„Eine Eindämmung ist realistisch“
Die Stadt Walldorf macht weiter gegen die invasive Ameisenart Tapinoma magnum mobil. „Es ist nicht wahrscheinlich, dass wir sie völlig los werden“, sagte Alena Müller in der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Technik, Umwelt, Planung und Verkehr. „Aber eine Eindämmung ist realistisch“, fügte die Leiterin des Fachbereichs Ordnung und Umwelt an. Die Große Drüsenameise kommt nach ihren Worten mittlerweile an mehreren Stellen im Stadtgebiet vor, die Stadt intensiviert die Bekämpfung auf öffentlichen Flächen. Private Grundstücksbesitzer unterstütze der Fachdienst Umwelt gerne: „Wir kommen vorbei, helfen bei der Identifizierung und beraten bei der Bekämpfung“, sagte Alena Müller.
Sie informierte das Gremium über den aktuellen Stand auf Grundlage eines Fachgutachtens, das Anfang Juli bei der Verwaltung einging und schon auf einer mit über hundert Anwesenden gut besuchten Bürgerversammlung Mitte August vorgestellt wurde. Das Gutachten zeigt mehrere voneinander getrennte Vorkommen im Stadtgebiet, mit einer Häufung im Westen Walldorfs. „Ein ganz großes Thema haben wir auf dem Friedhof“, erklärte die Fachbereichsleiterin. Betroffen sind neben den angrenzenden Straßen Josef-Reiert-Straße, Am Friedhof und Caspar-David-Friedrich-Straße im Stadtgebiet aber auch unter anderem Carl-Spitzweg-, Mathias-Hess-, Hans-Holbein- und Gutenbergstraße, der Forlenweg und die Nußlocher Straße im Bereich des Tierheims. Aus Sicht der Verwaltung sei es einerseits positiv, dass die einzelnen Populationen nicht miteinander verbunden sind. Dadurch bestünden grundsätzlich Chancen, die Ausbreitung einzudämmen oder einzelne Vorkommen zu beseitigen. Andererseits erschwere die Vielzahl der Fundorte ein gleichzeitiges Vorgehen an allen betroffenen Stellen.
„Auf den öffentlichen Flächen bekämpfen wir die Drüsenameise mit der Heißwasser-Schaum-Methode“, sagte Alena Müller. „Das ist auch für Privatleute machbar“, könnten die Bürger auf ihren eigenen Grundstücken ebenfalls mit heißem Wasser gegen die Nester vorgehen. Die Stadt kümmere sich um alle öffentlichen Flächen, allerdings habe sich gezeigt, dass die personellen Kapazitäten des Bauhofs dafür aktuell nicht ausreichen. Deshalb wurde einerseits eine externe Firma mit der Bekämpfung auf öffentlichen Flächen beauftragt. Zum anderen wird im Bauhof eine zusätzliche Stelle mit dem Schwerpunkt Ameisenbekämpfung, aber natürlich auch anderen Aufgaben geschaffen. Zudem habe die Stadt ihre Öffentlichkeitsarbeit verstärkt. Auf der städtischen Homepage wurden zahlreiche Informationen veröffentlicht, außerdem liegen im Rathaus Flyer aus. „Im Frühjahr geben wir eine neue Kartierung in Auftrag“, will die Stadt laut der Fachbereichsleiterin die Entwicklung der Vorkommen weiter genau im Blick behalten.
Text und Foto: Stadt Walldorf














