Bleiben Sie informiert  /  Montag, 09. Februar 2026

Informationen von Hier

Termine, Adressen, Vereine,
Lokalpolitik, Berichte und
Wirtschaftsinformationen

Aktuelle Nachrichten und Berichte aus Wiesloch und Walldorf

Tijan Sila liest in der Stadtbücherei

28. November 2023 | > Walldorf, Allgemeines, Das Neueste, Stadtbücherei Walldorf

Im Buch „Radio Sarajevo“, das der Autor Tijan Sila in der Stadtbücherei vorstellt, schildert der Autor seine Erlebnisse als Kind während des Krieges in seiner Heimat Sarajevo.

Trotz der Schwere, die der Inhalt des Buches mit sich bringt, ist der Autor gut aufgelegt und schlägt dem Publikum vor, erst etwas vorzulesen und dann miteinander zu „labern“. Und so spricht Sila unter anderem über seine Eltern, die 1994 genug vom Krieg haben und mit ihm sowie seinem Bruder nach Deutschland fliehen. Die Familie kommt in Mannheim unter. „Wir hatten nach der Flucht nichts als Hoffnung“, sagt er an einer Stelle, untermalt von einem sarkastischen Lachen. Seine Eltern erkrankten beide psychisch schwer. Das habe das Familienleben die ersten Jahre in Deutschland geprägt. „Wir hatten posttraumatische Belastungsstörungen.“ Der Krieg trainiere einem ganz bestimmte Verhaltensweisen an, so Sila in Bezug auf die Schwierigkeiten, in der neuen, friedlichen Heimat anzukommen.

Sein Buch aus dem er mehrere Passagen vorliest, beschreibt die Schrecken des Krieges aus der Sicht eines Kindes. Aber auch das Kindsein selbst. So gibt es durchaus unterhaltsame Momente, die der junge Tijan mit seinen engsten Freunden erlebt, samt erster vorpubertärer Verhaltensweisen. Das sorgt auch in der Stadtbücherei für heitere Momente.

 

 

Sila, der sein Referendariat zum Deutschlehrer am Gymnasium Walldorf absolviert hat, mittlerweile in Kaiserslautern lebt und als Berufsschullehrer tätig ist, hält der Gesellschaft und der medialen Berichterstattung aber auch einen Spiegel vor: „Der Krieg hat diese spektakuläre Seite. Der Mensch schaut gerne hin, wir wissen, dass es rational schlecht ist, aber der Reiz des Kriegsspektakels ist dann doch da.“
Es gebe oft eine Vorstellung darüber, was Krieg ist, man stelle ihn sich vielleicht als ein bisschen aufregend vor. Aber: „Der Krieg hat eine ganz eigene groteske Intensität.“ Das müsse man erlebt haben, um es zu fühlen, man sollte es aber auf keinen Fall erleben, so der Autor, der über diesen scheinbar paradoxen Satz selbst lachen kann.

Er habe das Buch auch deswegen geschrieben, um den Krieg für den Leser „etwas spürbarer zu machen, um zu zeigen, was er eigentlich ist“. Bei seinem Auftritt in Walldorf ist ihm das auf jeden Fall gelungen.

 

Text und Foto: Stadt Walldorf

 

Das könnte Sie auch interessieren…

Fulminanter Start der Konzerte der Stadt Walldorf

  Letzte Reisen und eine Uraufführung Für die Eröffnung der Konzertreihe der Stadt hatte der Musikbeauftragte Dr. Timo Jouko Herrmann ein hochkarätiges Duo, bestehend aus Bariton Nikola Diskic und Pianist Jonathan Ware, gewinnen können. Mit einem...

Wie ist die Lage bei den Unternehmen?

  Befragung soll aktuelle Erkenntnisse liefern Die Stadt Walldorf wird eine Unternehmens- und Eigentümerbefragung durchführen lassen. Das hat der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung einstimmig beschlossen. Dem war ein Antrag der SPD-Fraktion auf Re-Analyse und...

Rathaus Walldorf: Ausstellung „Status quo“ bis 20. Februar verlängert

  Kunst im Dialog der Ebenen „Die Ausstellung ist als Auftakt zu verstehen“, sagt Dr. Kristina Hoge. „Was hat Walldorf schon zu bieten? Wie kann man es vielleicht noch mehr sichtbar machen?“, sind Fragen, die sie beschäftigen. Die neue Kunstbeauftragte der Stadt...

Hier könnte Ihr Link stehen

Veranstaltungen / Gewerbe

Werbung

Hier könnte Ihr Link stehen

Themen

Zeitreise

Archiv