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Medizinisches cannabis in deutschland: Wachstum, Regulierung und Perspektiven bis 2025

9. Juli 2025 | Informationen

In Deutschland hat sich der Markt für medizinisches Cannabis in den letzten Jahren rasant entwickelt

Seit der Legalisierung im Jahr 2017 dürfen Ärzte Cannabis zu medizinischen Zwecken verschreiben, etwa bei chronischen Schmerzen, Multipler Sklerose, Appetitverlust infolge von Krebs oder bei schweren neurologischen Erkrankungen. Der Zugang wurde 2024 und 2025 weiter erleichtert, was zu einem spürbaren Anstieg der Verschreibungen und Importe führte.

Ein boomender markt

Allein im Jahr 2024 wurden in Deutschland über 450 Millionen Euro mit medizinischem Cannabis umgesetzt. Die Gesamtmenge der importierten Produkte stieg auf mehr als 50 Tonnen, was die Bundesrepublik zu einem der wichtigsten medizinischen Cannabismärkte in Europa macht. Die steigende Nachfrage hat dazu geführt, dass nicht nur Apotheken, sondern auch pharmazeutische Großhändler und spezialisierte Anbieter in diesen Sektor eingestiegen sind.

Der Markt umfasst nicht nur klassische Cannabisblüten, sondern auch Öle, Extrakte, Kapseln sowie neue Produkte come CBD Kief, das unter streng kontrollierten Bedingungen zur medizinischen Anwendung angeboten werden darf.

Regulierung und ärztliche verschreibung

In Deutschland ist medizinisches Cannabis verschreibungspflichtig und fällt unter das Betäubungsmittelgesetz (BtMG). Seit der Reform des BtMG im Jahr 2023 wurde der Zugang für Patienten jedoch erheblich vereinfacht. Ärzte benötigen keine Sondergenehmigung mehr von der Bundesopiumstelle, um Cannabis zu verschreiben, solange eine medizinische Indikation besteht.

Gesetzlich krankenversicherte haben unter bestimmten Voraussetzungen Anspruch auf Kostenerstattung. Voraussetzung ist meist ein erfolgloser Therapieversuch mit anderen Medikamenten und eine ärztliche Begründung für die Verwendung von Cannabis. Die häufigsten Einsatzbereiche sind:

  • Chronische Schmerzen

  • Spastiken bei Multipler Sklerose

  • Übelkeit und Appetitlosigkeit bei Krebs- oder HIV-Patienten

  • Therapieresistente neurologische Erkrankungen

  • Angststörungen und PTBS in besonderen Fällen

Produktion und import

Der Großteil des medizinischen Cannabis in Deutschland stammt aus Kanada, den Niederlanden, Portugal und Dänemark. Es gibt jedoch einen wachsenden Trend zur nationalen Produktion, die von der Cannabisagentur des BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte) überwacht wird.

Ziel ist es, die Abhängigkeit von Importen zu verringern und gleichzeitig die Qualität und Verfügbarkeit zu verbessern. Unternehmen, die in Deutschland anbauen möchten, benötigen eine Lizenz und müssen strenge Auflagen bezüglich Sicherheit, Reinheit und Rückverfolgbarkeit einhalten.

Herausforderungen für patienten und ärzte

Trotz der Liberalisierung bestehen weiterhin Herausforderungen:

  • Die Kostenübernahme durch Krankenkassen wird nicht immer bewilligt

  • Es fehlt an einheitlichen Leitlinien für die Verschreibungspraxis

  • Viele Ärzte haben noch Vorbehalte oder nicht genügend Erfahrung im Umgang mit Cannabinoidtherapien

  • In ländlichen Regionen ist die Versorgungslage oft eingeschränkt

Dennoch steigt das Interesse bei Ärzten, Apothekern und Patienten stetig. Es finden regelmäßig Fortbildungen und Schulungen statt, um den medizinischen Einsatz zu fördern.

Zukunftsperspektiven

Bis Ende 2025 plant die Bundesregierung eine weitere Evaluierung der aktuellen Versorgungslage. Diskutiert wird unter anderem:

  • Die Aufhebung der BtMG-Zuordnung für bestimmte Cannabinoidprodukte

  • Eine stärkere Förderung der Forschung zu medizinischem Cannabis

  • Der Ausbau von nationalen Anbaukapazitäten

  • Die Einführung digitaler Plattformen zur Vereinfachung des Verschreibungsprozesses

Deutschland steht im medizinischen Cannabissektor vor einem Wendepunkt: Mit dem richtigen politischen Willen und klaren Rahmenbedingungen könnte das Land eine Vorreiterrolle in Europa einnehmen – sowohl medizinisch als auch wirtschaftlich.

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