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Im toten Winkel kann man eine ganze Klasse verschwinden lassen.

29. Oktober 2017 | #Feuerwehren, Das Neueste, Photo Gallery

Praktische Verkehrserziehung an der Merianschule in Wiesloch.

„Ich kann euch nicht sehen, geht mal weiter zurück! Immer noch nicht, unglaublich!“ Ismet aus der 3a sitzt mit gerecktem Hals auf dem Fahrersitz eines großen roten Lastwagens und staunt über seine eingeschränkte Sicht. Keinen der 23 Schüler, die vor und rechts vom Fahrerhaus stehen, kann der Grundschüler erspähen.

Wie heimtückisch der tote Winkel einzuschätzen ist, konnten nun 180 Grundschüler der Maria-Sybilla-Merian Schule in der Praxis erleben. Drei Mitglieder von Round Table Heidelberg nahmen sich extra einen Vormittag frei und führten ehrenamtlich mit der Fachspedition Fels einen Aktionstag „Raus aus dem toten Winkel“ durch. Mit Verkehrshütchen und Absperrband wurde das Areal vor und neben dem Fahrzeug abgesteckt, das vom Fahrer nur indirekt oder gar nicht einsehbar ist. Jedes Kind darf einmal auf dem Fahrersitz Platz nehmen um im ‚learning by doing‘ zu erfahren, wie eingeschränkt, trotz Spiegel, die Sicht der Lkw-Fahrer ist.

Auch Klassenlehrer Thomas Gross war sehr angetan von der Schulung: „Die Aktion ist Spitze. Nur durch das praktische Erleben wird es den Kindern bewusst. Das ist viel eindrucksvoller als nur ein paar Bilder.“ Während der Schulung erklärt Tabler Erich Rajkovic den Schülern worauf es ankommt: „Achtet immer auf Blickkontakt mit dem Fahrer, denn wenn du den Fahrer nicht siehst, dann kann auch er dich nicht sehen.“

Immer wieder gibt es Unfälle im Straßenverkehr, die aufgrund des toten Winkels passieren. Als besonders gefährdet gelten die Kleinsten und Schwächsten, die Kinder. So geht man davon aus, dass bei vier von sechs Unfällen die Kinder von einem rechts abbiegenden Lkw überfahren werden. Diese Kinder befanden sich im toten Winkel – die Lkw Fahrer konnten sie Nicht sehen. Eine gefährliche Situation, denn trotz der Spiegel und diverser Warnsysteme sind für den Fahrer nicht alle Bereiche um das Fahrzeug einsehbar. Hier sieht auch Thomas Beck, Geschäftsführer der Spedition Fels, Handlungsbedarf: „Mit der nötigen Aufklärung lassen sich Unfälle aufgrund des toten Winkels vermeiden und damit kann man Leben retten“, ist sich Beck sicher. „Deshalb stellen wir gerne einen Lkw für die Schulung zur Verfügung.“

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