Rekordzahl bei den Störchen im Zoo Heidelberg – über 50 Brutnester besetzt
Im Zoo Heidelberg hat sich die frei lebende Weißstorchkolonie in diesem Jahr auf ein neues Rekordniveau entwickelt. Erstmals sind mehr als 50 Nester gleichzeitig belegt. Damit zählt der Zoo aktuell zur größten bekannten Storchenkolonie der Region.
Wie jedes Frühjahr kehren die Weißstörche in den Zoo zurück, um dort zu brüten und ihre Jungtiere aufzuziehen. In den Nestern wachsen derzeit je nach Brut ein bis fünf Jungstörche heran, meist sind es zwei bis drei Küken pro Paar. Die Jungvögel sind inzwischen etwa vier bis sechs Wochen alt und werden weiterhin intensiv von den Altvögeln versorgt.
Im Rahmen einer turnusmäßigen Kontrolle wurden vergangene Woche mehrere Nester überprüft. Gemeinsam mit dem regionalen Storchenbeauftragten Helmut Stein kamen dabei ein Hubsteiger sowie spezielle Ausrüstung zum Einsatz. Insgesamt konnten elf Jungstörche mit individuellen Ringen markiert werden, die eine spätere eindeutige Identifizierung ermöglichen. Zwei der Tiere erhielten zusätzlich kleine Senderringe, mit denen sich ihre spätere Zugroute digital nachverfolgen lässt.
Über die App „Animal Tracker“ können die Bewegungen dieser Jungstörche künftig verfolgt werden. Die so gewonnenen Daten sollen helfen, das Zugverhalten der Art besser zu verstehen und wissenschaftlich auszuwerten. Nach Angaben des Zoos erfolgt die Beringung zügig und ohne nennenswerte Beeinträchtigung für die Tiere.
Zoodirektor Dr. Klaus Wünnemann zeigte sich erfreut über die Entwicklung und betonte, dass der Zoo Heidelberg den Störchen optimale Bedingungen als Brutstandort biete. Besonders die besenderten Jungtiere ermöglichen es, erstmals detaillierte Einblicke in ihre Reise in die Winterquartiere zu gewinnen.
Auch für Besucherinnen und Besucher ist das Storchenjahr ein besonderes Naturerlebnis. Bei geeigneter Wetterlage lassen sich die Tiere beobachten, wie sie in der Thermik über dem Zoogelände kreisen und dabei eindrucksvoll durch die Luft gleiten.
Foto: Bis zu fünf Jungstörche befinden sich in einem Nest. (Foto: Petra Medan / Zoo Heidelberg)
















