Hitze macht Jung und Alt zu schaffen
Die Zahl der Hitzetage – das sind Tage mit Temperaturen von mehr als 30 Grad Celsius – ist in Baden-Württemberg in den vergangenen Jahrzehnten deutlich gestiegen. Sie hat sich nach Angaben der Landesanstalt für Umwelt (LUBW) im landesweiten Schnitt seit den 1950er Jahren mehr als verdreifacht und liegt mittlerweile bei durchschnittlich knapp 14 Tagen pro Jahr.
Dass das Problem längst auch in Walldorf angekommen ist, zeigen Maßnahmen wie der städtische Hitzeaktionsplan, aber auch Diskussionen im Gemeinderat wie beispielsweise die im Februar geführte Grundsatzdebatte zur Hitzeproblematik in städtischen Einrichtungen. Fazit damals: Das Gremium war sich einig, dass man sich technischen Maßnahmen nicht verschließen wird, eine technische Kühlung aber erst dann ins Auge gefasst werden soll, wenn alle anderen Möglichkeiten wie Lüften, Sonnenschutz oder zusätzliche Verschattung ausgereizt sind.
Dass besonders gefährdete Menschen in Kitas und Seniorenheimen Hitze gesundheitlich schlechter verkraften und gleichzeitig die Räume oft nicht ausreichend kühl sind, zeigte sich auch in der jüngsten Gemeinderatssitzung. Vor deren Beginn übergaben für die Kita Astorhaus die Elternbeiratsvorsitzende Sabrina Bauer und Anne Eggerder rund 30 Unterschriften an Bürgermeister Matthias Renschler. Damit machen sich die Eltern für eine Klimatisierung der Räume stark. Zu Beginn des öffentlichen Teils der Sitzung wies dann mit Edda Kißling eine Bürgerin auf die Situation im Pflegeheim Astorstift hin: „40 Grad draußen, 33,7 Grad im Zimmer meiner Mutter“, appellierte sie an Gemeinderat und Verwaltung, vor allem auch mit Blick auf das neue Pflegeheim Abhilfe zu schaffen und an eine ausreichende Kühlung zu denken.
„Wir müssen schauen, auch in Bezug auf technische Lösungen“, sagte Bürgermeister Matthias Renschler. Sowohl für die Kinderbetreuungseinrichtungen als auch das bestehende Pflegeheim prüfe man die Möglichkeiten für Hitzeschutz und Klimatisierungen. „Die Situation ist uns bewusst“, ergänzte Stadtbaumeister Andreas Tisch. So versuche man, für das Pflegeheim kurzfristig Kühlgeräte zu beschaffen. Insgesamt sei man zudem in der Planung technischer Lösungen, „um der Hitze entgegenzugehen“.
Text und Foto: Stadt Walldorf
















