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Kraftakt hinter den Kulissen: Zoo Heidelberg meldet außergewöhnlich erfolgreiche Brutsaison

19. November 2025 | Das Neueste, Zoo Heidelberg

Zoo Heidelberg

Der Zoo Heidelberg blickt auf eine der erfolgreichsten Brutsaisons der vergangenen Jahre zurück. Hinter den Kulissen zog das Tierpflegeteam Jungvögel bei 39 Arten groß – mehr als die Hälfte davon gilt laut Roter Liste der Weltnaturschutzunion IUCN als bedroht. Die beeindruckende Bilanz zeigt, welche zentrale Rolle moderne Zoos im internationalen Artenschutz spielen. Für Besucherinnen und Besucher oft unsichtbar, leistet das Team täglich Präzisionsarbeit, die weit über die Grenzen Heidelbergs hinaus Wirkung entfaltet.

Bis ein Küken schlüpft, liegt ein intensiver Weg hinter den Pflegern. Täglich kontrollieren sie bebrütete Eier, überwachen Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Gewicht und dokumentieren jede Entwicklungsphase. Nach dem Schlüpfen kümmern sie sich um jedes einzelne Jungtier. „Unser Tierpflegeteam hat diese Saison wirklich alles gegeben“, sagt Joshua Förg, Kurator für Vögel, Reptilien und Amphibien. Die herausragende Brutsaison sei ein großer Erfolg und eine wichtige Bestätigung dieses Einsatzes.

Zu den Höhepunkten zählen Nachzuchten bei stark gefährdeten Waldrappen und Grünkardinälen sowie bei Socorrotauben, die in der Natur bereits ausgestorben sind. Besonders stolz ist das Team auf 13 junge Moorenten – eine der am stärksten bedrohten Entenarten Europas. Sieben von ihnen wurden bereits im Rahmen eines internationalen Projekts ausgewildert, weitere Tiere folgen in Polen oder unterstützen andere Zoos. Auch die erfolgreiche Handaufzucht zweier seltenen Sonnenrallen lieferte wertvolle Erkenntnisse für künftige Zuchten.

Ein bedeutender Schritt gelang außerdem bei den Perutrielen: Erstmals wurde ein Jungtier dieser gefährdeten Art erfolgreich aufgezogen. In europäischen Zoos leben nur zehn Tiere – vier davon nun in Heidelberg. „Dass die Nachzucht so schnell gelungen ist, macht uns besonders stolz“, erklärt die stellvertretende Revierleiterin Alexandra Dussel. Auch heimische Arten profitieren vom Engagement: Bereits zum vierten Mal unterstützten Steinkäuze aus dem Zoo die natürliche Population in der Region.

Ein Publikumsliebling war der Nachwuchs der Orangebrust-Trupiale, die Anfang des Jahres aus der Stuttgarter Wilhelma nach Heidelberg gekommen waren. Der Bau ihres eindrucksvollen Hängenests konnte direkt in der begehbaren Südamerika-Voliere beobachtet werden. Entscheidend war ein ungewöhnliches Hilfsmittel: Erst Pferdehaare führten dazu, dass das Paar sein typisches Nest webte.

Hinter all diesen Erfolgen stehen wissenschaftliche Dokumentation, enge Kooperationen und europaweite Zuchtprogramme. Das Netzwerk aus Zoos und Privathaltern arbeitet daran, bedrohte Arten langfristig zu sichern. „Jede Nachzucht, jeder Datensatz und jede Kooperation zahlen unmittelbar auf den Artenschutz ein“, betont Förg. Vieles davon findet abseits der Besucherwege statt – doch genau dort wird die Zukunft vieler bedrohter Tierarten gestaltet.

Bildnachweis: Das im Zusammenhang mit dieser Pressemeldung bereitgestellte Bildmaterial ist ausschließlich zur Verwendung im entsprechenden Kontext bestimmt. Jede weitere Nutzung bedarf der ausdrücklichen Genehmigung der Tiergarten Heidelberg gGmbH.

Foto: Neun der 13 jungen Moorenten tragen im Rahmen von Auswilderungsprojekten in Tschechien und Polen zur Stärkung der Bestände der hochbedrohten Entenart in Europa bei. (Foto: Petra Medan/Zoo Heidelberg)

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