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Trauer-Oase ist ein „Kraftort“ für Eltern von verstorbenen Kindern

13. Februar 2026 | > Walldorf, Allgemeines, Das Neueste, Politik

Das Team der Trauerbegleitung: (v.li.) Andrea Gramlich, Michaela Haselberger, Klemens Gramlich, Iris Schumacher und Cornelia Bensch

 

„Alle dürfen so sein, wie sie sich fühlen“

Gerade kurz vor Weihnachten habe es intensive Treffen mit Betroffenen gegeben, erzählen die Verantwortlichen der Trauer-Oase für Eltern von verstorbenen Kindern und Sternenkindern. „Es kamen Themen auf, die manche gar nicht auf dem Zettel hatten“, berichtet Andrea Gramlich. Sie ist eine von insgesamt fünf Trauerbegleiterinnen und -begleitern, die das Angebot des Vereins Generationenübergreifendes Leben Walldorf (GeLeWa) ehrenamtlich mitgestalten.

Das Angebot ist offen für alle Betroffenen, egal, wie lange der Trauerfall zurückliegt. „Man kommt, wenn es passt“, spiele es keine Rolle, ob man die Trauer-Oase nur einmal oder mehrere Male besucht. Die Verantwortlichen bitten lediglich um eine Anmeldung bis zum Vorabend des Treffens, um besser planen zu können. Grundsätzlich sind zwei Personen aus dem Team der Trauerbegleitung dabei.

Zusätzlich zu den Treffen in der Trauer-Oase, die immer am dritten Montag des Monats im Mehrgenerationenhaus stattfinden, gibt es die Möglichkeit, individuelle Termine mit einem Trauerbegleiter zu vereinbaren, um auch Einzelgespräche zu ermöglichen. Die Trauerbegleiter haben alle eine Zusatzausbildung durchlaufen. „Der Trauerprozess ist intensiver“, berichtet Klemens Gramlich aus seiner Erfahrung. „Der Tod eines Kindes schmeißt alles durcheinander“, schließlich seien mit den verstorbenen Kindern Hoffnungen und Träume verbunden. Schwierig sei für die betroffenen Eltern oft, dass es aufgrund der kurzen Lebenszeit der Verstorbenen weniger gemeinsame Erinnerungen gebe, als wenn jemand verstirbt, der ein hohes Alter erreicht hat.

Der Tod eines Kindes sei „außerhalb dessen, was wir als normal sehen“, wird auch der schwierige gesellschaftliche Umgang mit dem Thema angesprochen. Wenn Kinder sterben, seien deren Freunde, Schulkameraden, Nachbarn ebenfalls betroffen. Meist wisse das Umfeld nicht, wie es mit den Eltern umgehen soll. „Die Trauer um Kinder wird tabuisiert“, findet Iris Schumacher, eine der Trauerbegleiterinnen. „Gerade, wenn Kinder im Mutterleib sterben, ist oft wenig Sensibilität vorhanden.“ Das liege daran, dass nicht anerkannt werde, dass auch der Tod eines Ungeborenen ein echter Trauerfall sei.

Und der Tod eines Kindes stellt eine enorme Belastung für die Paarbeziehung dar, spricht Schumacher eine weitere Problematik an. „Vor allem wenn der Partner die Reaktion des anderen nicht verstehen kann.“ Zu den Gesprächen würden sowohl Paare als auch einzelne Elternteile kommen, berichten die Trauerbegleiter. „Es darf sich jeder angesprochen fühlen“, macht Iris Schumacher deutlich. Das Umfeld spiele eine große Rolle, wenn es darum geht, die betroffenen Eltern auf Gesprächsangebote wie die Trauer-Oase aufmerksam zu machen: „Manchmal braucht es einen Anstoß von außen, um zu uns zu kommen.“

Die Treffen beginnen üblicherweise mit einer Ankommensrunde, im Mittelpunkt steht die Frage: Wie geht es mir heute? „Da können sich Themen anbieten, über die man dann sprechen kann“, so Andrea Gramlich. Die Erfahrung zeige: „Jeder geht mit seiner Trauer anders um. Aber alleine das Darübersprechen hilft.“ Die Teilnehmer dürfen in der Trauer-Oase so sein, wie sie sich fühlen. „Es ist ein Kraftort“, sind sich die Trauerbegleiter einig. Ergänzt wird das Gesprächsangebot durch den „Trostkoffer“: Darin befinden sich umfangreiches Informationsmaterial sowie Literatur, die eine wertvolle Unterstützung im Trauerprozess sein können – auch für Kinder.

Die nächste Trauer-Oase für Eltern verstorbener Kinder findet am Montag, 23. Februar, von 20 bis 21.30 Uhr im Mehrgenerationenhaus (Bürgermeister-Willinger-Straße 60) statt.
Die weiteren Termine sind (jeweils montags): 16. März, 20. April, 18. Mai, 15. Juni, 20. Juli, 17. August, 21. September, 19. Oktober, 16. November und 14. Dezember.
Um eine Anmeldung unter [email protected] wird bis zum Vorabend des jeweiligen Treffens gebeten.

 

Text und Foto: Stadt Walldorf

 

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