicht nicht mehr erleben“, sagt Trauerbegleiterin Cornelia Bensch. Sie ist seit der Eröffnung des Trauerfrühstücks dabei.

„Wir sind ein offenes Angebot, können aber auch nicht alles leisten. Wir können zum Beispiel keine Einzeltherapie machen“, verweist Günther Esser auf den Schwerpunkt des Trauerfrühstücks, der darin liegt, der Trauer in Gemeinschaft Raum zu geben. Wichtig sei, dass man offen sprechen könne. „Was wir hier besprechen, bleibt auch hier“, wird Vertraulichkeit großgeschrieben.

Ergänzt wird das Angebot durch den Trostkoffer: Darin finden Interessierte Bücher, Broschüren und Materialien zu den unterschiedlichsten Themen, die in der Trauer unterstützen können.

Das nächste Trauerfrühstück findet am Donnerstag, 8. Januar, von 9.30 bis 11 Uhr statt.
Weitere Termine für 2026 sind: (jeweils donnerstags) 5. Februar, 5. März, 2. April, 7. Mai, 11. Juni, 2. Juli, 6. August, 3. September, 1. Oktober, 5. November und 3. Dezember.

Text und Foto: Stadt Walldorf

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